Rares beeindruckender Lauf an Donkey Kong 2D-Jump & Runs findet seinen Abschluss in Donkey Kong Land 3 für den Game Boy. Als einer der letzten großen für den monochromen Game Boy konzipierten Titel hat Donkey Kong Land 3 allerdings eine Besonderheit. Während es im Westen als reiner Schwarz-Weiß-Titel (oder Grün-Gelb?) erschienen ist, mussten Japaner für Donkey Kong Land 3 einen Game Boy Color vorweisen. Im Gegenzug haben sie natürlich eine komplett in Farbe gesetzte Version des Spiels erhalten, die ihrerseits leider nie den Weg in den Westen gefunden hat. Davon ab sind die beiden Versionen des Spiels aber nahezu identisch.
Wie schon die beiden Vorgängertitel orientiert sich auch Donkey Kong Land 3 sehr eng an dem zuvor erschienen SNES-Titel, in diesem Fall also an Donkey Kong Country 3. Die Hauptrolle spielen also Dixie Kong, die mit ihrem Propeller-Haar besonders geeignet für knifflige Plattformaufgaben ist, und der starke Kiddie Kong. Nicht den Weg auf den Game Boy nehmen konnte allerdings die dynamischere Weltkarte, die auf dem SNES noch erlaubt hat, sich stellenweise frei über die Karte zu bewegen. In Donkey Kong Land 3 wählt man hingegen klassisch linear das jeweils zu spielende Level aus.

Während Donkey Kong Country 3 im Vergleich zu seinem Vorgänger eher ein Rückschritt ist, kann Donkey Kong Land 3 mit einem etwas besseren und selbständigeren Leveldesign, sowie kleinen Detailverbesserungen gerade was die Lesbarkeit des Spiels und den Spielfluss anbelangt punkten. Die Levelthemen sind wie gehabt von dem SNES-Vorbild übernommen, profitieren aber deutlich von den etwas einfacheren Hintergrundgrafiken, die zudem in der Farbvariante auf dem Game Boy Color in der japanischen Version noch etwas besser zuzuordnen sind.
Die Unterschiede zwischen den spielbaren Kongs, Dixie und Kiddie, sind wieder etwas markanter als noch im zweiten Donkey Kong Land, da Kiddie im Gegensatz zu Dixie deutlich behäbiger ist. Im Gegenzug ist Kiddie aber äußerst stark und kann einige Gegner aus dem Weg räumen, die für Dixie allenfalls mit Unterstützung eines herumstehenden Fasses zu besiegen sind. Die vielen unterschiedlichen Typen von Sammelgegenständen aus Donkey Kong Country 3 finden auch im kleinen Geschwisterspiel Verwendung. Einerseits wirkt die Vielzahl verschiedener Objekte, die es zu beachten gilt – zweierlei Münzen, eine DK-Medaille und die KONG-Buchstaben – eingangs etwas überladen, andererseits machen sie die Struktur etwas transparenter und erleichtern somit sogar den vollständigen Abschluss des Spiels. Die vielen Geheimareale im Spiel sind durchdacht platziert und erfordern nur selten unorthodoxe Methoden. Meist sind die Verstecke als Parallelwege oder schwierige optionale Passagen einfach zu erkennen.

Technisch ist Donkey Kong Land 3 die beste Umsetzung des vorgerenderten Stils auf den Game Boy und kann mit liebevollen Animationen und detaillierten Umgebungsgrafiken begeistern, ohne das Bild derart zu überladen, dass man Schwierigkeiten bekommen könnte, die Umgebung zuzuordnen. Dem Game Boy-Team ist es im dritten Anlauf gelungen, die Reihe auf angemessene Weise in das mobile Format zu überführen, ohne große Frustrationen mitzubringen. Wer Donkey Kong Country 3 mag, der findet in Donkey Kong Land 3 mehr gute Level in einem sehr ähnlichen Set-Up.
Donkey Kong Land 3 ist der beste Teil der Land-Serie und kann sich auch neben den Country-Spielen durchaus sehen lassen. Die Limitierungen der Plattform wurden sinnvoll berücksichtigt und ein durchdachtes Leveldesign mit vielen gut designten Geheimnissen sorgt dafür, dass Donkey Kong Land 3 sicherlich einige Stunden im Modulschacht verbleibt.

Getestet auf Game Boy.