Encased (Vorschau)

Mit die ersten West-RPGs, die ich damals gespielt habe und die mich sofort in ihren Bann gezogen haben waren Fallout und Fallout 2. Wenn ich also behaupte, dass Encased doch sehr stark daran angelehnt ist, dann ist das ein großes Kompliment von mir. Das Spiel mag auch andere Vorbilder haben, aber die alten Fallout Spiele sind auf jeden Fall eine sehr starke Inspirationsquelle. Encased will ebenso wie Fallout mit einer postapokalyptischen Welt, die viele Freiheiten bietet und einem taktischen Kampfsystem begeistern, aber aller Anfang ist zäh.

Die Vorgeschichte von Encased beginnt damit, dass im Jahre 1971 plötzlich eine riesige Kuppel entdeckt wird und keiner weiß was sich unter dieser verbirgt. Der kalte Krieg ist durch den Fund sofort beendet und es wird ein multinationaler Konzern zur Erforschung der Kuppel gegründet. Lebewesen, die einmal die Kuppel betreten haben, können diese nicht wieder verlassen. Doch das hält niemanden auf und so beginnt die Forschung an und in der Kuppel. Im Jahr 1976 ist es dann so weit und die Protagonistin oder der Protagonist des Spiels will ebenfalls einen Job unter der Kuppel antreten.

Man kann man sich dafür einen aus vielen vorgefertigten Charakteren auswählen oder einen Charakter selber kreieren. Das Spiel startet in einem Fahrstuhl, der einen von oben geradewegs ins Zentrum unter der Kuppel transportiert. Damit beginnt dann auch die relativ lange Einführungsphase des Spiels. Anfangs bekommt man einige Erklärungen wie man mit Personen und Gegenständen interagiert und anderes. Gespräche haben wie üblich in dem Genre einige Gesprächsoptionen zu bieten. Viele davon haben aber bestimmte Charakterwerte oder anderes als Voraussetzung.

Der Anfang des Spiels ist so zäh, weil man da noch ungewohnt wenig Freiheiten hat. Man läuft eigentlich recht linear durch die Station in der man ankommt und kann mit vielen Personen sprechen, mit manchen muss man sprechen. Bei diesen Gesprächen wird man zu Anfang mit allerlei Informationen über die Spielwelt bombardiert. Ja bombardiert, denn das ist meiner Meinung nach für den Anfang einfach zu viel und ich habe mir zwischendurch mehr Freiheiten gewünscht und die Möglichkeit zu spielen und die Welt nach und nach zu entdecken.

Bis es dann endlich soweit war sind bei mir gut 5 Spielstunden vergangen. In der Station vom Anfang, bekommt man den Auftrag eine Station zu untersuchen zu der die Verbindung abgebrochen ist. Auf dem Weg gibt es noch einen kleinen Zwischenhalt an einer Tankstelle, an der man schon ein paar kleinere Nebenquests und sich mit dem Kampfsystem vertraut machen kann. Hat man dort alles erledigt, dann geht es in die Station und daran die Ursache zu finden. Auch dort kommt es immer mal wieder zu unvermeidbaren Kämpfen.

Ich habe Encased mit einem Charakter gestartet, der gut kämpfen können sollte, und dennoch hatte ich am Anfang damit ziemliche Schwierigkeiten. Die Trefferquote war miserabel und eine Rüstung fehlte dem Charakter auch, so dass man nicht viel ausgehalten hat. Gerade anfangs an der Tankstelle oder auch bis man in der Station drin ist, hat man wenige Möglichkeiten seinen Charakter zu heilen. Und auch andere Hindernisse machen einem das Spiel am Anfang etwas schwer.

Wenn man in dieser Station an seinem Ziel angekommen ist, passiert etwas und eine große Anomalie in der Kuppel unterwegs und zerstört einiges oder lässt Menschen durchdrehen. Jedenfalls sind, sobald man den Charakter wieder steuern kann, scheinbar einige Jahre vergangen und die Ordnung unter der Kuppel hat etwas gelitten. Die Welt scheint jetzt so chaotisch wie man sie in postapokalyptischen Spielen erwartet.

Ab dem Zeitpunkt wird das Spiel besser. Mein Charakter ist mittlerweile ein paar Level aufgestiegen und trifft auch ab und zu mal. Nach und nach findet man nun Ausrüstung und ist für die Kämpfe auch besser gerüstet. Wenn man sich gründlich umschaut findet man auch Medikits zum Heilen oder Drogen um bestimmte Statuswerte vorübergehend zu verbessern. Die Welt ist jetzt relativ frei erkundbar. Die Weltkarte bereist man nicht direkt, sondern es bewegt sich ein Punkt auf der Karte von Start zum Ziel vorwärts. Auch das ist aus den alten Fallout Games abgekupfert. Auf der Reise können Zufallsbegegnungen die Reise unterbrechen. Manchmal sind diese Begegnungen friedlich und manchmal trifft man auf Feinde.

Sobald man die erste Ortschaft erreicht hat und mit ein paar NPCs gesprochen hat, kann man schon einige Quests annehmen, die man in beliebiger Reihenfolge angehen kann. Auch Gruppenmitglieder kann man hinzugewinnen. Man kann auch fast mit allen Charakteren handeln. Mehrere Fraktionen konkurrieren um die Vorherrschaft in der Welt von Encased. Durch seine Handlungen und Entscheidungen kann man beeinflussen wie gut diese auf den Spielcharakter zu sprechen sind.

Das Kampfsystem selbst läuft rundenbasiert ab. Die spielbaren Charaktere haben eine bestimmte Anzahl an AP. Jedes Feld, dass man den Charakter vorwärtsbewegt, kostet AP. Die AP benötigt man ebenfalls fürs Angreifen oder das Nutzen von Fertigkeiten und Spezialangriffen. Hat man seinen Zug mit dem Charakter beendet und noch AP übrig, kann man diese für die nächste Runde aufbewahren oder seine Abwehr damit verstärken. Nach und nach sind Gegner NPCs und Spielercharaktere dran, je nachdem wie hoch die Initiativewerte sind.

Erfahrungspunkte kann man zwar durch Kämpfe sammeln, aber den größten Teil erhält man durch Erkundung der Welt und Erledigung von Quests. Hat man genug Erfahrungspunkte für einen Levelaufstieg, dann bekommt man wie in so einem Spiel üblich einige Punkte, die man auf seine verschiedenen Kampf- und Nichtkampffertigkeiten verteilen kann. Die Kampffertigkeiten unterscheiden nach den verschiedenen Waffentypen. Nichtkampffertigkeiten sind z.B. Medizin oder Technik.

Technisch lief Encased bis zum jetzigen Zeitpunkt einwandfrei bei mir, obwohl es noch im Early Access bei Steam ist. Woran es dem Spiel etwas mangelt ist Atmosphäre. Da kann es noch etwas zulegen. Allerdings haben Dark Crystal Games schon angekündigt, dass bereits an Sprachaufnahmen gearbeitet wird. Auch anderes ist noch in Arbeit und Planung. Mit einer verkürzten Einführung, der Sprachausgabe und einem gut ausbalancierten Kampfsystem könnte uns hier ein gutes Spiel erwarten.