Squeakross: Home Squeak Home (Review)

Ratten im Haus zu haben ist das letzte. Sie kacken einem in jede Ecke, nagen an Vorräten und anderen Dingen und krabbeln die halbe Nacht durch die Bude. Da fragt man sich doch, ob sie einen in Ruhe lassen, wenn man ihnen ihr eigenes kleines Häuschen möbliert. In Squeakross: Home Squeak Home macht man nichts anderes. Neben einer langen Liste an Nonogrammen. 

Zuallererst geht es allerdings erst einmal in einen Editor, um eine kleine süße Ratte zusammenzuwürfeln. Der Editor lässt kleine Rattenliebhaberherzen höherschlagen, denn die Auswahlmöglichkeiten sind immens. Neben Fellfarbe, Nasenlänge und dem Namen lassen sich viele andere Kleinigkeiten anpassen und verändern. Von “ultrasüß” bis “Pinkys böser Zwilling” mit fehlendem Ohr oder Bein ist alles dabei. 

Hat man sich für einen Nager entschieden und ihm einen Namen gegeben – unserer hört auf den Namen Baked Potato – bezieht dieser sein neues zuhause. Leider ist es komplett leer, aber man wird direkt in den Katalog geleitet. Die ersten Seiten sind relativ simple Basismöbel und Kleidungsstücke. Erst nach hinten heraus kommt die wirklich schöne Auswahl mit Charakter. Um unserer Ratte etwas zu kaufen, muss man jeden Gegenstand erst einmal freischalten, indem man ein Nonogramm löst. 

Nonogramme sind zweidimensionale Rätsel, bei denen nach Logikregeln auf einem festgesetzten Raster Quadrate gesetzt werden müssen. Diese ergeben am Ende ein Bild. Wo die Quadrate gesetzt werden müssen, ergibt sich aus den Zahlen, die in jeder Reihe und Spalte stehen. Steht in einer Spalte beispielsweise “3 2 1” müssen von oben nach unten zunächst drei Quadrate hintereinander gesetzt werden gefolgt von mindestens einem leeren Feld. Dann zwei Quadrate hintereinander gefolgt von mindestens einem leeren Feld und zuletzt setzt man ein einzelnes Quadrat. Ob danach noch ein weiteres leeres Feld in dieser Spalte vorkommt, kommt ganz darauf an. Wichtig ist es auch die anderen Spalten, aber vor allem auch die Reihen zu betrachten. 

Was in der Theorie kompliziert klingt, ist mit ein wenig Übung ein sehr leichtes Rätselprinzip. Hat man das Rätsel gelöst, sieht man einen sehr verpixelten Gegenstand. Man weiß aber bereits mit der Auswahl des Rätsels im Katalog, was man bekommt. Mit erfolgreichem Abschluss kann der Gegenstand nun im Haus verwendet werden. Auch wenn man mit nur einem Zimmer startet, so hat man trotzdem genügend Platz seiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Fleißige Spieler:innen schalten aber auch schon schnell den nächsten Raum frei. Aber selbst mit dem begrenzten Platz kann man auch dank einzelner Wände zum Unterteilen der Räume niedliche kleine Rückzugsmöglichkeiten oder beispielsweise auch eine Waschküche schaffen. 

Einen Haken hat das ganze jedoch. Die Gegenstände lassen sich nicht farblich anpassen. Erst wenn man eine volle Seite des Katalogs abgeschlossen hat, schaltet man den zweiten Modus frei, der seinerseits die Anpassungsmöglichkeiten freischaltet. Bei diesem macht man eigentlich nichts, was man nicht schon vorher gemacht hat. Allerdings werden die Rätsel wesentlich schwieriger, die Felder größer und auch die Perspektive ändert sich, aus der die Gegenstände betrachtet und in das Raster integriert werden. Mit Auswendiglernen kommt ihr hier nicht weit. 

Aber auch schon vorher haben es die Rätsel manchmal in sich. Ich persönlich habe schon sehr sehr viele Spiele dieser Art gespielt. Neben den diversen Ablegern der Picross Reihe gibt es auch für das Handy unglaublich viele Nonogramm Apps. Aber die allermeisten haben eine sehr feste Rastergröße. Von 5×5 über 10×10 oft bis maximal 15×15. Leider viel zu selten sind Raster in Größe von 20×20. Was sie alle gemeinsam haben, ist die Breite und Höhe von 5er-Reihen. Squeakross stellt mich aber zwischendurch richtig auf die Probe und wirft gerne einmal mit völlig anderen Maßen um sich wie z.B. 12×10. Dadurch, dass ich viele der Muster in den Standardgrößen bereits auswendig kenne und häufig gar nicht mehr Kästchen abzählen muss, bin ich im Test auch oft auf die Nase geflogen. Endlich mal eine richtige Challenge! 

Aber definitiv eine machbare Challenge. Dennoch möchte ich einmal erwähnen, dass der Katalog 886 Rätsel zählt – 236 davon (118 normale plus ihre Challenge Versionen) sind gerade neu erschienen und beinhalten beispielsweise auch ein „Spirit and the Mouse“ Bundle. Das ist eine unglaubliche Menge, die man da geboten bekommt. Und wenn man mal gerade keine Zahlen und Quadrate mehr sehen kann, widmet man sich wieder der Inneneinrichtung. Es erinnert schon sehr an den Dekorationsaspekt in Animal Crossing. Noch dazu der niedliche, fellige Bewohner und die auch überaus putzigen Animationen und Soundeffekte. Squeakross: Home Squeak Home ist ein wirklich tolles Spiel. Dabei habe ich noch gar nicht die Sticker erwähnt, die man mit dem Lösen von Rätseln verdient und die man dazu nutzen kann das Menü und das Spielbrett zu gestalten. Klar, das ist kein Muss. Aber viele von ihnen sind auch viel zu süß, um sie einfach links liegen zu lassen. 

Alles in allem bin ich als Nonogrammliebhaberin wirklich sehr überrascht, wie viel in diesem Spiel steckt, das mich richtig motiviert weiterzuspielen. Gleichzeitig ist es meiner Meinung nach absolut Anfängerfreundlich, zugänglich und es gibt sich sehr viel Mühe Spieler:innen auf jedem Rätselniveau abzuholen und mit dem Gestalten des Wohnraumes auch Cool Down Phasen anzubieten, wenn und sobald man sie braucht. 

Ein herzliches Dankeschön an Alblune für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet für PC mit ROG Ally.