Vor fast acht Jahren – recht kurz nach Release – bin ich damals mit Will auf Reisen gegangen. Habe einen Shop gegründet, Artefakte in der umliegenden Gegend gesucht und vorsichtig den passenden Marktpreis sondiert. Aber das Doppelleben als ausgefuchster Ladenbesitzer bei Tag und furchtloser Held bei Nacht ist noch nicht vorbei – seit einem halben Jahr können wir Will auf seinem nächsten Abenteuer begleiten. Dann werfen wir doch mal einen Blick auf den aktuellsten Early Access Stand von Moonlighter 2!
Aller Anfang ist schwer
Die Geschichte von Will geht nahtlos weiter und knüpft direkt an das Ende des Erstlings an, wir müssen aus unserem Heimatdorf fliehen. Komplett mittellos landen wir also in Tresna und bauen uns von dort nach und nach eine neue Existenz auf. Aber trotz dem engen Bezug ist es wirklich nicht notwendig den ersten Teil gespielt zu haben. Weder für die Mechaniken noch auf der Inhaltsebene.
Das allererste was ins Auge sticht, ist dass der gesamte optische Stil sich verändert hat – und auch die Perspektive. Der Sprung von der hübschen Top-Down Pixeloptik zur moderneren isometrischen 3D-Grafik, ändert schon ein wenig das Spielgefühl, aber relevanter ist dabei, dass sich auch der Aufbau des endlosen Dungeons stark vom Vorgänger unterscheidet. Dort waren die einzelnen Räume in der Regel auf einen einzigen Bildschirm beschränkt, sehr ähnlich wie The Legend of Zelda für den NES es damals bekannt gemacht hat. Nun sind einzelne Gebiete weitläufiger, wobei wir natürlich nicht mehr alle Widersacher auf einmal im Blick behalten können.

Und das passt auch dazu, dass sich das Kampfsystem insgesamt deutlich verändert hat. Vor allem das Positioning spielt eine größere Rolle, da die Kämpfe stärker auf Bewegung, Ausweichen und Gegnerverhalten ausgelegt sind. Auch das eigene Moveset wurde spürbar erweitert: Die Wahl der Waffe ist deutlich wichtiger geworden und bringt jeweils eigene Waffenskills mit sich. Klassisch für ein Roguelite finden sich unterwegs zudem neue Relikte, die den Spielstil weiter anpassen. Durch passende Synergien sorgen diese auch schnell dafür, dass sich jeder Durchlauf spürbar anders anfühlen kann. Die Gebiete selbst wirken trotz Zufallselementen allerdings noch recht ähnlich, dennoch merkt man hier klar, dass sich Moonlighter 2 wesentlich besser spielt als noch der Vorgänger.
Auf Schatzsuche!
Oft genug sacken wir dann die wohlverdiente Beute ein. Artefakte, juhuu! Genau deshalb sind wir ja da. Allerdings sollten wir nicht einfach alles in unseren Beutel werfen und weiterlaufen. Denn zum Einen bietet unser Beutel am Anfang gar nicht so viel Platz, den müssen wir erst nach und nach vergrößern. Und zum Anderen bringen Artefakte auch ihre besonderen Effekte mit sich. Beispielsweise werden manchmal bestimmte Artefakte direkt neben dem aktuellen zerstört. Andere sind immun gegen das Zerstören oder rematerialisieren sich danach erneut – nehmen aber die Gestalt (und den Wert!) von einem anderen an. Ich saß da so manches Mal länger als in einem Kampfraum, um das absolute Optimum herauszuholen. Ich meine, am Ende wollen wir natürlich nur das allerbeste zurück zum Shop bringen. Da nimmt man gerne die Puzzelei auf sich!

Findet dann schließlich unser Ausflug sein Ende, gilt es die heiße Ware an den Mann oder die Frau zu bringen. Wir packen also unsere besten Artefakte auf einzelne Podeste und setzen einen angemessenen Preis fest. Mit der Zeit lässt sich aber auch der Shop deutlich optimieren und verschiedenste Perks und Upgrades freischalten. Allerdings funktioniert das Verkaufen hier deutlich anders als noch im Vorgänger: während dort der Fokus noch darauf war den passenden Preis zu erraten und damit die Kasse klingeln zu lassen, haben wir hier schnell einen passenden Grundwert parat, den die Kunden bereit sind zu bezahlen. Nun geht es darum mittels Perks den Wert auf ein Maximum ansteigen zu lassen, was einfach nicht so natürlich und besonders wirkt, wie das was ich von Wills erstem Abenteuer in Erinnerung habe.
Am Ende des unendlichen Vaults
Aber natürlich ist Moonlighter 2 ja noch im Early Access und es wurde wirklich fröhlich an allen Ecken und Enden geschraubt. Mir persönlich hat zwar die Dungeonstruktur im Erstling mit den kleineren Abschnittshappen besser gefallen als der unendliche Dungeon den der zweite Teil so bietet. Das ist aber hier nur pure subjektive Präferenz – spielerisch macht Moonlighter 2 auf der Artefaktjäger-Seite einen großen Schritt nach vorne. Meine größte Kritik wäre allerdings klar das vereinfachte Shop-System – aber auch hier bin ich sehr gespannt was denn der 1.0. Release so mit sich bringen wird. Der aktuelle Stand macht auf jeden Fall noch Lust auf mehr!
Auf dem Steamdeck die tiefsten Tiefen des unendlichen Vaults durchschritten. Ein herzlicher Dank geht Digital Sun für die Bereitstellung des Testmusters.