NekoMiko (Review)

NekoMiko ist der erste Teil der VNs von qureate auf Nintendo Switch, die ich im Zusammenhang mit dem Garten Akihabara behandle. Darin finden sich Iris und Ahorn in Gestalt von Mikos, einer Art japanischer Priesterinnen, mit Katzenohren und -schwanz. Neko bedeutet Katze, wie vielleicht auch mancher mit nur rudimentären Japanischkenntnissen weiß. Und so ist der Titel schon erklärt.

Story

Der selbstbenannte Protagonist arbeitet Teilzeit und seine Bemühungen, einen Vollzeitjob zu finden, scheitern. Deshalb macht auch seine Freundin Schluss mit ihm. Er hatte doch tatsächlich vor Beginn der Story eine, also sowas. Er fühlt sich vom Pech verfolgt, und da er zufällig in die Nähe eines Schreins kommt, beschließt er dort zu beten. Der Schrein ist zwar im schlechten Zustand, aber wohl noch in Nutzung. Zwei Frauen im Mikogewand mit Katzenohren und Katzenschwanz treten vor ihn.

Ayame und Kaede dienen dem Schrein und wollen sein Pech austreiben. Schließlich können sie angeblich Glück mit Geld und Menschen bringen. Doch sein Pech ist zu stark und die Zeremonie reicht nicht aus. Der Protagonist fühlt sich trotzdem etwas besser und will gehen.

Dafür ist der Protagonist in der falschen Light Novel gelandet.

Aber die beiden schlagen nachdrücklich vor, bei ihm zu wohnen, da das nach und nach sein Pech verringern würde. Gleichzeitig ist das aber auch ein geeigneter Vorwand für die beiden, den Schrein zu verlassen und mehr zu erleben. Der Protagonist willigt ein, und so beginnt das gemeinsame Leben der drei.

Die eher ruhige Kaede liest sich gern durch seine Büchersammlung, während die energiegeladenere Ayame Videospiele für sich entdeckt. Gemeinsam kümmern sich die drei etwas um den Schrein, und ziehen auch durch die Stadt. In Akihabara sind Cosplayer nicht selten, und so erwecken Ayame und Kaede nicht ganz so viel Aufmerksamkeit wie es anderswo geschähe. Trotzdem bekommen die beiden auch noch normalere Outfits.

Ein paar mal gilt es Entscheidungen zu treffen, die ein paar wenige Zeilen bis vereinzelt ganze Szenen beeinflussen und außerdem auch zu verschiedenen Enden führen können.

Zusammen wohnen?

Präsentation

Es gibt in NekoMiko hauptsächlich Textboxen vor wenigen Hintergründen zu sehen. Außerdem sind Ayame und Kaede in entsprechenden Szenen dargestellt. Per E-Mote-Technik werden sie etwas animiert, so gibt es zum Beispiel leichte Atembewegungen und sie schwanken teils leicht. Ayame und Kaede sind japanisch vertont, der Protagonist und vereinzelt sprechende Nebencharaktere nicht.

Es gibt ein paar Vollbildillustrationen, die teils im Szenenverlauf kleine Veränderungen wie Gesichtsausdrücke haben können. Manche davon sind harmlos und problemlos vorzeigbar, bei anderen gibt es auch mal mehr Haut und Unterwäsche zu sehen. Es gibt dabei auch Situationen, die den Beteiligten durchaus peinlich und unangenehm sein können und die so vielleicht noch weniger vorzeigbar sind. Allzu wild wird es aber nicht.

Aber Katzen baden nicht gerne…

Sonstiges

Somit kommt es zur ersten Runde lockeren Reindeutens anhand der blumigen Namen. Ayame bedeutet übersetzt Iris(die Blume, nicht die Regenbogenhaut). Diese kann für gute oder frohe Nachricht stehen (das geht auf griechische Mythologie zurück, was übrigens in AI: The Somnium Files auch mal erwähnt wird) sowie für Hoffnung. Und das ist Ayame (neben Kaede) für den Protagonisten in Bezug auf sein Pech ja gewissermaßen. Außerdem habe ich auch die Bedeutung Leidenschaft gefunden, und Ayame entwickelt sich zu einer leidenschaftlichen… Videospielerin. Mancher Leser hätte sich hier vielleicht eine andere Art von Leidenschaft gewünscht. Aber es findet sich eben auch „rein“, und Ayames Bewusstsein in „solchen“ Dingen ist scheinbar fast nicht vorhanden. Somit kann man sie schon als rein bezeichnen.

Kaede bedeutet Ahorn. Dieser steht für Harmonie und Bescheidenheit, was Kaede beides ausstrahlt(ersteres in Einzelfällen weniger, in denen sie nicht sehr freundliche Worte wählt). Ahorn kann auch für wichtige Erinnerungen stehen, die im Zusammenleben des Protagonisten mit ihr entstehen, und für schöne Verwandlung (da die Ahornblätter sich so schön rot färben). Diese müsste aber schon vor Beginn der Geschichte geschehen sein.

Es sieht aber nicht unbedingt gesund aus…

Fazit

NekoMiko hat mich ein paar Stündchen locker unterhalten. Statt eines großen Spannungsbogens stehen mehr einzelne Szenen des Zusammenlebens im Vordergrund. Diese sind teils niedlich, manchmal lustig und es wird auch mal etwas anzüglich, wie oben schon erwähnt. Mit etwas Herumprobieren und der Schnellvorlauffunktion für schon gelesenes habe ich nach dem ersten Durchgang auch noch andere Entscheidungen und verschiedene Enden angesehen. Schließlich ist es für mich kurz genug, um nicht schon durch einmaligen Abschluss zu übersättigen. Außerdem wollten Lücken in der Galerie gefüllt werden.

Die Sprachausgabe gefällt mir, die Musik ist in Ordnung aber vereinzelt vielleicht etwas zu laut. Die englische Übersetzung hätte eine etwas strengere Qualitätskontrolle gebraucht. Neben teils fehlenden Buchstaben oder Tippfehlern ist manche Übersetzung nicht ganz dem Kontext entsprechend. Außerdem gibt es in Einzelfällen im Englischen Texte, die zu lang für das Textfenster sind.

NekoMiko ist keine VN für jeden, kann aber durchaus etwas lockere Unterhaltung liefern.

Getestet auf Nintendo Switch.