Garten Akihabara

Da ich regelmäßig in den eShop auf Nintendo Switch schaue, fallen mir so manche Titel ins Auge. So auch diverse kurze (romantische?) VNs von qureate, die in Akihabara spielen. Dabei ist mir mit meinen bescheidenen Kenntnissen der japanischen Sprache bei manchen Namen aufgefallen, dass es sich um japanische Bezeichnungen von Blumen oder zumindest Pflanzen handelt. Als ich dann nach dem Spielen einer dieser relativ kurzen VNs überlegte, ob ich ein Review verfassen möchte, wusste ich gerade nicht so recht was ich schreiben soll. Gameplay ist nicht vorhanden, das Entscheidungssystem nicht nennenswert komplex. Auch zur Story des Zusammenlebens wollte mir dann kein Ansatz einfallen.

Spontan entschied ich mich, die Bedeutung der Blume im Internet nachzusehen und zu überlegen, wie diese zu der Frau passt, die diesen Namen trägt. Und im großen und ganzen schien das tatsächlich zu passen. So entschied ich mich, die Spiele nicht schlicht in einem normalen Review, sondern in einer Artikelreihe zu behandeln. Vielerlei Pflanzen blühen im Garten Akihabara.

Dabei bleibt zu beachten, dass ich das als leichtherzigen Ansatz sehe und auch keine extensiven Nachforschungen betreibe. Manche Interpretation mag daneben liegen oder über das Ziel hinaus schießen.

Keine Sorge, seltsame Begriffe tauchen selten auf.
Mein selbstbenannter Protagonist – lustiger Zufall?

Wenn man in Spielen den Protagonisten benennen soll, wähle ich meist den gleichen Namen. Dann muss ich nicht immer neu überlegen. Allerdings nutze ich dabei nicht meinen eigenen. In japanischen Spielen benenne ich den Charakter dann in der Regel 紅蓮 (oder romanisiert Guren). Das mag zwar kein wirklicher japanischer Name für Personen sein, aber er enthält doch tatsächlich eine blumige Bedeutung.

Wie es zu diesem Namen kam? Dazu muss ich etwas ausholen. Vor vielen Jahren bin ich auf die „Gears of War“-Reihe gestoßen. Im ersten Teil kommt ein A.Carmine vor, im zweiten ein B.Carmine, im dritten ein C.Carmine. Ich kam dann damals auf die Idee, Z.Carmine als neuen Nickname zu benutzen. Als ich später begann, Japanisch zu lernen und in japanischen Spielen einen Namen wählen sollte, begann ich zu überlegen. Ich wählte den Ansatz über die Farbe (karmin)rot und entschied mich schließlich für 紅蓮 /Guren. Das kann nicht nur eine rote Farbe, sondern auch einen rot blühenden Lotus bezeichnen. Der passt dann auch in den Garten Akihabara.

Natürlich musste ich für diese Reihe dann auch diesbezüglich etwas recherchieren, viel habe ich nicht gefunden. Die buddhistische siebte Eishölle, die mit rotem Lotus in Verbindung gebracht wird, wollen wir in diesem Zusammenhang mal ausser Acht lassen. Als Blume des Hindu-Götterpaares Lakshmi und Vishnu dagegen soll der rote Lotus für ihre Liebe und Zuneigung stehen. Und diese Bedeutung passt dann mit etwas Glück auch zu den Protagonisten in den entsprechenden VNs von qureate. Somit gesellte sich ein weiterer blumiger Name in den Garten Akihabara.

Na dann, auf nach Hause.
Zu den Vns

Die entsprechenden VNs, die ich in diesem Rahmen behandle, sind hauptsächlich an junge Männer gerichtet und bieten seichte Unterhaltung mit dem Rahmen aufkeimender Gefühle zwischen dem Protagonist und Frauen, die durch verschiedene Umstände unerwartet mit ihm zusammen leben. Es gibt Anzüglichkeiten und auch Humor. Die weiblichen Hauptpersonen sind vertont, der Protagonist jedoch nicht. Das würde sonst womöglich noch die Immersion stören und ist nicht unüblich. Auch im Otome-Bereich von VNs, die an Mädchen/ junge Frauen gerichtet sind, ist das wohl normal, aber da ist mein Erfahrungsschatz gering. Außerdem ist das Gesicht des Protagonisten in manchen Illustrationen deshalb nicht vollständig zu sehen. So kann es zum Beispiel zum großen Teil durch herabhängendes Kopfhaar bedeckt sein. Das dagegen habe ich im Otome-Bereich nicht gesehen.

Die E-Mote-Technik findet Anwendung, um die Frauen in qureates VNs etwas belebter und plastischer wirken zu lassen, so wird zum Beispiel die Atembewegung des Brustkorbs simuliert.

In qureates Akihabara gibt es Werbung für echte Spiele.

Interessant fand ich auch, dass neben der gemeinsamen Blumenthematik bei Namen die Spiele offenbar sogar im selben fiktiven Akihabara spielen und teils Andeutungen aufeinander zu finden sind. Auch Hintergrundillustrationen und entsprechende Orte werden bisweilen über Spiele hinweg wiederverwendet. Das mag mancher vielleicht als …zu sparsam empfinden, ich finde das Schaffen von Zusammenhängen hier aber irgendwie ganz nett.

Schlusswort

Abschließend hoffe ich, dass die Leser die Sache mit der Bedeutung der Blumen (oder zumindest Pflanzen) meiner Interpretation nicht zu ernst nehmen. Die Artikel zu den Spielen werden dann auch hier anschließend verlinkt.

Teil 1 – Iris und Ahorn