Wenn man zu lange dasselbe Genre gespielt hat, kommen einem die Spiele auch mal alle gleich vor. So geht es mir regelmäßig mit Lebensimulationen und Rätseln. Man gerät dann auch mal an einen Punkt, an dem man die Spiele auch nur noch miteinander vergleicht und alles irgendwie nur noch einen Einheitsbrei bildet. Ein Genrebruch kommt dann gut. In meinem Fall tut es auch erstmal ein Genre, das ich sehr gern habe und ein hektisches Rhythmusspiel, das sowohl mit optischer Darstellung und eigens für das Spiel komponierte Musik überzeugen will.
Ella Stars ist so ziemlich das Gegenteil zu allem, was ich in den letzten Monaten gewohnt war. Laut, bunt, wild und schnell. Ella ist ein musikalisches Krokodil, das mithilfe eines kleinen Vögelchens gegen wütende Musiker antritt und dabei versucht den Sternenhimmel der Musik zu erobern. Das Konzept ist altbekannt: passend zum Takt erscheinen auf zwei Ebenen Noten, die auf dem richtigen Beat getroffen werden müssen. Dafür reichen zwei Tasten. Es spielt dabei keine Rolle in welcher Reihenfolge man diese tippt. Hauptsache man trifft. Verschiedene Noten haben verschiedene Eigenschaften: manche Paare müssen gleichzeitig gespielt werden, manche Noten werden gehalten, ein paar garstige Trommeln wollen viermal getroffen werden.

Zusätzlich zur Energieleiste, die abnimmt, wenn man die Noten nicht erwischt oder wenn man vom Endgegner erwischt wird, wird eine weitere Leiste gefüllt, die einen besonderen Modus auslöst, wenn sie voll ist. In diesem kurzen Modus kann man seinen Score schnell aufbessern.
Am Ende eines jeden der 30 Songs kommt ein Endgegner. Diese gilt es nicht nur irgendwie anzugreifen, sondern auch ihre besonderen Eingriffe ins Gameplay zu überstehen. Epileptiker sollten hier nochmal explizit daran erinnert werden die Warnung am Anfang des Spieles unbedingt ernst zu nehmen. Zu Ende des Songs werden über ähnlich kurze Zeiträume wie der Bonusmodus die Anzeigen komplett verzerrt. Manchmal wird man von starken, flackernden Blitzen geblendet und kann das Spielfeld nicht sehen. In anderen Leveln wird das Spielfeld auf ein Sechstel der Größe verkleinert und irgendwo auf dem Bildschirm verschoben. Es sollen noch einige andere Hindernisse erscheinen. So weit kam ich allerdings nie.

Mein Fortschritt wurde nach jeder Session komplett gelöscht. Es gibt keine manuelle Speichermöglichkeit und weder hätte ich die Zeit das Spiel in einem Stück durchzuspielen, noch hat mich das Spiel auch nur ansatzweise dazu motiviert es zu versuchen. Zumal es verschiedene Schwierigkeitsgrade gibt und die Musik für mich nicht gut genug war, um die Level öfter zu spielen. Ohne diese Verzerrungen gegen Ende der Songs würde ich da sehr wahrscheinlich anders drüber denken. Aber so, in Verbindung mit dem ständigen Verlust des Spielstandes, ist das Spiel jedenfalls nicht spielbar und definitiv nicht zu empfehlen.
Sehr enttäuschend, wo der handgezeichnete Stil wirklich gut ist und ich schon einige Rhythmusspiele gespielt und mich auf Ella Stars sehr gefreut hatte. In dem Fall, dass an dem Spiel noch einmal gearbeitet und das Speicherproblem gefixt wird, schaue ich mir das Spiel aber gerne noch einmal an, um dem ganzen Werk nochmal eine Chance zu geben.

Ein herzliches Dankeschön geht an Rising Tide für die Bereitstellung des Testmusters. Getestet wurde die PC-Version auf dem ROG Ally.