Aidyn Chronicles The First Mage
Verfasst: 26. Mär 2026, 20:20
So, jetzt habe ich mal was freakiges gemacht. Ich habe knappe 500,00 € (genaugenommen knapp 530,00 €) für ein N64-Spiel mit einem Metacritic-Schnitt von 53 ausgegeben - aber mit einem Userscore von 7,5. Ich muss mal meine Steuererklärung machen und es wieder größtenteils reinholen.
Seit August habe ich auf Arbeit nur Stress. Erst hatte ich einen Praktikanten, der diese moderne trumpsche Form von Männlichkeit gelebt hat. Er kann alles und wenn er etwas nicht kann, dann ist die ganze Welt doof. Jemand, der sich als IT-Experte vorstellt und einen dann anschaut wie ein Auto, wenn er einem Excel-Dokument ausgesetzt ist, das größer als der Bildausschnitt auf dem Monitor ist. Er fühlte sich permanent ungerecht behandelt und ließ sich einfach nichts sagen. Die Folge war, dass ich dem bis zum Schluss nichts alleine überantworten konnte - das heißt, eine einfache Aufgabe haben wir ihn schon schlusszeichnen lassen, aber das lief oft genug auch nicht, wie sich herausgestellt hat. Aber alles, was irgendwie zahlungswirksam war, ging über meinen Tisch, und es musste auch so sein, denn die Fehlerquote blieb bis zum Schluss weit über 50 Prozent. Ich bin jetzt bei über 70 Überstunden und kann ich die abbummeln? Nein, weil meine direkte Kollegin, kaum dass der Praktikant weg war, erkrankt ist und jetzt schon die dreizehnte Woche fehlt. Und als sie vor zwei Wochen nochmal für einen Monat krankgeschrieben wurde, habe ich mir aus Trotz dem Leben gegenüber Aidyn Chronicles gekauft. Jetzt habe ich eine Woche Resturlaub (muss ich ja bis Ende März antreten), konnte aber erst jetzt anfangen, weil ich ein neues Cotnroller Pack brauchte, bzw. eines mit neuer Batterie (das waren nochmal die 30,00 € dazu). Ein Shop aus England bot das so an, leider blieb sie eine Weile beim Zoll hängen. ich hoffe, er behumst mich nicht. Er hat aber 100% positive Bewertungen bei mehreren tausend Bewertungen. Die Karte sieht auch wirklich original aus, es wäre eine verdammt gute Fälschung. Sie hat auch die richtige Zahl an Speicherblöcken. Jetzt kann es natürlich sein, dass die Batterie nicht getauscht ist. Wir werden sehen. Meine alte Karte funktionierte beim letzten Mal tatsächlich noch, aber ich wollte ein 50-stündiges RPG nicht mit einer Speicherkarte mit 28 Jahre alter Batterie starten und nach 40 Spielstunden ist sie plötzlich leer. Schon doof, dass Nintendo bei den Controller Packs nicht auf Flash-Speicher gesetzt hat. Auf Playstation hat man diese Sorgen bei First Party-Speicherkarten nicht.
Soviel zu der Situation, die mich zu der unbedachten Handlung verleitet hat.
Aber war sie überhaupt unbedacht? Nun, jein. Irgendwie legt die Diskrepanz zwischen Userscore und Tests den Verdacht nahe, dass die Tester am Ende der N64-Ära dem Spiel gegenüber nicht aufgeschlossen waren, oder vielleicht nicht auf es vorbereitet waren? Westrollenspiele waren bis dahin auf Konsole eine Seltenheit, diese Konzepte war man nicht so wirklich gewohnt. Das ist auch ein bisschen der Tenor späterer Bewertungen, ein gutes Spiel, das damals nicht verstanden wurde. Kann das sein? Wer weiß, ich werde es bald wissen. Aber mindestens dem Review von Gamespot damals kann man wirklich anmerken, dass der Tester viel Zeit darein gesteckt hat und vieles Gutes ausgemacht hat, aber ihm reichte es trotzdem nur zu 61 Prozent. Die MAN!AC vergab 44%, der Test geht nicht so ins Detail wie Gamespots Test.
Ich war schon länger neugierig, aber der hohe Preis für eine gute OVP-Version hielt mich bisher immer ab.
Nach meinen ersten fünf Stunden heute Vormittag macht es einen mehr als ordentlichen Ersteindruck. Aber vielleicht will ich mir nur die Ausgabe schön reden.
Was war so der Tenor der Tests? Vorrangig sei die Technik mies und das Spiel sehr träge und die Kämpfe zögen sich wie Kaugummi.
Die Technik? Klar, das Dreamcast war schon eine Weile auf dem Markt und es sieht wirklich nicht so toll aus wie die Zeldas oder Rare-Spiele. Aber nachdem ich aus dem Startgebiet in einem Wald auf offenes Gelände kam, an einem Bauernhof vorbei der Straße folgte, durch eine Klamm an einen Strand kam, von dem eine Brücke zu einer Insel mit einem Dorf und einer Burg führte und das Spiel in der Zeit nicht ein einzige Mal kurz ausblendete, um Daten nachzuladen, ist auch ganz klar, dass das Spiel eine zusammenhängende Welt inszeniert, die in dieser Konsolengeneration absolut einmalig ist. Es gibt einen nahtlosen Tag- und Nachtwechsel, es gibt Mondphasen, vor einem Gewitter verdunkelt sich der Himmel, wenn man bei Regen genau hinschaut, sieht man, dass jeder Prasseleffekt auf dem Boden durch einen Regentropfen erfolgt, dem man mit dem Auge verfolgen konnte. Und die Sichtweite ist hoch, jedenfalls was das Gelände angeht, Bäume ploppen relativ dicht vor einem auf. Das ist alles auf dem N64 einmalig und natürlich kann es nicht die Texturen eines Banjo-Tooie haben, dessen Performance nebenbei schlechter als die von Aidyn Chronicles ist. Vergleichbar ist bestenfalls Body Harvest, und das hat eine riesige Nebelwand und viel matschigere Texturen.
Das Spiel ist träge? Der Anfang ist tatsächlich recht langsam inszeniert. Bis man die erste Party zusammen hat und die Reise richtig beginnt, vergehen zwei bis drei Stunden. Das Intro verfolgt minutenlang einen Koch, der beauftragt ist, den Knappen, der man selbst ist, zu suchen, bis er erfährt, dass man auf eigen Faust losgezogen ist, um nach einem vermissten Bauern im Wald zu suchen. Das Lauftempo ist recht niedrig, aber die weiten Distanzen zwischen Points of Interest sind für einen heutigen Open World gestählten Spieler nichts ungewöhnliches.
Die Kämpfe dauern? Das stimmt, bis alle vier Spielfiguren und Gegner ziehen, vergeht einige Zeit. Noch sind die Gegner schwach, und trotzdem dauert mancher Kampf schon mal fast zehn Minuten. Aber jeder Gegner, den man besiegt, bleibt tot, und damit wird man, wenn man ein Gebiet durchsteift, nicht andauernd in neue Kämpfe gezogen. Dafür offenbart das Spiel schon einiges an taktischer Tiefe. Wenn man aus einer erhöhten Position zuschlägt, richtet man mehr Schaden an. Regnet es, oder ist es Nacht, verfehlt man das Ziel leichter. Die Positionierung spielt auch eine Rolle, Stichwort den Feind von hinten überraschen. Und man darf nicht den Fehler machen, jemand anderen als den Ritter in dickte Rüstungen zu stecken. Dann wird man langsamer, verfehlt den Gegner öfter und kann seltener zielen und selbst weniger wahrscheinlich ausweichen. Das ist der Punkt. Rüste deine Figuren falsch aus, raste nicht bei Nacht und schon wunderten sich damals viele, warum die Spielfiguren die Feinde nie treffen. Das umgehe ich jetzt alles, aber so gut hätte ich mich anno Jahrtausendwende vor dem Beginn nicht informieren können.
Das Spiel ist sowieso recht Hardcore. Gefallene Kameraden können nicht wiederbelebt werden, jeder Zauber verbraucht eine Ressource wie Kräuter, die man sammeln muss. Bisher ist das Spiel noch nicht schwer und man kann jederzeit speichern. Dabei benutze ich alle vier auf einem Controller Pak möglichen Spielstände, weil das Spiel wohl unter Umständen falsch speichert und den Spielstand killt. Es soll wohl auch manchmal abstürzen. Ich bereite mich durch wechselnde Spielstände auf Ungemach vor.
Bei den Abstürzen könnte ich mir aber vorstellen, dass die PAL-Version weniger betroffen ist, erschien sie Monate nach der US-Version und wir Europäer bekamen damals deswegen oft die beste Version, wenn auch nur in 50 Herz. Die PAL-Anpassung scheint passabel, keine Balken. Das Tempo kann ich nicht vergleichen. Die Texte sind nur auf Englisch.
Ich bin immer noch im Startgebiet. Ich stromere ein bisschen herum. Der Karte nach muss ich zum nächsten Zielort durch den Wald des Anfangs. Wälder sind hier eher Heckenlabyrinthe, kein Spiel der Generation hat Wälder anders dargestellt denn als Sammlung von Korridoren, deren Wände mit platten Baumtexturen überzogen sind. So viele Polygone, um einen ganzen Wald darzustellen, konnte man damals einfach noch nicht investieren. Die Orientierung im Wald ist auch schwer. Am Anfang fand ich aus dem Wald schwer heraus, zum Schluss fand ich schwer hinein. Lief gefühlt immer anders hinein und landete kurz darauf wieder im Feld.
Egal, jedenfalls bin ich auf dem Weg einem Fluss gefolgt und fand nach kurzer Zeit die Ruinen eines Dorfes. Jedes der zerstörten Häuser sah etwas anders aus. Inmitten des Dorfes stand ein Gedenkstein für die Opfer des Angriffes von 8ooirgendwas. Als ich auf der anderen Seite das Dorf verließ, stand ich an einer Klippe. Als ich herunter sah, merkte ich, dass ich auf den Waldeingang des Startgebietes blickte. Als ich dem Fluss zurück folgte und dann Richtung Wald lief, blickte ich hoch, als ich mich an der Stelle wähnte, wo ich vorhin von oben heruntergeschaut habe. Und tatsächlich blickte ich nicht einfach nur auf eine Felswand, sondern sah, dass dort ein Pfad eingearbeitet ist, er an einer Stelle aber abbricht, als hätte es einen Erdrutsch gegeben. Nicht nur, dass ich diese versteckte Ruinen gefunden habe, das war alles so gestaltet, dass man logisch nachvollziehen konnte, wie sie früher mal ans Wegenetz angeschlossen gewesen waren. Und in dem Dorf in einer Kiste fand ich ein Item, mit dem sich die Schlossknackerfähigkeiten meiner Diebin um zwei Punkte erhöhen. Vielleicht drehe ich nochmal um, weil ich im Keller des Schlosses doch diese Truhe gefunden habe, für die ihre Fähigkeiten vorhin nicht ausgereicht haben.
Tenor war auch, dass die Welt groß aber wenig in ihr zu entdecken sei. Bisher bin ich da ganz zufrieden, aber klar, ich bin noch im Startgebiet.
Übrigens spielt man einen Knappen, der als Waise vom König adoptiert wurde. Ich kenne keine Fantasygeschichte, in der am Ende nicht herauskommt, dass die Waise des König Lenden entsprungen ist. Will jemand dagegen wetten, dass es dieses Mal auch so sein wird?
Seit August habe ich auf Arbeit nur Stress. Erst hatte ich einen Praktikanten, der diese moderne trumpsche Form von Männlichkeit gelebt hat. Er kann alles und wenn er etwas nicht kann, dann ist die ganze Welt doof. Jemand, der sich als IT-Experte vorstellt und einen dann anschaut wie ein Auto, wenn er einem Excel-Dokument ausgesetzt ist, das größer als der Bildausschnitt auf dem Monitor ist. Er fühlte sich permanent ungerecht behandelt und ließ sich einfach nichts sagen. Die Folge war, dass ich dem bis zum Schluss nichts alleine überantworten konnte - das heißt, eine einfache Aufgabe haben wir ihn schon schlusszeichnen lassen, aber das lief oft genug auch nicht, wie sich herausgestellt hat. Aber alles, was irgendwie zahlungswirksam war, ging über meinen Tisch, und es musste auch so sein, denn die Fehlerquote blieb bis zum Schluss weit über 50 Prozent. Ich bin jetzt bei über 70 Überstunden und kann ich die abbummeln? Nein, weil meine direkte Kollegin, kaum dass der Praktikant weg war, erkrankt ist und jetzt schon die dreizehnte Woche fehlt. Und als sie vor zwei Wochen nochmal für einen Monat krankgeschrieben wurde, habe ich mir aus Trotz dem Leben gegenüber Aidyn Chronicles gekauft. Jetzt habe ich eine Woche Resturlaub (muss ich ja bis Ende März antreten), konnte aber erst jetzt anfangen, weil ich ein neues Cotnroller Pack brauchte, bzw. eines mit neuer Batterie (das waren nochmal die 30,00 € dazu). Ein Shop aus England bot das so an, leider blieb sie eine Weile beim Zoll hängen. ich hoffe, er behumst mich nicht. Er hat aber 100% positive Bewertungen bei mehreren tausend Bewertungen. Die Karte sieht auch wirklich original aus, es wäre eine verdammt gute Fälschung. Sie hat auch die richtige Zahl an Speicherblöcken. Jetzt kann es natürlich sein, dass die Batterie nicht getauscht ist. Wir werden sehen. Meine alte Karte funktionierte beim letzten Mal tatsächlich noch, aber ich wollte ein 50-stündiges RPG nicht mit einer Speicherkarte mit 28 Jahre alter Batterie starten und nach 40 Spielstunden ist sie plötzlich leer. Schon doof, dass Nintendo bei den Controller Packs nicht auf Flash-Speicher gesetzt hat. Auf Playstation hat man diese Sorgen bei First Party-Speicherkarten nicht.
Soviel zu der Situation, die mich zu der unbedachten Handlung verleitet hat.
Aber war sie überhaupt unbedacht? Nun, jein. Irgendwie legt die Diskrepanz zwischen Userscore und Tests den Verdacht nahe, dass die Tester am Ende der N64-Ära dem Spiel gegenüber nicht aufgeschlossen waren, oder vielleicht nicht auf es vorbereitet waren? Westrollenspiele waren bis dahin auf Konsole eine Seltenheit, diese Konzepte war man nicht so wirklich gewohnt. Das ist auch ein bisschen der Tenor späterer Bewertungen, ein gutes Spiel, das damals nicht verstanden wurde. Kann das sein? Wer weiß, ich werde es bald wissen. Aber mindestens dem Review von Gamespot damals kann man wirklich anmerken, dass der Tester viel Zeit darein gesteckt hat und vieles Gutes ausgemacht hat, aber ihm reichte es trotzdem nur zu 61 Prozent. Die MAN!AC vergab 44%, der Test geht nicht so ins Detail wie Gamespots Test.
Ich war schon länger neugierig, aber der hohe Preis für eine gute OVP-Version hielt mich bisher immer ab.
Nach meinen ersten fünf Stunden heute Vormittag macht es einen mehr als ordentlichen Ersteindruck. Aber vielleicht will ich mir nur die Ausgabe schön reden.
Was war so der Tenor der Tests? Vorrangig sei die Technik mies und das Spiel sehr träge und die Kämpfe zögen sich wie Kaugummi.
Die Technik? Klar, das Dreamcast war schon eine Weile auf dem Markt und es sieht wirklich nicht so toll aus wie die Zeldas oder Rare-Spiele. Aber nachdem ich aus dem Startgebiet in einem Wald auf offenes Gelände kam, an einem Bauernhof vorbei der Straße folgte, durch eine Klamm an einen Strand kam, von dem eine Brücke zu einer Insel mit einem Dorf und einer Burg führte und das Spiel in der Zeit nicht ein einzige Mal kurz ausblendete, um Daten nachzuladen, ist auch ganz klar, dass das Spiel eine zusammenhängende Welt inszeniert, die in dieser Konsolengeneration absolut einmalig ist. Es gibt einen nahtlosen Tag- und Nachtwechsel, es gibt Mondphasen, vor einem Gewitter verdunkelt sich der Himmel, wenn man bei Regen genau hinschaut, sieht man, dass jeder Prasseleffekt auf dem Boden durch einen Regentropfen erfolgt, dem man mit dem Auge verfolgen konnte. Und die Sichtweite ist hoch, jedenfalls was das Gelände angeht, Bäume ploppen relativ dicht vor einem auf. Das ist alles auf dem N64 einmalig und natürlich kann es nicht die Texturen eines Banjo-Tooie haben, dessen Performance nebenbei schlechter als die von Aidyn Chronicles ist. Vergleichbar ist bestenfalls Body Harvest, und das hat eine riesige Nebelwand und viel matschigere Texturen.
Das Spiel ist träge? Der Anfang ist tatsächlich recht langsam inszeniert. Bis man die erste Party zusammen hat und die Reise richtig beginnt, vergehen zwei bis drei Stunden. Das Intro verfolgt minutenlang einen Koch, der beauftragt ist, den Knappen, der man selbst ist, zu suchen, bis er erfährt, dass man auf eigen Faust losgezogen ist, um nach einem vermissten Bauern im Wald zu suchen. Das Lauftempo ist recht niedrig, aber die weiten Distanzen zwischen Points of Interest sind für einen heutigen Open World gestählten Spieler nichts ungewöhnliches.
Die Kämpfe dauern? Das stimmt, bis alle vier Spielfiguren und Gegner ziehen, vergeht einige Zeit. Noch sind die Gegner schwach, und trotzdem dauert mancher Kampf schon mal fast zehn Minuten. Aber jeder Gegner, den man besiegt, bleibt tot, und damit wird man, wenn man ein Gebiet durchsteift, nicht andauernd in neue Kämpfe gezogen. Dafür offenbart das Spiel schon einiges an taktischer Tiefe. Wenn man aus einer erhöhten Position zuschlägt, richtet man mehr Schaden an. Regnet es, oder ist es Nacht, verfehlt man das Ziel leichter. Die Positionierung spielt auch eine Rolle, Stichwort den Feind von hinten überraschen. Und man darf nicht den Fehler machen, jemand anderen als den Ritter in dickte Rüstungen zu stecken. Dann wird man langsamer, verfehlt den Gegner öfter und kann seltener zielen und selbst weniger wahrscheinlich ausweichen. Das ist der Punkt. Rüste deine Figuren falsch aus, raste nicht bei Nacht und schon wunderten sich damals viele, warum die Spielfiguren die Feinde nie treffen. Das umgehe ich jetzt alles, aber so gut hätte ich mich anno Jahrtausendwende vor dem Beginn nicht informieren können.
Das Spiel ist sowieso recht Hardcore. Gefallene Kameraden können nicht wiederbelebt werden, jeder Zauber verbraucht eine Ressource wie Kräuter, die man sammeln muss. Bisher ist das Spiel noch nicht schwer und man kann jederzeit speichern. Dabei benutze ich alle vier auf einem Controller Pak möglichen Spielstände, weil das Spiel wohl unter Umständen falsch speichert und den Spielstand killt. Es soll wohl auch manchmal abstürzen. Ich bereite mich durch wechselnde Spielstände auf Ungemach vor.
Bei den Abstürzen könnte ich mir aber vorstellen, dass die PAL-Version weniger betroffen ist, erschien sie Monate nach der US-Version und wir Europäer bekamen damals deswegen oft die beste Version, wenn auch nur in 50 Herz. Die PAL-Anpassung scheint passabel, keine Balken. Das Tempo kann ich nicht vergleichen. Die Texte sind nur auf Englisch.
Ich bin immer noch im Startgebiet. Ich stromere ein bisschen herum. Der Karte nach muss ich zum nächsten Zielort durch den Wald des Anfangs. Wälder sind hier eher Heckenlabyrinthe, kein Spiel der Generation hat Wälder anders dargestellt denn als Sammlung von Korridoren, deren Wände mit platten Baumtexturen überzogen sind. So viele Polygone, um einen ganzen Wald darzustellen, konnte man damals einfach noch nicht investieren. Die Orientierung im Wald ist auch schwer. Am Anfang fand ich aus dem Wald schwer heraus, zum Schluss fand ich schwer hinein. Lief gefühlt immer anders hinein und landete kurz darauf wieder im Feld.
Egal, jedenfalls bin ich auf dem Weg einem Fluss gefolgt und fand nach kurzer Zeit die Ruinen eines Dorfes. Jedes der zerstörten Häuser sah etwas anders aus. Inmitten des Dorfes stand ein Gedenkstein für die Opfer des Angriffes von 8ooirgendwas. Als ich auf der anderen Seite das Dorf verließ, stand ich an einer Klippe. Als ich herunter sah, merkte ich, dass ich auf den Waldeingang des Startgebietes blickte. Als ich dem Fluss zurück folgte und dann Richtung Wald lief, blickte ich hoch, als ich mich an der Stelle wähnte, wo ich vorhin von oben heruntergeschaut habe. Und tatsächlich blickte ich nicht einfach nur auf eine Felswand, sondern sah, dass dort ein Pfad eingearbeitet ist, er an einer Stelle aber abbricht, als hätte es einen Erdrutsch gegeben. Nicht nur, dass ich diese versteckte Ruinen gefunden habe, das war alles so gestaltet, dass man logisch nachvollziehen konnte, wie sie früher mal ans Wegenetz angeschlossen gewesen waren. Und in dem Dorf in einer Kiste fand ich ein Item, mit dem sich die Schlossknackerfähigkeiten meiner Diebin um zwei Punkte erhöhen. Vielleicht drehe ich nochmal um, weil ich im Keller des Schlosses doch diese Truhe gefunden habe, für die ihre Fähigkeiten vorhin nicht ausgereicht haben.
Tenor war auch, dass die Welt groß aber wenig in ihr zu entdecken sei. Bisher bin ich da ganz zufrieden, aber klar, ich bin noch im Startgebiet.
Übrigens spielt man einen Knappen, der als Waise vom König adoptiert wurde. Ich kenne keine Fantasygeschichte, in der am Ende nicht herauskommt, dass die Waise des König Lenden entsprungen ist. Will jemand dagegen wetten, dass es dieses Mal auch so sein wird?