Direction Quad (Review)

Artwork Direction Quad

Quad ist kurz davor, zum Kriegerfrosch ernannt zu werden. Lediglich zehn Prüfungen erwarten ihn, bevor ihm dieser Titel verliehen werden kann. So lautet zumindest sein Auftrag im Topdown-Action-Adventure Direction Quad. Als ganz so geradlinig stellt sich sein Abenteuer dann doch nicht heraus.

Diagonalen

Frosch Quad hüpft durch fünf Welten mit jeweils sieben Levels. Jedes Level beginnt mit einem Seerosenblatt und am Ende des Levels befindet sich eine Ziellinie. Jede Welt unterscheidet sich dabei nicht nur optisch, sondern auch spielerisch voneinander.

Besonderheit von Direction Quad ist, dass sich Quad diagonal fortbewegt. Um seine Hüpfrichtung zu ändern, drücke ich einen beliebigen Knopf. Dadurch dreht er sich abwechselnd nach rechts und links und bewegt sich in der entsprechenden Diagonale weiter. Bumper an den Wänden ermöglichen Quad, die Richtungen darüber hinaus zu beeinflussen, wenn er von ihnen abprallt. Zusätzlich bewegt sich Quad automatisch fort. Prallt er gegen eine Wand oder ein anderes Hindernis, beginnt das Level von Neuem.

Leider hatte ich bereits mit dem Grundprinzip der Fortbewegung ziemlich zu kämpfen. Sobald Quad mit einem Bumper interagiert, sind links und rechts aus seiner Sicht in einer anderen Position als zuvor, und viel zu oft bin ich dabei völlig durcheinander gekommen. Die Möglichkeiten, Fehler auszugleichen, sind oftmals nicht gegeben. Und falls die Stelle, die mir die größten Probleme bereitet, kurz vor dem Ende des Levels liegt, kann ich den Weg dorthin selten dadurch beschleunigen, dass ich ihn bereits kenne.

Zusätzlich gibt es zwei verschiedene Sammelgegenstände in jedem Level. Die einen sind Münzen, die teilweise den Weg anzeigen, aber durch die Levelformen nicht immer hilfreich sind. Daneben gibt es pro Level auch drei Fliegen, die eher abseits des direkten Wegs liegen. Prallt Quad gegen eine Wand und das Level startet erneut, sind auch alle Münzen und Fliegen nicht mehr gesammelt. Spiele ich ein bereits abgeschlossenes Level erneut, weil ich nicht alles erfolgreich gesammelt habe, muss ich bereits gesammelte Münzen und Fliegen erneut sammeln. Nach der ersten Welt habe ich mich also erst einmal darauf konzentriert, die Level überhaupt abzuschließen, statt zu versuchen, die optionalen Sammelgegenstände wieder und wieder zu sammeln.

Screenshot Direction Quad. Quad hüpft knapp an zwei Münzen vorbei.
Kaugummi und Bohrer

Doch damit hat die Herausforderung in Direction Quad noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. Schalter und Laser sind Standardausstattung vieler Level. Je größer das Level und je mehr Laser, desto schwieriger ist es allerdings, den Überblick zu behalten. Zwar schaltet ein betätigter Schalter immer einen Laser aus, um welchen es sich dabei handelt, sehe ich aber nicht zwingend. 

Zwar hat jede Welt ihre Besonderheiten, allerdings empfand ich die dritte Welt als die schwierigste. Hier erhält Quad einen Kaugummi, den er aufsammeln kann, um anschließend bei Richtungswechsel Kaugummi-Projektile zu spucken. Vorher habe ich “nur” darauf geachtet, in welche Richtung ein Knopfdruck ihn als nächstes befördert. Nun muss ich auch noch die Richtungswechsel so abstimmen, dass ich entfernt liegende Schalter treffe, ohne hinterher in der nächsten Wand zu landen. Und das erste Level mit Kaugummi nimmt keinerlei Rücksicht darauf, dass ich gerade erst eine neue Mechanik erlerne.

Später gibt es einen Bohrer, mit dem sich Quad durch ansonsten tödliche Felsen bohrt. Dabei bewegt er sich ausnahmsweise nicht diagonal. Zudem findet der Richtungswechsel per Knopfdruck jeweils in dieselbe Richtung im 90°-Winkel statt, Quad gelangt also auch ohne Bumper in alle vier möglichen Richtungen. Prinzipiell finde ich die Steuerung hierbei deutlich leichter als die Nutzung des Kaugummis. Nur vereinzelt hat mich der Wechsel zwischen den beiden Richtungsänderungen mit und ohne Bohrer etwas überfordert. Besonders dann, wenn schnell zwischen Bohrer und Hüpfen gewechselt wird und ich fast sofort die Richtung anpassen muss.

Ein weiteres Hindernis bewegt sich auf Schienen. Dabei kann es knifflig werden, Quads Bewegungen so anzupassen, dass er erfolgreich ausweicht. Insbesondere bei weiter entfernt liegenden Schienen.

Eine grüne Kaugummi-Kugel im Sumpf.
Überblick

Einige Level werden zudem von einem kurzen Text begleitet, der allerdings nicht sofort sichtbar ist. Daher geht die kleine Geschichte, die nebenbei erzählt wird, schnell unter, weil ich häufig das Level bereits gestartet habe, ehe der Text aufgetaucht ist. 

Zwar ist es hilfreich, erst einmal einen Überblick über das Levellayout zu gewinnen. Doch in den ersten Welten habe ich dafür nicht so lange gebraucht, dass mir der Text zuverlässig angezeigt worden wäre, ehe ich bereit war, einen ersten Versuch zu starten. 

In der letzten Welt hat der Puzzle-Aspekt von Direction Quad einen stärkeren Fokus auf eine Vorausplanung des Weges. Die Durchführung ist teilweise deutlich einfacher als in den vorangehenden Welten, auch wenn der Überblick innerhalb des aktiv gespielten Levels kaum gegeben ist.

Das liegt vor allem daran, dass Direction Quad zwischen einer Draufsicht auf das gesamte Level vor Levelbeginn und einer herangezoomten Kamera im aktiven Spiel wechselt. Die Gesamtübersicht ist dabei insbesondere im Handheld-Modus oftmals sehr klein geraten. Der Zoom wirkt dem zwar entgegen, allerdings auf Kosten der Möglichkeit, mehr als ein paar Hüpfer vorauszuschauen. Gerade im Hinblick auf schnelle Positionswechsel und bewegliche Hindernisse verkürzen sich Reaktionszeiten so oft deutlich.

Erste Welt von Direction Quad. Einzige Hindernisse sind Wände. Links bewegt sich Quad, rechts ist auf der anderen Seite einer Wand das Ende des Levels.
Fazit

An Direction Quad hat mich insbesondere das diagonale Bewegungsmuster interessiert. Das ist etwas knifflig umgesetzt, funktioniert mit etwas Eingewöhnung jedoch gut. Der allgemeine Schwierigkeitsgrad der Level ist dadurch bereits moderat und steigt durch die Eigenheiten der Welten zusätzlich an. Doch für mich entsteht dabei eine Schwierigkeitsspitze in der dritten Welt, nach der die weiteren Welten deutlich einfacher sind. Zudem fehlt bisweilen der Überblick über den weiteren Levelverlauf. Entsprechend fällt meine Empfehlung eher verhalten aus, auch wenn die diagonale Fortbewegung einen Blick wert ist.

Herzlichen Dank an eastasiasoft für die Bereitstellung des Testmusters. Nintendo-Switch-Spiel auf Nintendo Switch 2 gespielt.