Smushi Come Home (Review)

Weiter geht es in der Schnittmenge aus Cozyspiel und 3D Jump & Run! Nachdem Lil Gator und Niko zuletzt in der Top 100 3D Jump & Run-Reihe um die Herzen der Spieler gebuhlt haben, begeben wir uns jetzt ins Reich der Pilze. Smushi mag aussehen wie ein Fliegenpilz, ist aber doch außergewöhnlich. Smushi kann nämlich, wie auch seine Artgenossen in seinem Dorf, sprechen und laufen.

Leider wird Smushi eines Tages aber durch eine heftigen Windstoß aus seinem Dorf herausgepustet und muss jetzt den Weg zurück zu seinen Freunden finden. Hierzu muss er sich durch vier Gebiete voller skurriler Figuren kämpfen und den neuen Freunden, denen er auf dem Weg begegnet, hilfreich unter die Arme greifen. Die Geschichte im Spiel wird vor allem durch Texteinblendungen erzählt, begleitet teilweise von kurzen Sequenzen, in denen Smushi mit anderen Figuren interagiert.

Die Gebiete des Spiels muss man in strikt linearer Abfolge absolvieren und sind im Grunde genommen angelegt wie klassische Collectathon-Level, das heißt es handelt sic um kompakte offene Gebiete mit mehreren distinkten Teilgebieten, die ein eigenes Thema und Unteraufgaben mit sich bringen. In jedem Gebiet gibt es eine Hauptaufgabe – sei es das Sammeln von Futter für ein schläfrig-gefräßiges Tier, das einem den Weg blockiert, oder von Sprengstoff, um den Durchgang zum nächsten Gebiet freizulegen. Diese Aufgaben sind jeweils mit mehreren Teilaufgaben verbunden, in denen man anderen Bewohnern des Waldes hilft, ihre Probleme in den Griff zu bekommen.

In jedem der recht offenen Hauptgebiete gibt es auch ein bis zwei Höhlen zu finden, in denen in aller Regel ein wesentlicher Teil der Hauptaufgabe zu erledigen ist. Während in den Hauptgebieten vor allem die Erkundung und die Kommunikation mit den anderen Waldbewohnern im Vordergrund steht, sind die Höhlen stärker auf Platforming und gelegentlich auch kleine Rätsel konzentriert. Hier muss man Smushis Hüpftalent ausgiebig auf die Probe stellen. Eine entscheidende Rolle spiel dabei Smushis Segelfähigkeit, mit der Smushi nicht nur längere Distanzen überbrücken, sondern auch auf Windstößen reiten kann. Die Höhlen sind für ein Cozy-Spiel ungewöhnlich anspruchsvoll, sind im größeren Kontext des Jump & Run-Genres aber schon noch recht zahm gestaltet.

Bei der Gestaltung der Aufgaben in der Oberwelt haben sich die Entwickler sichtlich Mühe gegeben, vom leider oft üblichen spielerischen Einerlei der Spielaufgaben in Cozy-Spielen abzuweichen und ein wenig Abwechslung zu schaffen. Zwar gibt es durchaus einige Figuren, die einfach nur eine gewisse Menge Währung einsacken wollen, es gibt aber genauso individuellere Aufgaben wie ein Ringrennen oder die Suche nach zwei Nüssen in direkter Umgebung. Über die kurze Spielzeit von etwa drei bis fünf Stunden kann die Spielmechanik das Spiel gut tragen und fühlt sich, auch unabhängig von der niedlichen Gute-Laune-Präsentation, gut an.

Der Cozy-Aspekt des Spiels ergibt sich – neben dem niedrigen Schwierigkeitsgrad – insbesondere über die niedliche Präsentation, die Konversationen zwischen den Figuren und die warm-weiche Farbgebung. Emotionalität spielt in den Konversationen eine große Rolle und Hilfsbereitschaft wird thematisch großgeschrieben. Auch die Musik ist verspielt und schlicht, was der Atmosphäre des Spiels zuträglich ist.

Smushi Come Home gelingt es gut, die im Grundsatz recht verschiedenen Designprinzipien von Cozy und 3D Jump & Run zu verbinden und kann über seine Spieldauer gut unterhalten Die Höhlen bieten einige durchaus interessante Sprungpassagen, wohingegen in der Außenwelt vor allem die Atomsphäre im Mittelpunkt steht.

Getestet wurde die PC-Version via Rog Ally.