Der große Village-Jahresrückblick 2025 – Stefan

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Das Jahr 2025 fing für mich mit einem gigantischen Kracher an – denn das erste Spiel, das ich in diesem Jahr beenden konnte war Final Fantasy 7 Rebirth. Ich hatte es schon über Weihnachten 24 angefangen und war überrascht davon, wie unglaublich es mich fesseln konnte, nachdem ich das erste Remake noch furchtbar langgezogen und repetitiv fand. Damit steht es im starken Kontrast zu meinem letzten durchgespielten Spiel 2025: Xenoblade Chronicles 3. Dies hat ewig gebraucht um mich von sich zu überzeugen und selbst zum Ende hin fand ich es deutlich schlechter als seine Vorgänger. Aber ich will hier lieber mehr über Spiele reden, die auch wirklich 2025 erschienen sind, denn da ist viel passiert!

Die Rückkehr der AA Games!

Besonders bemerkenswert finde ich, dass AA-Games, also Spiele mit einem mittleren Budget, eine fulminante Rückkehr feierten, nachdem es jahrelang fast nur noch entweder Indies oder Spiele großer Publisher gab, die in der Regel AAA waren. Über Clair Obscur brauche ich vermutlich nicht mehr viel zu schreiben. Das Spiel erschien nahezu aus dem Nichts und eroberte die Herzen der Spielefans weltweit. Auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass es unheimlich viel Potential liegen lässt und daher ein klein wenig überbewertet wird, hat es auch mir unheimlich viel Spaß gemacht und konnte mit einem besonderen Stil und einer tollen, herausfordernden Mario + Luigi Kampfsystemvariation begeistern.

Weit weniger Beachtung fand ein Spiel, das mich fast noch mehr umgehauen hat, auch wenn es objektiv betrachtet sicher noch viel mehr Ecken und Kanten hat. Hell is Us ist ein Videospiel, wie es sie eigentlich nicht mehr gibt, denn es wirft einen in große, offene Areale und lässt einen einfach mal machen. Manchmal schießt das Spiel dabei etwas übers Ziel hinaus (ich hätte mir z.B. trotzdem eine Karte gewünscht, wenn auch keine Questmarker), aber es kann mit seiner gnadenlosen Schauerwelt, in dem der größte Horror nicht von den Monstern, sondern den Menschen im Krieg ausgeht, trotzdem überzeugen.

Das dritte nennenswerte AA Spiel, das eine Erwähnung verdient ist Cronos: The New Dawn. Dies konnte ich zwar bisher nur anspielen, die dichte Atmosphäre hat jedoch direkt einen super Eindruck hinterlassen und ich werde das Spiel nachholen. 

Vermutlich nicht viel teurer als ein AA Spiel, aber von einem seit vielen Jahren etablierten Studio sind Fantasy Life I und Inazuma Eleven: Victory Road. Nach vielen Jahren in der Versenkung und mit einigen Flops ist Level 5 endlich wieder zurück, und wie! Fantasy Life I macht noch viel süchtiger als auf dem 3DS und über Inazuma habe ich bisher nur Hervorragendes gehört, auch wenn ich selbst noch nicht dazu kam es zu spielen. Beides keine GotY Kandidaten für mich, aber die Tatsache, dass eines meiner liebsten Studios so dermaßen zurück ist, ist eine Neuigkeit des Jahres!

Indies können wie jedes Jahr überzeugen!

Seit einigen Jahren geht der Großteil meiner Spielzeit in Indie Titel und dies ist auch dieses Jahr wieder so, wenn auch etwas knapper als sonst. 32 meiner 53 durchgespielten Spiele würden für die Allgemeinheit wohl als Indie durchgehen. Natürlich sprengt es hier den Rahmen, auf alle einzugehen, aber meine Highlights möchte ich euch nicht vorenthalten.

Ball x Pit hat ein absolut bescheuertes Spielprinzip, denn es ist ein roguelite Breakout. Ja, so habe ich auch geguckt. Nachdem es dann sehr gehypt wurde, habe ich es dennoch gekauft und nach 1-2 Stunden habe ich mich gefragt, was ich da für einen Mist geholt habe. Nach einiger Zeit, wenn man dann anfängt seine Basis auszubauen und damit immer stärker zu werden, schleicht sich der Suchtfaktor langsam und hinterhältig von hinten, packt zu und lässt einen für eine absurd hohe Anzahl an Stunden nicht mehr los. Ein wirklich tolles Spiel das zeigt, dass man auch mit simplen Ideen wirklich Fantastisches schaffen kann. 

Hades 2 kommt für mich nicht ganz an den legendären Vorgänger ran, bei dem ich nie Langeweile hatte, während es im Nachfolger doch zu viele Wiederholungen brauchte, um zum Ende zu gelangen. Dennoch reicht es, um hier Erwähnung zu finden. Nicht ganz auf den Indie-Thron schafft es das unglaubliche Blue Prince, das so anders war, als ich es erwartet hätte, dass ich anfangs nicht mit dem Spiel warm wurde. Doch wenn das Spiel erstmal zündet, dann so richtig. Ich habe eine kleine Hassliebe dazu aufgebaut, da die Zufallselemente einen teilweise zur Weißglut treiben können, aber wenn das Spiel funktioniert, dann funktioniert auf einem Niveau, das es zu einem der besten Indie Spiele aller Zeiten machen könnte. Wenn das Nervige nicht wäre. 

Screenshot aus Blue Prince

Gar nicht nervig war hingegen ein Spiel, auf das ich hin gefiebert habe, wie auf kein zweites und das meine unfassbar hohen Erwartungen (der Vorgänger ist in meiner All-Time Top 10) nicht nur erfüllen, sondern auch noch übertreffen konnte. Die Rede ist natürlich von Hollow Knight: Silksong, dem vielleicht besten Metroidvania aller Zeiten, das mich zu Release mehr als eine Woche in seinem Bann hatte. Ich habe von früh morgens bis spät nachts nichts anderes gemacht, als Silksong zu suchten und dann irgendwann die 100% zu erreichen. Dennoch reicht es nicht ganz zum Spiel des Jahres, denn diesen Titel hat sich ein Spiel verdient, das mich noch mehr beeindruckt hat, auch wenn ich mit Silksong wohl den meisten Spaß hatte. Doch das erst zum Schluss. 

Wallpaper zu Hollow Knight-Silksong (Most Wanted im September 2025)
Die Enttäuschungen des Jahres:

Den Großteil des Abschnitts könnte ich mit einem Wort zusammenfassen: Nintendo. Schon beim ersten Trailer zu Donkey Kong Bananza fragte ich mich, was das bitte sein soll und nur der Glaube daran, dass das fantastische Mario Team sicherlich einen Knaller entwickeln wird, hat es mich direkt kaufen lassen. Doch leider war das Spiel wirklich so beliebig, wie der Trailer vermuten ließ. Das „Warum?“ würde hier den Rahmen sprengen, deshalb mache ich weiter mit Metroid Prime 4, welches mir zwar viel Freude gemacht hat, meine gigantischen Erwartungen an die Retro Studios aber nicht im Geringsten erfüllen konnte und besonders mit seinem schlechten letzten Drittel zu einer der Enttäuschungen des Jahres wurde. Leider sieht es auch bei den bisher angekündigten Nintendo-Spielen nicht so aus, als würde 2026 sehr viel besser für mich werden, doch ich gebe die Hoffnung weiterhin nicht auf.

Screenshot aus Donkey Kong: Bananza

Meine größte Enttäuschung geht jedoch an einen Indie Titel, denn nachdem ich mich mehrere Jahre gigantisch auf Slime Rancher 2 gefreut habe, war es leider ein absoluter Flop. Während der erste Teil ein sehr leichtes, aber super spaßiges Ranch Abenteuer war, bei dem es hauptsächlich darum ging, die namensgebenden Slimes zu züchten, ist der Nachfolger vor allem eines: ein langweiliges Grindfest. Das wurde sogar so schlimm, dass ich mir eine Mod heruntergeladen habe, die mir die seltenen Ressourcen mit einem Radar anzeigt, wenn ich in ihrer Nähe bin. Sorry not sorry. Die Alternative wäre gewesen es abzubrechen. Und ich habe mich echt lang darauf gefreut.

Das Spiel des Jahres

An dieser Stelle ist zunächst eine Entschuldigung fällig. An Euch, geschätzte Leser, aber auch an die brillanten Menschen in den Warhorse Studios. Zu meiner Verteidigung möchte ich zunächst sagen, dass ich berufstätig und verheiratet bin und das hier nur ein Hobby ist. Außerdem ist euer Spiel wirklich sehr, sehr lang. Dies hat dazu geführt, dass ich es leider testen musste, bevor ich es durchspielen konnte, da ich viele Wochen für das Spiel gebraucht habe. Dies ist in den allermeisten Fällen kein allzu großes Problem, denn wenn wir ehrlich sind passiert es eher selten, dass man nach 30-40 Stunden in einem Spiel auf einmal noch völlig überrascht wird, besonders wenn man seit vielen Jahren 50+ Spiele im Jahr durchspielt, wie ich. 

Aber hier habe ich die Rechnung ohne Heinrich gemacht, den Protagonisten meines Spiels des Jahres Kingdom Come Deliverance 2. Warum die Entschuldigung überfällig ist? Ich habe es gewagt diesem Meisterwerk „nur“ eine grüne Ampel zu geben, statt der höchsten Auszeichnung dieser Website, dem Stempel. Dabei wäre dieser hochverdient gewesen. Nach dem schon wirklich gelungenen Einstieg, der durch die Sperrigkeit des Spiels auch mal frustrieren kann, feuert das Spiel in der zweiten Hälfte ein Feuerwerk ab, das ich so nicht habe kommen sehen. Über die vielen offensichtlichen Stärken des Spiels habe ich in meinem Test ausreichend geschwärmt, dass es aber den besten Charaktercast aller Zeiten haben wird, davon hatte ich zum Zeitpunkt des Tests keine Ahnung. Ein unheimlich sympathischer und chaotischer Haufen mehr oder weniger Krimineller versammelt sich um Heinrich, begleitet ihn von einem verrückten Abenteuer zum nächsten und hat mich dabei regelmäßig dazu gebracht, laut Lachen zu müssen. Doch auch das anfangs aus Botengängen bestehende Missionsdesign wird extrem vielfältig und hat beeindruckende Set-Pieces, die nicht nur anders aussehen, sondern sich auch anders spielen. Ein unglaubliches Abenteuer, bei dem ich bis heute nicht ganz verstehe, wie es existieren kann. Eine so große Welt, mit so viel Liebe zum Detail und so vielen einzigartigen Schauplätzen von einem bisher relativ unbedeutenden Entwickler. Da kann sich Bethesda mehrere Scheiben von abschneiden!

Fazit

Alles in Allem war es ein tolles Spielejahr 2025, über das ich noch viel viel mehr schreiben könnte, denn weder über Sony noch über Microsoft (oder sollte ich sagen Obsidian?) konnte ich im Umfang dieses Textes schreiben und es gab ein sehr gelungenes Comeback der Silent Hill Reihe, sowie viele kleine Indie Hits wie Time Flies, die mehr Aufmerksamkeit verdienen, als ich ihnen hier bieten kann. Meine Wünsche für das neue Jahr sind daher recht simpel: liebe Entwickler, macht eure Spiele doch bitte ein klein wenig kürzer, ich kommt nicht hinterher! Und Nintendo: bitte, macht auch wieder Spiele die mich begeistern. Das könnt ihr, das weiß ich. Danke!