Donkey Kong Jungle Beat (Review)

Als das Super Mario 3D-Studio EPD Tokyo im letzten Jahr Donkey Kong Bananza vorgestellt hat, war das sicherlich ein überraschender Schritt für viele. Allerdings hat EPD Tokyo tatsächlich eine entscheidende Historie mit Donkey Kong, denn ihr erstes Projekt war das GameCube-Jump & Run Donkey Kong Jungle Beat. Donkey Kong Jungle Beat hat allerdings eine Besonderheit: Man spielt das Spiel nicht mit einem normalen Controller, sondern mit dem Bongo-Controller, der für Donkey Kong entwickelt wurde.

Die Steuerung von Donkey Kong Jungle Beat ist insofern sicherlich erklärungsbedürftig. Es gibt schließlich – abseits des Start-Knopfes, der dazu dient, das Spiel zu pausieren – nur drei Eingabemöglichkeiten: Die linke Trommel, die rechte Trommel und ein Mikrofon. Trommelt man links, läuft Donkey Kong nach links, trommelt man rechts, läuft er nach rechts und wenn man auf beide Trommeln gleichzeitig schlägt, springt er. Zusätzlich kann Donkey Kong auch klatschen, um bestimmte Effekte im Level auszulösen. Hierzu muss man selbst auch klatschen, damit das Mikrofon das aufnimmt. Es hat sich allerdings eine Alternative, die auf Dauer handschonender ist, bei vielen Spielern etabliert: Man kann alternativ auch gegen den Hartplastikrand der Trommel klopfen, um den Klatscher auszulösen.

Im Vergleich zu den vorherigen Donkey Kong-Abenteuern klingt das zunächst einmal eingeschränkt, denn insbesondere der Rollangriff, der Donkey Kongs Markenzeichen seit Donkey Kong Country ist, hat es nicht ins Spiel geschafft. Allerdings haben die Entwickler im Gegenzug die Spielgeschwindigkeit deutlich erhöht und vor allem mit dem Leveldesign ein echtes Meisterstück abgelegt. Das Leveldesign in Donkey Kong Jungle Beat ist nämlich perfekt durchchoreografiert und so kann Donkey Kong Jungle Beat, wenn man die ungewöhnliche Spielmechanik einmal verinnerlicht hat, einen hervorragenden Spielfluss entwickeln. Unterstützt wird das natürlich durch ein Medaillensystem, das dem Spieler abhängig von seiner Leistung und erzielten Kombos Medaillen zuordnet. Während der reine Abschluss der Level ziemlich einfach ist, erfordert das Sammeln der Platinmedaillen ein hohes Maß an Präzision.

Wenngleich Donkey Kong Jungle Beat eigentlich kein Autorunner ist – wenn man möchte, kann man stehen bleiben oder auch im Level zurückgehen – ist das Leveldesign voll darauf ausgerichtet, den Spieler stets vorwärts zu treiben. Wer großen Wert auf Erkundung legt, wird in dieser Hinsicht von Jungle Beat also enttäuscht, denn selbst wenn es steuerungsseitig möglich ist, sich rückwärts zu bewegen, heißt das noch lange nicht, dass das auch im Leveldesign vorgesehen und möglich wäre. In den meisten Fällen wird man schon nach wenigen Schritten nicht mehr weiter zurückgehen können, was insbesondere der dynamischen Struktur der Level geschuldet ist. Das heißt zwar nicht, dass Jungle Beat frei von Geheimnissen wäre, hier geht es dann aber um situative Konstellationen, mit denen man besonders viele Punkte erzielen kann. Wer die Donkey Kong Country-Spiele vor allem für die Suche nach Geheimgängen gespielt hat, wird bei Jungle Bear also wohl nicht auf seine Kosten kommen. Im Gegenzug gab es wohl weder davor noch danach ein so schnelles und intensives Donkey Kong Jump & Run.

Wie es bei Spielen mit einem Arcade-Ansatz üblich ist, schränkt die Designdichte der einzelnen Level den Umgang des Spiels ein Stück weit ein. Donkey Kong Jungle Beat hat zwar viel Abwechslung in seinem Leveldesign zu bieten, die Zahl der Level ist aber überschaubar – es gibt 16 Welten zu je zwei Levels und einem Endgegnerkampf. Wer einfach nur einmal bis zum Abspann hüpfen möchte, wird sicherlich an einem Wochenende mit dem Spiel fertig sein, kratzt aber dann auch nur an der Oberfläche dessen, was mit dem Spiel möglich ist. Ein gewisser Ehrgeiz, die Punktmedaillen zu verdienen, ist auf jeden Fall essenziell, um das volle Potenzial von Donkey Kong Jungle Beat zu entfalten. Es ist aber auch festzuhalten, dass EPD Tokyos Designtalente in Jungle Beat schon so zu Tage treten, dass man selbst bei einem einfachen Durchspielen erstklassig unterhalten werden sollte.

Optisch holt Donkey Kong Jungle Beat zum Ende des GameCubes noch einmal alles aus der Hardware heraus. Besonders der hübsche Felleffekt für Donkey Kong weiß zu gefallen. Zwar ist dieser weniger intensiv als in Rares Star Fox Adventures, sieht aber bei näherem Hinschauen auch mehr nach Fell aus. Die plastischen Umgebungsgrafiken und Gegner, gepaart mit den knallig-intensiven Farben unterstützen das Gefühl, dass Donkey Kong Jungle Bear dem Affen besonders viel Wumms mit auf den Weg geben wollte. In Anbetracht des Musikthemas des Spiels ist es wenig erstaunlich, dass auch musikalisch hervorragende Arbeit abgeliefert wurde, auch wenn die Musik nicht ganz so eingängig ist wie Dave Wises Kompositionen für die Donkey Kong Country-Serie.

Donkey Kong Jungle Beat ist ein ungewöhnliches 2D Jump & Run mit starken Arcade-Anleihen, das durch sein exzellentes Leveldesign und seine erstaunlich gut funktionierende Steuerung zu einem Pflichttitel nicht nur für Donkey Kong-Fans wird. Die Einstiegshürde der Bonga-Trommeln ist natürlich nicht unerheblich, aber sie sind keineswegs nur als Gimmick, sondern als integraler Bestandteil des Konzepts zu verstehen. Wer dennoch ohne die Trommeln auskommen möchte, hat aber alternativ die Option, auf die Wii-Version zurückzugreifen, die ohne die Peripherie spielbar ist.

Getestet auf GameCube.