The August Before (Review)

Artwork und Logo zu the August Before

Da sitzen wir also wieder. In einem unaufgeräumten Teenagerzimmer, geöffneten Koffer und sammeln ein paar wertvolle Besitztümer zusammen und entscheiden, was denn mit uns ins nächste große Abenteuer des Lebens begleiten wird. Und genau diese Situation dürfte vielen von uns ohnehin bekannt vorkommen. The August Before entführt uns also in diesen Moment zurück und erzählt zugleich die Geschichte dreier junger Künstlerinnen. 

Wir starten direkt im Zimmer der titelgebenden Augustine, einer jungen Modedesignerin, die für ihr Leben gerne schneidert. Ihr Zimmer im Elternhaus, ganz im Chaos versunken, quillt über vor Stoffen, Garn und Knöpfen. Aber auch jede Menge Notizen, Fotos, Klamotten und vieles weitere finden wir an allen Ecken und Enden. Bewaffnet mit einer Papierliste, die wir jederzeit mittels Tastendruck einblenden können, suchen wir also alles, was unbedingt mit uns auf Reisen gehen muss. Und ganz nebenbei räumen wir natürlich auch noch das Zimmer auf. Wir wollen ja schließlich keinen Saustall hinterlassen. Also die erstbeste Kassette geschnappt und in den Kassettenrecorder gestopft, Musik an – und los gehts!

The August before nimmt uns mit auf eine Zeitreise

Post-Its mit kleinen Kritzeleien und durchgestrichenen To-Dos landen im Müll, Fotos in der Erinnerungsbox und lose Stoffe in einer großen Kiste. Irgendwo dazwischen tauchen dann auch mal wichtige Dokumente auf, die wir dringend an die Universität mitnehmen müssen! Dazwischen fällt uns auch einmal eine Box in die Hände, die mit einem Zahlencode versehen ist, den wir natürlich unbedingt knacken müssen. Überhaupt sind hin und wieder ein paar kleine Rätselchen eingestreut, um alles ein bisschen aufzulockern. Besonders tiefgründig oder anspruchsvoll werden diese zwar nicht, aber sie verändern das Tempo und den Ablauf genug, so dass sie eine willkommene Abwechslung darstellen.

Screenshot aus dem Spiel "The August Before"
Alle wichtigen Fotos finden natürlich im Fotoalbum ihren verdienten Platz

Überhaupt ist das Spielerische sehr simpel gehalten. Wir laufen mit den Pfeiltasten durch die Gegend und interagieren mit wenigen Gegenständen mit der E-Taste. So können wir beispielsweise auf einen Stuhl steigen und auch höher gelegene Gegenstände erreichen. Aber die Hauptinteraktion geschieht durch die beiden Maustasten. Mit der linken nehmen wir Gegenstände auf bzw. legen diese wieder hin. Leider ist es ein paar Mal passiert, dass ich meine aktuelle Fracht an falscher Stelle losgelassen habe, und es so unter einen Teppich geglitcht ist und den Gegenstand nicht mehr aufheben konnte. Das konnte zwar durch Neuladen behoben werden, war aber trotzdem schon ärgerlich. 

Einblicke in mehrere Leben

Es macht aber auch Sinn, die einzelnen Gegenstände genauer zu untersuchen. So finden wir auf der Rückseite manches Mal noch ein paar kleinere Notizen, die uns mehr über das Leben der drei Frauen erzählen. Und ja, drei. Neben Augustines Zimmer können wir im späteren Verlauf auch noch in die Zimmer der Fotografin Ivy und Malerin Beth hineinschnuppern und diese auch auf Vordermann bringen. Kern des Spiels ist auch ganz klar die Geschichte, die alle drei Frauen miteinander verbindet und eher subtil durch gefundene Fotos und Nachrichten erzählt wird. Vor allem der Subtext ist schon sehr stark zwischen den Zeilen versteckt und kann sehr leicht überlesen werden. Gerade wenn man nicht mit voller Aufmerksamkeit auch kleinere Schnipsel beachtet. 

Persönlich hat mich die Geschichte von August, Ivy und Beth allerdings nicht wirklich mitgenommen. Dadurch war ich am Ende der knapp 2,5 Stunden zwar ganz gut unterhalten, allerdings zugleich auch satt genug. Besonders das Audiovisuelle lädt dabei sehr zur Entspannung ein, aber insbesondere die manchmal etwas hakelige Steuerung und die Glitches sorgen dafür, dass gerade jede Entspannung manchmal doch etwas auf der Strecke bleibt. Für die, die es noch nicht kennen würde ich eher zu Unpacking raten, das einen ähnlichen Gameplayloop bietet und dabei polierter ist. Dennoch bleibt The August before ein unterhaltsamer Ausflug zurück in die Teenager-Zeit.

Auf dem PC mich durch Erinnerungen gewühlt. Ein herzlicher Dank geht an
Catoptric Games und Silly Little Games für die Bereitstellung eines Mustercodes.