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Zu viele Spiele, zu wenige Spielende.

Verfasst: 17. Jun 2026, 22:39
von Cube
Mir sind letztens bei lesen diesen Beitrags ein paar Gedanken in den Kopf gerauscht.
Clawhunter hat geschrieben: 5. Jun 2026, 00:53 Wie die letzten Jahre war der Latin American Games Stream der (für mich bisher) beste, daher für alle zum Durchzappen:


Bunte Games aller Genres mit viel Originalität. Irgendwie der genaue Gegenentwurf zu dem was ich bei Sony gesehen habe.
80 Spiele nur aus einem Teil der Welt.
80 Spiele, die untereinander und mit vielen weiteren kleinen wie großen Spieleschmieden aus aller Welt um die Aufmerksamkeit des gleichen begrenzten Publikums buhlen.
80 Spiele, für die wer die Zeit und/oder das Geld hat?

Ich mein, es ist schön eine große Auswahl zu haben. Aber das Angebot an Spielen scheint inzwischen weit die Nachfrage zu übertreffen. Ja, vieles davon was um Umlauf ist, ist absoluter Bockmist. Aber bei der Menge an Werken ist auch viel gutes dabei, was in der Welle untergeht. Die Konsolen scheinen keinen Wachstum mehr zu erleben, bei denen scheint das Maximum der Verbreitung innerhalb einer Generation zusammengezählt bei etwa 200 ~ 250 Millonen Einheiten zu liegen. Der Markt von Mobilgeräten ist merkbar größer, wahrscheinlich im Milliarden-Bereich, aber da ist die Spielewelle nochmals stärker und es scheinen (nur stereotypisch?) FTP- und MTA-Geschäftsmodelle zu dominieren.

Sorry, wenn dieses Geschwafel eventuell wenig Sinn ergibt, aber auf mich wirkt das schlicht nicht wie ein Aufbau der lange zu halten ist.

Re: Zu viele Spiele, zu wenige Spielende.

Verfasst: 17. Jun 2026, 23:08
von Guybrush Threepwood
Dadurch, dass das Internet den Vertrieb von Spielen in beinahe unbegrenzten Zahlen ermöglicht, explodierte das Angebot. Die Herstellung von Datenträgern, der Platz in den Ladenregälen und das man in der Regel einen Partner gebraucht hat, um überhaupt die Produktion und Vertrieb dieser Datenträger zu organisieren, hat Grenzen gesetzt, die nicht mehr existieren. Und obwohl es streng genommen damals schon zu viele Spiele gab, auch gute Spiele sind schon immer mal hinten runtergefallen, hätte man sich die heutige Schwemme nie vorstellen können.

Als diese Grenzen fielen, konnte man zuerst beobachten, wie viel Geld tatsächlich mit Spielen zu machen ist, insbesondere mit solchen, die nicht in der Komfortzone der bisherigen Gatekeeper waren. Wenn Geld zu machen ist, steigt das Angebot. Ich will nicht allen Spielmachern pauschal Geldgier unterstellen, aber viele Passionsprojekte würden natürlich nicht umgesetzt, wenn die Macher nicht davon ausgehen könnten, dass sie sich das Projekt durch spätere Einnahmen eben werden leisten können.

Jetzt stößt man immer mehr an die Aufnahmekapazitäten des Marktes. Und das bedeutet, dass viele Indieentwickler jeweils kein zweites Passionsprojekt werden umsetzen können.

Gleichzeitig wirkt sich die Schwemme auch auf die Profis aus. Denn wenn Milliarden in Spiele unter 10 Euro fließen, fließen sie eben nicht in AA und AAA-Spiele. Klar wird viel mehr gekauft als früher, aber vieles wird auch umgeschichtet, landet im neuen günstigen Markt, was sonst im herkömmlichen, teuren gelandet wäre.

Ein Markt kann an zu viel Angebot scheitern. Die Gesundschrumpfung die nächsten Jahre wird über die gesamte Bandbreite des Marktes heftig.

Aber wer von uns möchte die Erfahrungen mit Spielen missen,, die in den Nullerjahren kein Publisher angefasst hätte?

Es war gut so, wie es war. Hoffen wir mal, nach der aktuellen Krise wird es weiter gut sein.

Und hoffen wir, KI-Unternehmen erhöhen die Preise auf ein für sie selbst profitables Niveau, bevor KI wirklich oberflächlich funktionierende Spiele ganz alleine ausspucken kann (also alleine nach Eingabe von Prompts irgendeines Hansels). Wenn das zu dem Zeitpunkt billig genug wird, dann bekommen wir eine Spielschwemme, die den heutigen Markt wie einen Dorfladen erscheinen werden lässt.