Dies ist mein erstes Arcade Archives Spiel, weshalb ich mir im Zuge des Testens die Unterschiede zwischen Arcade Archives und Arcade Archives 2 mal grob durchgelesen habe. Die Arcade Archives 2 Spiele bilden die entsprechenden originalen Spiele der damaligen Arcade Hallen akkurat ab und liefern dabei nette zusätzliche Komfort-Funktionen. Im Gegensatz zur ersten Version von Arcade Archives bieten diese dazu einen Time Attack sowie Splitscreen Modi (sofern Multiplayer im Original vorhanden). Im Übrigen sind ACA2 Spiele nur auf den aktuellen Geräten erhältlich, hingegen ACA1 Spiele auf den älteren PS4 und Nintendo Switch.
Arcade Archives 2 Rave Racer ist nun ein weiteres 3D-Rennspiel im Bunde dieser neuen Reihe (es gibt auch eine ACA1 Version), nach Aqua Jet und Ridge Racer. Wie üblich aus dem Hause HAMSTER Corporation.

Seltsame aber logische Menüführung
Wenn man die Arcade Archives Reihe noch nicht kennt, ist man erst einmal recht verwundert über die Menüführung. Man wählt Modi wie z.B. Splitscreen und landet dann erst im eigentlichen Spiel, welches dann wiederum seine eigene Menüführung hat.
Man denkt vorneweg nicht wirklich drüber nach, aber dies ergibt natürlich komplett Sinn. Die Reihe emuliert ja die Spiele 1zu1 und daher muss auch die ganze Gestaltung im Spiel selbst dann so umgesetzt sein, als würde man eine Münze einwerfen und man nur begrenzt Zeit für Auswahl und so hat.
Wählt man Splitscreen bekommt jeder Spieler einen eigenen Bildschirm, als stünde jeder vor seinem eigenen Automaten. Hier wurde sogar darauf geachtet, dass die anderen Spieler andere Autos fahren (wie in den Spielhallen, soweit ich recherchiert habe). Wählt man z.B. Time Attack oder Caravan Mode wird man innerhalb des Spiels automatisch durch die Menüs geleitet, da es hier um Highscores und demnach klare gleiche Bedingungen geht.
Innerhalb des Spiels hat man jederzeit die Möglichkeit zu pausieren und kann darin verschiedene Einstellungen vornehmen oder das Spiel neu starten. Geänderte Einstellungen erfordern jedoch generell einen Neustart.

Rave Racer ist sehr rasant, aber altbacken
Genau wie Ridge Racer ist Rave Racer (welches übrigens der dritte Teil der Ridge Racer Reihe ist) ein flotter purer Arcade Street Racer. Es ist schnell, es gibt eine leichte Drift-Funktion und sonst eigentlich keine extravaganten Funktionen.
Wobei doch, es gibt eine optionale Gangschaltung und je nach Version sogar in einer sehr interessanten Umsetzung, bei der der rechte Knüppel einen echten Schaltungs-Knüppel simuliert, mit mehreren Positionen. Dies fand ich sehr witzig, auch wenn ich dennoch lieber Automatik fahre.
Leider hat Raver Racer (logischerweise) die Altlasten von damaligen Arcade Rennspielen im Kofferraum. Denn hier läuft konstant eine Zeit mit und schafft man es nicht, vor Ablauf der Zeit durch die Check-Points zu fahren, ist die Runde einfach vorbei (auch im Splitscreen!). Dies kann man im normalen Modus abmildern, da sich hier ein Schwierigkeitsgrad einstellen lässt, was einfach nur die Zeit erhöht, damit wird der normale Modus auch netter, aber ist eigentlich auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Vor allem deshalb weil die Zeit so knapp bemessen ist, dass ich Strecke 3 und 4 partout nicht schaffe zu beenden (vom 1. Platz träume ich hier nicht mal …).

Dafür hat Rave Racer eine wirklich tolle Präsentation
Dem entgegen steht glücklicherweise die bunte Präsentation. Das Spiel hat natürlich keine gute Grafik mehr, aber durchaus einen schönes Retro-Polygon-Charme. Es ist schön bunt und man kann sogar in den Einstellungen sein Fahrzeug ändern (was in Arcade Hallen die Betreiber in den Geräteeinstellungen tun mussten). Dies funktioniert jedoch nicht in den Highscore-Modi. Wer außerdem in Ridge Racer enttäuscht war, dass man nur in Egosicht fahren konnte, kann sich hier freuen, denn Rave Racer bietet eine Ansicht aus der dritten Person. Was auch die Fahrzeugwahl nochmal interessanter macht.
Das Spiel ist überraschend aufreizend. Im Intro ist bereits eine attraktive Dame zu sehen, doch im Splitscreen fiel mir dies in der Auswahl ebenso auf und auch gibt es Werbetafeln mit Damen drauf. Ich mag das, aber hat mich doch etwas überrascht.
Ein wahres Highlight ist die Musik! Diese alleine motiviert mich das Spiel ein wenig länger zu probieren, da mir der Vibe gefällt. Die Sprecher hingegen werden schnell nervig.

Ist das alles?
Auch hier könnte man meinen es ist logisch, aber ich habe da wirklich nicht drüber nachgedacht, dass Arcade Rennspiele (von damals) nur sehr wenig Spielumfang hatten. Rave Racer hat nur 4 Strecken, wobei Strecke 3 lediglich eine längere Version von Strecke 1 ist.
Das ist halt wirklich wenig, speziell für den Preis. Klar, ich finde es auch toll dass solche Spiele, die exklusiv für Arcade waren, nun durch diese Reihe zugänglich sind. Aber gerade in solchen Fällen empfände ich ein Bundle oder ähnliches sehr angemessen.
Zwar sind natürlich die ganzen neuen Komfortfunktionen und Highscore-Modi wirklich eine nette Sache und werten das ganze auch ordentlich auf, aber andererseits ist ja gerade ersteres bei Remaster/Ports, dieser Art von solch alten Spielen, doch schon ziemlich Standard geworden.

Fazit – Ich mag Rave Racer, aber würde es mir für den Preis nicht kaufen
Arcade Archives 2 Rave Racer ist ein super umgesetzter Port des originalen Spiels aus den Arcade Hallen. Doch leider kann ich dies (wenn auch nur knapp) nicht gut bewerten, wenn ich den Umfang des Spiels betrachte. Natürlich können HAMSTER ja nichts dafür, dass das Original so wenig Umfang bot, aber andersrum stünde ihnen nichts im Wege z.B. ein Bundle aus Ridge Racer bis Rave Racer zu machen.
Hier möchte ich mal ausnahmsweise erwähnen, dass ich vermute mein Redaktionskollege Sebastian würde dem Spiel grün geben. Rave Racer scheint nach meiner Recherche in allen Belangen ein Upgrade von Ridge Racer zu sein und demnach: Wenn ihr mit seinem Review zu Arcade Archives 2 Ridge Racer konform geht, empfehle ich euch ebenso klar Rave Racer!

Mag ich
– Toller Soundtrack
– Sehr bunt mit ein wenig Eye-Candy
– Gutes Feeling im Gameplay
– Nette Modi wie Time Attack
– Nette Einstellungsmöglichkeiten
– Gut umgesetzte Arcade-Erfahrung
Mag ich nicht
– Magerer Spielumfang
– Mit der Zeit nervige Sprecher
– Sehr schwer, was vor allem wegen dem Timer in der Rennen schnell zu Frust führen kann
– Keine Fahrzeugauswahl für Time Attack, Caravan und Highscore
Vielen Dank an HAMSTER Corporation für die Bereitstellung des Testmusters. Gespielt auf PlayStation 5.