Snoopy & The Great Mystery Club (Review)

Kurze Beinchen, schwarze Schlappöhrchen und eine Hütte die der Größe seines Schädels nicht gerecht wird. Snoopy hat es nicht immer leicht. Dabei liegt es nicht an ihm, sondern seinem Besitzer. Charlie Browns Haustier zu sein, dürfte für kein Tier ein besonders einfaches Leben sein. Selbst ein Stein mit Wackelaugen käme hier nicht zur Ruhe. Grundsätzlich stellt sich bei den beiden aber die Frage: wer geht hier eigentlich mit wem Spazieren? 

In Snoopy & The Great Mystery Club kommt es ganz darauf an wen man fragt. Charlie Brown würde nicht zugeben, dass er an der Nase herumgeführt wird aber eigentlich wissen alle, dass Snoopy nun mal den Ton angibt. Wobei eigentlich? Bei allem. Aber in diesem Spiel ist der kleine Beagle ein besonderer Schnüffler: ein Detektiv. Es gilt nach und nach kleine Rätsel zu lösen, Spuren zu verfolgen, Minispiele zu meistern und auf dem Weg durch die Nachbarschaft keine verborgenen Süßigkeiten liegen zu lassen. 

Dafür erhält Snoopy nach und nach weitere Verkleidungen. Jede einzelne gibt ihm eine Spezialfähigkeit. Insgesamt fünf Kostüme helfen ihm dabei die Rätsel dieser Vorstadt zu lösen und die Fälle der Peanuts aufzuklären. Viele Bereiche können nur mit speziellen Fähigkeiten freigeräumt werden. Zum Beispiel mit einem Laubbläser, wofür das Gärtnerkostüm benötigt wird. Besonders knifflig wird die Auswahl, wenn man einen kleinen Woodstock – den gelben, lustigen Vogelfreund unseres Helden – findet und einsammeln möchte. Diese sollten auf keinen Fall vernachlässigt werden, da man eine bestimmte Anzahl braucht, um das Spiel zu vervollständigen. 

Alles muss man selber machen.

Die Fälle erhält Snoopy von den anderen Peanuts. Mal wird ein Drachen vermisst, ein anderes mal fehlen Karteikarten für eine psychotherapeutische Sitzung und den Kampf gegen Charlie Browns nächsten Nervenzusammenbruch. Aber zum Glück muss der kleine Weltenretter und Kanarienvogelversteher nicht allein ins Abenteuer. Neben Charlie Brown schließen sich mit der Zeit immer mehr Charaktere dem Mystery Club an und wollen helfen die Rätsel zu lösen. Das Team lässt sich im Menü entsprechend zusammenstellen. 

Manchmal braucht auch ein 75 Jahre alter Beagle die Hilfe seines von emotionalen Problemen geplagten Dosenöffners. Vor allem bei den Minispielen. Diese stehen dem Fortschritt nur marginal im Weg, da sie wirklich unglaublich einfach sind. Charlie Brown muss in einem Spiel beispielsweise sein Können im Baseball demonstrieren. Ein anderes mal gilt es ein Symbol oder einen Gegenstand in einer Art Wimmelbild wiederzufinden. Eben Spiele, die auch unbedarfte oder sehr junge Spieler:innen locker meistern könnten. 

Immerhin hat Charlie nicht den Schläger in der Hand.

Und dabei gibt es ein Problem. Das Spiel hat ausschließlich eine englische Sprachausgabe. Die Texte werden auf Deutsch angezeigt, aber der komplette Humor geht dabei verloren. Das ist sehr schade und schadet nicht nur dem Spielspaß der jüngeren Zielgruppe, die vor allem auch eventuell noch nicht lesen kann, sondern auch der älteren Spielerschaft, die sich aufgrund der Nostalgie in diese Spielwelt verläuft. 

Irgendwo zwischen Idee und Release muss etwas schiefgelaufen oder die Lust auf das Spiel flöten gegangen sein. Denn es wirkt unfertig und teils leblos. Ich war als Kind ein großer Fan von den Peanuts und auch, wenn ich sehen kann, dass grundsätzlich jeder Charakter seine ganz eigenen Quirks auch in diesem Spiel zeigt, so ist die Zusammenstellung nicht wirklich rund oder harmonisch. 

Dadurch, dass die Mischung aus Gameplay und Präsentation für keine der Zielgruppen passt, bin ich doch ziemlich enttäuscht. Es ist nicht unspielbar und macht auch für ein paar Minuten hier und dort Spaß, aber es hebt sich auch nicht von der Masse an Spielen ab. Vor allem wird es dem Franchise gegenüber nicht gerecht, was ich wirklich unglaublich schade finde. 

Ein herzliches Dankeschön an GameMill Entertainment für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet auf Xbox Series X.