My Tiny Garden (Review)

My Tiny Garden Artwork

So ein bisschen grün macht einfach jeden Raum gleich bedeutend freundlicher. Leider hab ich’s schon oft genug versucht (und werde es auch weiterhin!), aber da ich eher mit einem schwarzen Daumen ausgestattet bin, geht bei mir auch wirklich jede Pflanze ein. Aber hier, in My Tiny Garden, sollte doch mein kleiner Desktop-Garten vor mir sicher sein, oder?

Großer Garten ganz klein

Kurzerhand habe ich also neben dem Arbeiten meinen Garten angelegt, die erste Pflanze gekauft und direkt in einen hübschen Blumentopf gepackt. Kurz darauf auch die Gießkanne gezückt und mein Pflänzchen gut bewässert. Kurz darauf auch noch die Zweige geschnitten und ein bisschen gedüngt. Und wenn wir schon dabei sind, auch mit Insektenschutzmittel den Käfer abgeschüttelt, der sich da in die Blätter von meinem Schützling knabbern wollte. Jede Aktion ist dabei sehr simpel. Es reicht ein kurzer Klick auf den Beutel mit Dünger und ein weiterer auf das entsprechende Ziel, schon wird unser grüner Freund direkt umsorgt. Ist kein Werkzeug ausgewählt, dann beschenkt uns eine Topfpflanze mit ein paar Münzen, wenn sie angeklickt wird. Während die erste gerade einmal eine Münze pro Minute produziert, bieten spätere ein Vielfaches davon. Aber Vorsicht: wenn man die Bedürfnisse einer Pflanze ignoriert, sinkt auch die Rate, mit der Münzen erzeugt werden, rapide. Daher ist es sinnvoll, mit einem Rechtsklick regelmäßig die Bedürfnisse im Blick zu behalten.

Screenshot aus dem Spiel "My Tiny Garden"
Unseren Pflanzen soll es ja schließlich stets gut gehen

Aber letztendlich ist My Tiny Garden ja ein Idle-Spiel. Und es wirbt damit, ideal neben dem Lernen, Arbeiten und Surfen zu sein. Da ich mich selbst kenne und mich sehr leicht ablenken lasse, habe ich also ganz schnell den Overlay-Modus deaktiviert und meinen Garten wie ein normales Windows-Fenster behandelt. Ich wollte ja schließlich Arbeiten! Nach so einer halben Stunde schaute ich kurz vorbei. Und alle meine Pflänzchen waren verdorrt. Autsch. Das ist zwar hier im Spiel nicht unumkehrbar, aber dennoch war ich erstmal verdutzt. Gerade bei einem Idle-Spiel hätte ich nicht erwartet, dass ich mich so intensiv kümmern müsse. Natürlich kann man im späteren Verlauf auch eine Drohne für Edelsteine kaufen, die die Care-Arbeit übernimmt. Diese wirkte allerdings diese zu dem Zeitpunkt noch lange unerschwinglich. Also erstmal wieder das Spiel ausgemacht und sich voll und ganz der Erwerbsarbeit gewidmet.

Doch nicht so idle?

Von dem Moment an, als ich später wieder hineingeschnuppert habe, dauerte es dennoch noch ungefähr zwei Stunden intensive Pflege, optimierten Kauf weiterer Pflanzen und regelmäßiges Münz-Einsammeln, bis ich mir schließlich die Drohne leisten konnte. Von nun an war auch wirklich alles einfacher! Es wäre gut, wenn die automatisierte Hilfe ein wenig schlauer wäre – allem Anschein nach werden die nächsten Ziele recht früh berechnet und sie realisiert nicht, dass ich eine Aufgabe schon selbst übernommen habe – aber davon ab, gingen mir nun wenigstens keine Pflanzen mehr ein! Also fast. Als ich mal meinen Garten ein bisschen umgestaltet habe – ein bisschen Deko gekauft, meine Pflänzchen verschoben, das übliche eben –  fror sie plötzlich ein. Und weil ich es endlich wie ein Idle-Spiel spielen konnte, habe ich es viel zu spät realisiert, so dass sich auch virtuell mein schwarzer Daumen gezeigt hat. So oder so finde ich allerdings, dass gerade einmal so 5 Minuten ignorieren schon arg schnell ist. Aber gut.

Screenshot aus dem Spiel "My Tiny Garden"
Mit etwas Pflege gedeiht bald ein wunderschöner Garten auf dem Desktop

Das ist im Übrigen auch die maximale Zeit für die Münzen angesammelt werden können. Hole ich diese innerhalb dieser Zeitspanne nicht ab, so verfällt jede weitere über diese Grenze hinaus. Und auch die Drohne nimmt mir den Job des Geldeintreibers nicht ab. Ach, und während man offline ist, gibt es auch keinen Fortschritt. Macht aber letztendlich auch nichts, denn alles was man kaufen kann ist in überschaubarer Zeit erreichbar, wenn man seinen Garten breit genug aufstellt. Und mit ein bisschen Glück kann man auch eine der begehrten bunten oder goldenen Varianten ergattern. So simpel das klingen mag, ich habe mich tierisch gefreut, als die ersten bunten Blätter in meiner Bildschirmecke erstrahlt sind.

Eine kleine Ruheoase im Alltag

Das klingt jetzt alles ein bisschen negativer, als es tatsächlich gemeint ist. Ich hatte ein bisschen andere Erwartungen an ein Idle-Spiel, zumal man sich hier in der Anfangsphase schon eher intensiv damit befassen muss – und das Gameplay eher zweckmäßig ist und keinerlei Herausforderung bietet und bieten will. Aber das ist tatsächlich hier alles zweitrangig – da das, was es sein möchte: ein entspannende hübsche Desktop-Deko und ein hübscher virtueller Garten, der mir auch jetzt während ich diese Zeilen tippe entgegenstrahlt. Und da die Automatisierung inzwischen gut funktioniert, wird My Tiny Garden wohl auch noch eine ganze Weile ein Begleiter für mich sein. Als kleine Ruheoase beim Surfen oder kurze Entspannung während der Arbeit funktioniert es nämlich hervorragend.

Vielen Dank an Frozen Logic Studios für die Bereitstellung des Testmusters. Gegärtnert auf dem PC via Steam.