Animal Crossing: New Horizons – Nintendo Switch 2 Edition (Review)

Lang, lang ist es her, dass ich zuletzt Zeit auf meiner Insel in Animal Crossing: New Horizons verbracht habe. Damals war meine Lust auf das Spiel von dem einen auf den anderen Tagen einfach verflogen. Die Luft war raus und ich habe mich anderen cozy Inselspielen gewidmet. Aber man trifft sich ja immer zweimal im Leben. Das gilt auch für so manches Videospiel. 

Animal Crossing simuliert das Leben auf einer einsamen Insel voller Möglichkeiten. Neben der Gestaltung und dem Ausbau der eigenen vier Wände lässt sich auch die Insel selbst nach und nach immer weiter anpassen. Damit das Ganze aber nicht allzu einsam ist, lassen sich mit der Zeit auch einige andere, tierische Bewohner dort nieder. Wenn man sich nicht gerade ihre mal mehr und mal weniger exzentrischen Züge über sich ergehen lassen muss, kann man sich auch damit beschäftigen Ressourcen zu sammeln und gegen Sternis – der hiesigen Währung – eintauschen, um auch diese wieder gegen Waren zurückzutauschen. Der Kapitalismus lebe hoch! 

Mit neuer Hardware in den Händen starte ich eine komplett neue Insel, erarbeite mir Schritt für Schritt neue Fähigkeiten und erweitere nicht nur die Bewohnerzahl meiner kleinen Insel, sondern auch das Museum um einen Haufen spannende Exponate. Dafür fängt und sammelt man, mit den entsprechenden Werkzeugen ausgestattet, Insekten, Fossilien, Fische und andere Meeresbewohner. Auch die Kunstgalerie möchte aufgefüllt werden, was jedoch nur einmal die Woche möglich ist. In Echtzeit. 

Bevor man aber im Museum die Zeit vergessen kann müssen Bäume geschüttelt, Blumen gegossen, Fische geangelt, Insekten mit dem Kescher eingefangen, Steine gehackt und Unkraut gepflückt werden. 

SO VIEL UNKRAUT!! 

[[Pro Tipp: wenn ihr kleine Kinder habt, lasst sie es erledigen. Das gibt euch locker eine halbe Stunde Ruhe. Kinderarbeit ist in Animal Crossing nicht verboten und irgendwas mit Hand-Augen-Koordination und so. Stellt als Belohnung später einfach irgendwo ein Spinosaurus-Skelett auf, dass ihr doppelt habt und gut.]]

Gerade zu Beginn muss man einen Haufen Sammelarbeit leisten, um sich größere Veränderungen auf der Insel leisten zu können. Dabei helfen vor allem die Meilentickets, mit denen man vom inseleigenen Flughafen zu zufällig ausgewählten Inseln fliegen kann. Diese sind nicht bewohnt, eignen sich aber hervorragend zum Ausschlachten für Ressourcen. Hier trifft man auch auf einen noch nicht bekannten Charakter, den man zu sich auf die Insel einladen kann, damit dieser sich dort niederlässt. Oder ihr lasst es. Die Anzahl der Inselbewohner ist fix und wenn ihr wollt, dass jemand einzieht, muss zunächst jemand ausziehen. Mit der Zeit bieten sich dafür immer mal wieder Gelegenheiten. 

Im direkten Vergleich zur Version des Vorgängers habe ich gerade beim Ackern auf diesen kleinen Inseln und den furchtbar langweiligen Aufgaben wie Holz hacken oder dem Schwimmen im Meer gemerkt, wie viel besser die Auflösung und Framerate ist. Früher haben meine Augen nach wenigen Minuten auf unscharf umgestellt, um Kopfschmerzen entgegenzuwirken. Mit Migräne auf der Insel spielen? Keine Chance. Mir wurde regelmäßig speiübel und ich brauchte oft mehrere Tage Ruhe zwischen den Spielsessions, wenn ich mal mehr als eine Stunde am Stück gespielt habe. Davon habe ich auch nach wirklich sehr langen Spielsessions der neuen Version überhaupt nichts gemerkt. Das Bild ist viel klarer und auch langsame und sich ständig wiederholende Tasks sind nicht ansatzweise so ermüdend. 

Eine weitere Neuerung die durchaus Potenzial bietet ist das Megafon. Es ist ein neues Tool, welches sich genau wie alle anderen auch in einem Werkzeugmenü schnell ausrüsten lässt. Damit kann man andere Inselbewohner über das Mikrofon der Nintendo Switch 2 rufen, um sie schneller zu finden. Zwei Dinge sind mir im Test dabei aufgefallen. Erstens hilft es überhaupt nicht dabei die Inselbewohner zu finden die sich in irgendeinem Haus auf der Insel aufhalten. Und diejenigen, die draußen sind kommen leider auch nicht angelaufen, wenn man sie ruft. Eine Sprechblase gibt einem die grobe Richtung an in der sie sich befinden. In beiden Fällen ist dieses neue Tool leider ziemlich nutzlos und eine unnötige Spielerei ohne wirklichen Mehrwert. Man kommt auch ohne aus und es ist zum Glück optional. 

Weitere Neuerungen im Vergleich zur Vorgängerversion sind eine Erweiterung des Multiplayers und die Möglichkeit mit einer passenden Kamera, die man an die Konsole anschließt, Gesichtsausdrücke beim Spielen erkennen zu können. Bis zu 12 Spieler:innen können nun gleichzeitig auf einer Insel rumturnen, die man mit einem speziellen Code erreichen kann. Im Lokalmodus jedoch nur 8 Personen. Zu diesen beiden Punkten kann ich leider nichts anderes sagen, da ich sie aufgrund von Hardware- und Animal Crossing besessenen Freundemangel nicht testen konnte. 

Wozu ich aber noch etwas sagen kann ist die Integration der Maus-Steuerung des Joy-Con 2-Controllers. Damit lassen sich in der Theorie vor allem Umgestaltungen einfacher vornehmen. In Animal Crossing hat man die Möglichkeit eigene Designs zu erstellen und damit beispielsweise Kleidung, Bodengestaltungen oder die Inselflagge aufzuhübschen. Diese lassen sich grundsätzlich mit der Maus-Steuerung einfacher vornehmen, allerdings gibt es eine Lernkurve, die man nicht außer Acht lassen sollte. Ebenso verhält es sich bei der Dekoration des eigenen Hauses. Auch hier kann die Maus-Steuerung verwendet werden, um gezielter Gegenstände zu platzieren. Grundsätzlich ist es keine schlechte Funktion. Vielleicht liegt es daran, dass ich schon so an die normale Steuerung gewohnt bin, aber ich sehe die neue Methode nicht als Entlastung. 

Neben dieser neuen Version des Spiels gab es übrigens auch einiges an neuen Inhalten im Zuge des 3.0 Updates. Meine Kollegin Janine hat sich damit näher auseinandergesetzt und ihr könnt es HIER gerne nachlesen.  

Bevor ich dieses Spiel angefangen habe zu spielen habe ich mir vor allem eine Frage gestellt: Richtet es sich nur an Spieler:innen, die noch keine Inselerfahrungen mit dem Vorgänger gesammelt haben oder hat es auch einen markanten Wiederspielwert für solche, die schon eine beeindruckend lange Zeit in den Ausbau ihrer Insel auf der Nintendo Switch investiert haben? Ich bin der Meinung, dass man die Nintendo Switch 2 Version nicht braucht, wenn man schon den Vorgänger besitzt. Tobt euch lieber mit dem neuen Update aus. Es sei denn ihr wollt wirklich nochmal von vorne anfangen und wollt ein wesentlich klareres Bild. In dem Fall steht euch auch ein Update zur Verfügung, welches auch in schmalere Geldbeutel passt und mit dem ihr euren alten Spielstand weiterspielen könnt. 

An diejenigen, die sich das Spiel zulegen werden und den Vorgänger nicht gespielt haben: ich beneide euch um euren ersten Eindruck. Ich bin zu ungeduldig, um für jede einzelne Neuerung Bäume zu schütteln und auf fremden Inseln Unkraut zu sammeln, um damit Brücken oder Aufgänge abzubezahlen, die ich auf der Insel brauche. Ich werde wahrscheinlich sogar lieber die alte Version noch einmal hervorholen und da weitermachen, wo ich vor Jahren aufgehört habe. Auch wenn es dort sicher auch erstmal wieder viel Unkraut zu pflücken gibt. 

[wertund_gruen] 

Ein herzliches Dankeschön an Nintendo für die Bereitstellung des Mustercodes. Getestet auf Nintendo Switch 2.