Manche Genre-Mixes wirken auf den ersten Blick ziemlich unintuitiv, können aber in ihrer Umsetzung durch einen kompetenten Entwickler dann doch positiv überraschen. Minishoot‘ Adventures versucht sich an genau so einer unorthodoxen Kombination und vereint Twin-Stick-Shooter-Action mit einer aus der The Legend of Zelda-Reihe entlehnten Spielstruktur. Herausgekommen ist ein kreatives und motivierendes Spiel, das keine Risse zwischen den grundverschiedenen Ansätzen erkennen lässt.
In Minishoot‘ Adventures spielt man ein kleines, bewegliches Raumschiff, das vier mächtige violette Totenschädel sammeln muss. Das Problem ist, dass diese Totenschädel tief in vertrackten Dungeons in der Spielwelt versteckt sind und auch der Zugang zu den Dungeons selbst alles andere als trivial ist. Während der Weg zum ersten Dungeon noch ein wenig geführt ist, ist der weitere Weg durch die Spielwelt von Minishoot‘ Adventures ganz dem Erkundungswillen des Spielers überlassen.

Die Oberwelt von Minishoot‘ Adventures ist äußerst verwinkelt und ist zu Beginn des Spiels auch nur recht eingeschränkt erkundbar, denn an einigen Stellen bedarf es spezieller Fähigkeiten, um weiterzukommen. Diese gibt es insbesondere als Dungeonitems in den Dungeons selbst zu finden. Meinem Eindruck nach ist die Reihenfolge der Dungeons durch die Notwendigkeit dieser Dungeonitems fest vorgeschrieben, allerdings greift die Beschränkung teilweise erst recht kurz vor dem Leveleingang. Dadurch ist es teilweise zu Beginn des Spiels etwas schwierig, sich in der Oberwelt zu orientieren, und es kann leicht passieren, dass man erst einmal im falschen Gebeit nach dem nächsten Dungeon sucht.
Das Dungeon-Design erinnert konzeptuell stark an The Legend of Zelda – also den ersten Teil. Das heißt, dass Kämpfe und Erkundung klar im Vordergrund stehen, wohingegen Rätsel nahezu keine Rolle spielen. Es gibt zwar hin und wieder mal einige Schalter zu aktivieren, aber ernsthaft knobeln, um eine Stelle zu überwinden, muss man im gesamten Spiel nicht. Nichtdestotrotz gibt es in der Mitte des Dungeons stets ein zusätzliches Item, das den Dungeon deutlich stärker öffnet, neue Wege ermöglicht und auch zur ausgiebigen Erkundung neuer Oberweltengebiete einlädt. Abgeschlossen wird der Dungeon dann mit einem Endgegner. Es ist bemerkenswert, wie gut diese Grundstruktur mit dem Shooter-Gameplay zusammengeht und wie sehr die Spieldynamik eines Zelda-Spiels trotz völlig anderer Interaktionsform aufgegriffen wird. Besonders Fans des ersten Zelda-Spiels dürften sich hier klar abgeholt fühlen.

Das Shooter-Gameplay in Minishoot’ Adventures ist gut gelungen, setzt aber auf einige Upgrades, die man im Spiel freischalten kann – sowohl in Form von Dungein-Items, als auch in Form von kaufbaren Fertigkeiten und einem Skilltree, basierend auf der Zahl der Gegner, die man erledigt hat. Hier kann man Reichweite, Schussstärke, Schussfrequenz, Bewegungsgeschwindigkeit und mehr einzeln upgraden. Bei Bedarf ist es jederzeit möglich, seine erworbenen Skillpunkte im Skilltree umzuverteilen, so dass man unbesorgt mit den verschiedenen Verbesserungen experimentieren und sie den aktuellen Begebenheiten anpassen kann. Alle Upgrades wird man in einem üblichen Durchlauf aber sicherlich nicht erhalten. Die Lebensenergie kann schließlich über das Sammeln von Herzteilen von anfangs drei auf maximal zehn Herzcontainer aufgewertet werden.
Die Erkundung des Spiels macht eine Menge Spaß, allerdings hat Minishoot‘ Adventures eine Eigenart, die etwas frustrierend sein kann, denn es gibt, abgesehen von den Dungeoneingängen keine Rücksetzpunkte im Spiel. Das heißt, wenn man ein Kartenareal ausgiebig erforscht und dabei verendet – was gerade zu Beginn des Spiels schnell passieren kann – landet man stets wieder am Spielbeginn. Man behält zwar alles, was man gesammelt hat, aber den Weg zurück zu dem Punkt zu finden, an dem man gestorben ist, kann eine ganze Menge Zeit in Anspruch nehmen und da man die Karte auch nur stückweise freischalten kann, indem man sie an bestimmten Punkten im Spiel aufsammelt, kann die Orientierung im Fall eines vorzeitigen Verendens ein echtes Problem sein.

Hat man Probleme mit den teilweise sehr dichten gegnerischen Angriffen, bietet das Spiel einige Optionen, um die Kampfschwierigkeit zu reduzieren. Zunächst einmal gibt es drei Schwierigkeitsstufen, zwischen denen man wählen kann, hinzu kommen aber noch eine Reihe von Hilfsfunktionen wie insbesondere das automatische Zielen und Schießen, die etwas Last vom Spieler nehmen können, ohne das Spiel zu trivialisieren.
Minishoot‘ Adventures ist ein gut designter Hybrid aus Twin-Stick-Shooter und Action-Adventure, der durchgehend unterhaltsam und einfallsreich ist. Wer den zugrundeliegenden Spielkonzepten nicht abgeneigt ist, dem sei das Spiel auf jeden Fall nahegelegt, da Minishoot‘ Adventures jedenfalls derzeit eine einzigartige Spielerfahrung darstellt.

Vielen Dank an Seaven Studio für die Bereitstellung des Testmusters.