Neulich ist mir aufgefallen, wie viele The Legend of Zelda-Spiele ich auf Nintendo Switch 2 spielen kann. Mit neulich meine ich zu Release der Konsole, aber das ist immerhin noch kein ganzes Jahr her.
Das habe ich mir zum Anlass genommen, alle verfügbaren Titel noch einmal zu spielen. Dabei geht es mir nicht um Bewertungen oder eine allgemeingültige Retrospektive, sondern um meine eigenen Erinnerungen und Erlebnisse mit einzelnen Spielen der Reihe. Insbesondere auch deshalb, weil ich für einige Spiele bereits Ideen habe, die mit einem üblichen Spieldurchlauf nicht mehr allzu viel zu tun haben. Immerhin habe ich die meisten Titel bereits mehrfach gespielt, also möchte ich gern ein paar neue Dinge ausprobieren.
Die Spielreihe und ich
Früher habe ich nicht viele Videospiele gespielt. Schon gar nicht allein. Außerdem ist mein Gedächtnis nicht besonders gut (perfekt für einen persönlichen Rückblick auf eine Spielereihe, ich weiß). Entsprechend versuche ich gar nicht erst, irgendetwas zeitlich genau einzuordnen.
Meine frühesten Erinnerungen an Zelda umfassen insbesondere drei Spiele, die ich zumindest in irgendeinem Umfang selbst gespielt habe. Ich weiß nicht einmal mehr warum, aber ich erinnere mich noch an die Insel in Oracle of Ages, auf der Link bestohlen wird und seine Gegenstände zurücktauschen muss. Vermutlich hatte ich Schwierigkeiten damit, Links Besitztümer alle wieder einzusammeln. In The Minish Cap ist es mir beim ersten Durchspielen nicht gelungen, ein passendes Glücksfragment für die allerletzte Verbindung zu finden. Was aber immerhin bedeutet, dass ich es bis zu diesem Punkt komplettiert hatte. The Wind Waker auf dem GameCube hatte irgendwann massive Grafikfehler und ließ sich leider nicht mehr durchspielen. Vermutlich habe ich daher erst die HD-Version selbst beendet.
Zu den 2D-Titeln hatte ich als wenig spielendes Handheldkind immer mehr Bezug als zu den 3D-Spielen. Ocarina of Time dagegen habe ich als TV-Spiel jahrelang nicht beendet.
Dann kam Breath of the Wild. Irgendetwas hat mich sofort begeistert und ich habe im Vorfeld Traileranalysen und Fantheorien für mich entdeckt. Am Releasetag habe ich den lokalen Einzelhandel unterstützt und die Wii-U-Version gekauft, obwohl ich keine Wii U besaß. Welch ein Glück, dass ich eine ausleihen konnte!
Auf all diese Titel und noch viele mehr freue ich mich jetzt schon. Auch wenn das ein langes Langzeitprojekt werden dürfte.
The Legend of Zelda und ich
Den Auftakt der Spielreihe macht The Legend of Zelda, ursprünglich erschienen 1986 (zumindest, wo es nicht erst 1987 erschien). Das macht 2026 zufällig zum Jubiläumsjahr. Ich bin also nicht nur in Animal Crossing bestens darauf vorbereitet, falls es coole Events zum 40-Jährigen gibt!
Zum ersten Mal habe ich The Legend of Zelda 2022 durchgespielt. Auf Game & Watch: The Legend of Zelda. Die Minikonsole erschien 2021 zum 35. Jubiläum der Reihe. Während ich mit den Joy-Cons keinerlei Probleme in der Handhabung habe, war mir die Retrokonsole dann doch ein wenig zu klein für längere Spielsitzungen. Aber The Legend of Zelda sieht auf dem kleinen Bildschirm äußerst niedlich aus.
Die Handkrämpfe habe ich inzwischen vergessen. Im Gedächtnis geblieben sind mir dagegen viele Räume, in denen es schlicht darum geht, alle Gegner zu besiegen. Aber auch, dass die Wegfindung gar nicht so schwierig war wie befürchtet. Dabei bin ich heute noch nicht besonders gut darin, mich in Spielen zu orientieren, und war es damals noch viel weniger.
Besonders die Schattengarden in Blau haben mich damals viele Herzen und Nerven gekostet. Die Ritter waren für mich allerdings in den meisten Spielen, in denen sie auftreten, eine ziemliche Herausforderung.
Trotz der Kampfschwierigkeiten hatte ich Spaß mit dem Titel. Nicht unbedingt so viel, dass er einer meiner liebsten Zelda-Titel geworden wäre, immerhin ist The Legend of Zelda doch sehr rudimentär. Aber ich fand das Spiel weitgehend unterhaltsam.

The Legend of Zelda heute
Nun habe ich also The Legend of Zelda erneut gespielt. Irgendwo musste ich schließlich anfangen, auch wenn ich letztlich alle (für mich auf Nintendo Switch 2 spielbaren) Titel noch einmal spielen wollte. Und wo lässt es sich denn besser anfangen als am Anfang? Umso länger hält auch die Vorfreude auf Reihenvertreter wie The Wind Waker und Breath of the Wild (diesmal mit Begleit-App?) an.
Tja. Es muss wohl am kleinen Bildschirm liegen, dass ich mich bei meinem ersten Durchgang an viel Spaß erinnere.
Aber tatsächlich fing mein rund sechsstündiges Abenteuer sehr harmlos an. Ich betrat die ikonische Höhle, um den ikonischen Spruch des ikonischen alten Mannes zu lesen und das ikonische Schwert mitzunehmen. (Na gut, eigentlich ist das Schwert gar nicht so besonders.)

Die Dungeons
Den ersten Dungeon fand ich auf Anhieb, danach wurde die Reihenfolge sehr chaotisch. Einige Dungeons konnte ich bereits nach dem ersten Betreten beenden, in andere musste ich zurückkehren. Alle Dungeons sehen sich sehr ähnlich, nur die Farben sind etwas unterschiedlich. Der Aufbau zwar auch, allerdings nicht gerade auf einprägsame Weise. Außerdem sind in den späteren Dungeons die Gegner besonders nervig und die Wände besonders zerbrechlich.
Schattengarde und Pyromagus geben sich beide nichts. Die einen lassen sich nur seitlich und von hinten mit Schwert oder Bombe besiegen, wobei ich allerdings die Bomben für Wände brauche. Die anderen teleportieren direkt unter Links Füße, schießen Zauber durch den ganzen Raum und lassen sich auch nicht mit allem angreifen. An beiden habe ich in der schieren Anzahl, in der sie auftreten, einfach keinen Spaß. Manchmal bricht dabei sogar die Performance ein.
Den Zauberstab hatte ich bereits ziemlich früh, was mir in vielen Dungeons viel geholfen hat. So konnte ich Abstand von den Gegnern halten und Kontaktschaden vermeiden, sofern sie nicht immun gegen Magieschaden waren. Als ich den Feuerzauber erhalten habe, bin ich allerdings oft mitten in die Flammen gelaufen, die der Zauber hinterlässt.
Räume leeren
Die rätseligsten Rätsel in den Dungeons zumeist bestehen darin, Bomben an Wänden zu platzieren, um herauszufinden, ob es einen geheimen Durchgang gibt. Die Rückspulfunktion hilft dabei ungemein, den Bombenverbrauch zu senken.
Die meisten Räume bestehen allerdings aus Gegnermassen, die ich auslöschen muss. Dann öffnen sich versperrte Türen, ein Schlüssel taucht auf oder es wird einfach nur ein Block im Raum beweglich. Verschiebe ich diesen, öffnet sich oft ein weiterführender Weg.
Am komplexesten wird das, wenn der Raum nicht komplett begehbar ist. Sei es durch einen kleinen, abgetrennten Bereich oder durch verworrene Pfade im Raum. Wenn vorhanden, lassen sich eine Kachel breite unbegehbare Untergründe mit der Leiter überwinden, aber der Zauberstab hilft als Fernkampfwaffe besonders gut. Schwierig wird das also auch nicht.
Aber das stört mich noch nicht einmal. Das ist harmlos, flott und entspannend, die letzten Dungeons ausgenommen. Außerdem mag ich den Zauberstab. Das macht mir auch heute noch Spaß. Und manchmal gibt es sogar gar keine Belohnung dafür, alle Gegner in einem Raum besiegt zu haben.
Nach fünf oder sechs Dungeons hatte ich aber allmählich genug. Nicht wegen der Wiederholung des Grundprinzips, sondern wegen der Art, auf die höherzahlige Dungeons die Schwierigkeit erhöhen. Sogar Bossgegner tauchen mehrfach auf. Von den vielen zerbrechlichen Wänden ganz zu schweigen.
Interessanterweise habe ich in den ersten acht Dungeons mehr Schlüssel gesammelt als verbraucht. So konnte ich im finalen Dungeon manche Kampfherausforderung vermeiden, indem ich Link an den Gegnern vorbeimanövriert habe, um die nächste Tür aufzuschließen. Das war gut, denn zu diesem Zeitpunkt wollte ich einfach nur noch Ganon besiegen und mit Zelda das Triforce in die Höhe halten.

Oberwelt
Durch die Oberwelt bin ich etwas mehr geirrt als durch die Dungeons. Insbesondere die große Wasserfläche in der Mitte der Karte hat mich mehrfach verwirrt, bis ich erkannt habe, wo ich wie vorbeikomme, wenn ich an eine bestimmte Stelle auf der gegenüberliegenden Seite möchte. Ehe ich die Schnellreise zwischen einzelnen Dungeons freigeschaltet hatte, bin ich sehr viel von einem Ende der Karte zum anderen gegangen und dabei wiederholt vom Wasser aufgehalten worden.
Hier draußen ist auch nicht “Besiege alle Gegner” die ultimative Lösung für alle Probleme. Ein paar NPCs geben sogar Hinweise, auch wenn sich viel selbst herausfinden müsste, wenn es nicht nach Jahrzehnten ohnehin schon bekannt wäre.
Besonders berüchtigt in der Oberwelt ist wahrscheinlich der brennbare Baum, unter dem sich einer der Dungeons verbirgt. Allerdings reicht die Vorkenntnis, dass sich einzelne Bäume anzünden lassen, eigentlich schon aus, um den richtigen Baum zu finden. Er ist doch sehr auffällig platziert.
In der Oberwelt sind die Gegner auch weitgehend rarer gesät und einfacher zu bekämpfen. Wenn sie nicht gerade dicht vor Link auftauchen und sein Feuerzauber dann eine Flamme hinterlässt, die ihn ein wenig röstet. Ähem.
Leunen treten in The Legend of Zelda zumeist in Gruppen auf. Allerdings sind sie auch bedeutend harmloser als in Breath of the Wild, obwohl ihre Schwertstrahlen eine große Reichweite haben und Wände durchdringen. Außerdem sehen sie so niedlich aus.

Vorausblick
Nach einem teilweise frustrierenden Einstieg geht es als nächstes bestimmt wunderbar weiter. Denn Zelda II: The Adventure of Link habe ich 2024 innerhalb von drei Tagen dreimal durchgespielt. Wenn das nicht ein gutes Zeichen ist!