Klimabericht: wie retten wir im GVF die Welt?

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Sun
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#91

Beitrag von Sun »

Wenn du das meinst, ich bin doch selbst in der Situation und halte das für ein Privileg in der Situation zu sein und investiere auch natürlich schon selbst ins Haus. Wer nicht investieren will muss sich doch hinterher nicht beschweren, dass man das Haus verkaufen muss. Dann hat man immer noch mehr als der Haufen Menschen, die einfach gar nichts erben. Und ich bin echt niemand, der dagegen ist, dass man sein Haus an seine Nachkommen vererbt, ich erwarte nur, dass man mit dem Privileg auch etwas Verantwortung gegenüber der Gesellschaft übernimmt. Denn viele erben einfach gar nichts, die beschweren sich ja auch nicht, obwohl sie nichts dafür können nichts zu erben genauso wie die Familien, die nicht bereit sind etwas ins Haus zu investieren, dass sie erben werden. Die haben ja auch nur Glück gehabt. Aber da redet mal lieber mit [mention]Yoshi[/mention] weiter, der hat nämlich eine viel krassere Einstellung zum Erben. Ich erwarte nur etwas Verantwortung.
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Clawhunter
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#92

Beitrag von Clawhunter »

man darf auch nicht vergessen dass man häufig erst so spät erbt, dass man bis dahin (wenn man eben Glück und Können hatte beruflich) eh schon sesshaft ist. Von daher kriegen dann bspw. Mittfunfziger 1-2 Häuser geerbt obwohl sie ggf. schon sehr gut bedient sind.
Moralisch find ichs zum Beispiel auch falsch dass meine Eltern das Haus meiner verstorbenen Großeltern nur zum Teil untervermieten (so dass sie den anderen Teil immer noch mal wieder nutzen können); einfach weil das bedeutet dass damit weniger Wohnfläche zur Miete für die Allgemeinbevölkerung bereit steht. Andererseits ist es auf dem Dorf (aber nur 20km zu Hamburg), also jetzt nicht in einer Lage wo gleich 100 Bewerber auf der Türkante stehen würden, von daher gibts definitiv schlimmeres. Aber meine Eltern sind ja kein Einzelfall.... also was ich nur immer wieder merke... Reichtum ist moralisch verwerflich.
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Shiningmind
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#93

Beitrag von Shiningmind »

Sun hat geschrieben: 21. Mär 2023, 17:51 ich erwarte nur, dass man mit dem Privileg auch etwas Verantwortung gegenüber der Gesellschaft übernimmt. Denn viele erben einfach gar nichts, die beschweren sich ja auch nicht, obwohl sie nichts dafür können nichts zu erben genauso wie die Familien, die nicht bereit sind etwas ins Haus zu investieren, dass sie erben werden. Die haben ja auch nur Glück gehabt. Aber da redet mal lieber mit @Yoshi weiter, der hat nämlich eine viel krassere Einstellung zum Erben. Ich erwarte nur etwas Verantwortung.
Den Satz verstehe ich nicht so ganz oder falsch. Warum hat man eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, wenn man erbt? Erben ist in meinen Augen reine Familienangelegenheit und der Erbe kann mit seinem Erbe prinzipiell machen was er will. Gut...es ist löblich wenn er/sie die geerbte Immobilie für Nachkommen instand hält aber das ist ja auch eine Familienangelegenheit dann bzw. muss das der Erbe mit sich selbst ausmachen. Also der Gesellschaft schuldet man damit genauso nichts wie jemand der das Glück hatte in Lotto zu gewinnen. Man kann also ein wertvolles Erbe als Gewinn betrachten und auch so handhaben...thats my point of view.

Edit: Etwas anderes ist es natürlich wenn man ein Unternehmen erbt aber das klammere ich im Kontext des Diskussionsgegenstands ( EINE Immobilie) mal aus.
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Ryudo
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#94

Beitrag von Ryudo »

Sun hat geschrieben: 21. Mär 2023, 17:51 Wer nicht investieren will muss sich doch hinterher nicht beschweren, dass man das Haus verkaufen muss.
Gütiger Gott, was habt ihr denn für ein Gesellschaftsbild? Ich rede von Leuten, die nicht ins Haus investieren können. Wenn die ihr Haus an einen Immobielenhai verscherbeln (grad neulich Werbung im TV dazu gesehen, grauenhaft, da wird die Seuche als 6er im Lotto dargestellt), kann die Gesellschaft für die Kosten im Altersheim aufkommen.
Es gibt aber so viele unterschiedliche denkbare Zusammenstellungen, in denen die grüne Luftschlosspolitik nicht funktioniert. Stellen wir uns nur mal eine Erbengemeinschaft vor, die sich - wie so oft - nicht einig ist. Das können gut und gerne 10 Leute sein, die nichts miteinander zu tun haben. Soll jetzt jeder 1/10 der Renovierungskosten übernehmen?
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Yoshi
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#95

Beitrag von Yoshi »

Ryudo hat geschrieben: 21. Mär 2023, 21:16
Sun hat geschrieben: 21. Mär 2023, 17:51 Wer nicht investieren will muss sich doch hinterher nicht beschweren, dass man das Haus verkaufen muss.
Gütiger Gott, was habt ihr denn für ein Gesellschaftsbild? Ich rede von Leuten, die nicht ins Haus investieren können. Wenn die ihr Haus an einen Immobielenhai verscherbeln (grad neulich Werbung im TV dazu gesehen, grauenhaft, da wird die Seuche als 6er im Lotto dargestellt), kann die Gesellschaft für die Kosten im Altersheim aufkommen.
Es gibt aber so viele unterschiedliche denkbare Zusammenstellungen, in denen die grüne Luftschlosspolitik nicht funktioniert. Stellen wir uns nur mal eine Erbengemeinschaft vor, die sich - wie so oft - nicht einig ist. Das können gut und gerne 10 Leute sein, die nichts miteinander zu tun haben. Soll jetzt jeder 1/10 der Renovierungskosten übernehmen?
Zunächst einmal, wenn man eine Erbengemeinschaft von 10 Leuten hat, die sich nicht einig werden können, wird das Haus doch ohnehin verkauft, sollen die jeder in einen Raum einziehen? Sollten sie sich aber dagegen entscheiden und z.B. stattdessen vermieten: Natürlich, dann wird wohl jeder 1/10 der Renovierungskosten übernehmen.

Wenn man ein Haus erbt und dann im Fall dessen, dass die Heizung kaputt geht, eine teurere Wärmepumpe einbauen muss, zahlt man nichts für das Haus, in der Konsequenz auch keine Miete mehr und zahlt dafür umgekehrt halt einen Kredit für die Wärmepumpe ab. Wir werden nach Kostenvoranschlag 60k gezahlt haben, bei 25% staatlicher Förderung bleiben das 45k€. Bei einer eingesparten Miete von 800€ im Monat, was gemessen an der Wohnfläche eines ganzen Hauses in den meisten Teilen Deutschlands eher eine günstige Schätzung sein dürfte, sowie einem Zinssatz von 5% wäre das in knapp über fünf Jahren abgezahlt. Dabei ist aber noch gar nicht berücksichtigt, dass man anderenfalls ohnehin eine Heizung hätte kaufen müssen. Eine Gasheizung inklusive Installation kostet aber auch ohne weiteres 15-20k.

Mir ist das Szenario nicht klar, inwiefern das jetzt gerade bei Erben, die das Haus quasi per Zufallsverteilung kostenfrei zugeteilt bekommen, ein Problem sein sollte. Wenn, dann ist das ganze eine potenziell zu große Belastung für Leute, die kürzlich ein Haus teilweise kreditfinanziert aus eigener Arbeitsleistung gekauft haben und deren Heizung 2024 oder 2025 kaputt geht, besonders wenn sie beim Kauf eng kalkuliert haben und noch einige Jahre eine hohe Kreditlast abzuzahlen haben.
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#96

Beitrag von Sun »

Ich glaub diesmal muss ich nichts ergänzen. ^^ Aber gerne auch nochmal, wer in Deutschland ein Haus besitzt gehört nicht zum ärmeren Teil der Bevölkerung. Wenn bei Omi die Heizung kaputt geht und Omi in ihrem Alter keinen Kredit bekommt und die Erben keinen Bock haben ins Haus zu investieren um ihr Erbe abzusichern, dann gibt es immer noch so Konstruktionen wie Haus(teil)verkauf mit Wohnrecht. Und nein, wenn die Omi ihr Haus verkauft, dann muss die Gesellschaft nicht die Kosten fürs Pflegeheim tragen. Erstmal sollte die Omi ordentlich Geld durch den Verkauf des Hauses haben und wenn sie in der Lage war alleine im Haus zu leben, dann braucht sie auch nicht in ein teures Pflegeheim, sondern kann sich von dem Geld des verkauften Hauses eine kleinere Wohnung kaufen oder mieten. Das sind alles ganz schön konstruierte Fälle.
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Ryudo
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#97

Beitrag von Ryudo »

Sun hat geschrieben: 22. Mär 2023, 08:42 Das sind alles ganz schön konstruierte Fälle.
Basieren alle auf Realität aus dem Freundes- bzw. Bekanntenkreis.
Das Haus mit der Erbengemeinschaft ist übrigens ne Doppelhaushälfte, die mehr und mehr zerfällt und nicht verkauft wird, weil sich die Erbengemeinschaft nicht einigen kann. Wenn Du da in der anderen Hälfte wohnst, kannst Du dich freuen.
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Clawhunter
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#98

Beitrag von Clawhunter »

Shiningmind hat geschrieben: 21. Mär 2023, 19:42
Sun hat geschrieben: 21. Mär 2023, 17:51 ich erwarte nur, dass man mit dem Privileg auch etwas Verantwortung gegenüber der Gesellschaft übernimmt. Denn viele erben einfach gar nichts, die beschweren sich ja auch nicht, obwohl sie nichts dafür können nichts zu erben genauso wie die Familien, die nicht bereit sind etwas ins Haus zu investieren, dass sie erben werden. Die haben ja auch nur Glück gehabt. Aber da redet mal lieber mit @Yoshi weiter, der hat nämlich eine viel krassere Einstellung zum Erben. Ich erwarte nur etwas Verantwortung.
Den Satz verstehe ich nicht so ganz oder falsch. Warum hat man eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, wenn man erbt? Erben ist in meinen Augen reine Familienangelegenheit und der Erbe kann mit seinem Erbe prinzipiell machen was er will. Gut...es ist löblich wenn er/sie die geerbte Immobilie für Nachkommen instand hält aber das ist ja auch eine Familienangelegenheit dann bzw. muss das der Erbe mit sich selbst ausmachen. Also der Gesellschaft schuldet man damit genauso nichts wie jemand der das Glück hatte in Lotto zu gewinnen. Man kann also ein wertvolles Erbe als Gewinn betrachten und auch so handhaben...thats my point of view.

Edit: Etwas anderes ist es natürlich wenn man ein Unternehmen erbt aber das klammere ich im Kontext des Diskussionsgegenstands ( EINE Immobilie) mal aus.
ich muss hier doch mal nachfragen: Was meinst du passiert gesellschaftlich, wenn man das über mehrere Generationen so laufen lässt wie du sagst?

btw. weil Sun den Begriff in den Raum geworfen hatte: Hausteilverkauf scheint auch Abzocke zu sein, gab neulich nen Spiegel-Artikel drüber.
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#99

Beitrag von Sun »

Ach, [mention]Shiningmind[/mention] ganz übersehen, sorry. Also nochmal, ein Haus erben ist ein Privileg, dass viele nicht haben und ich finde wenn man dieses Privileg schon hat, dann kann man nicht einfach sagen "ich verpeste damit jetzt die Umwelt und mir doch scheiß egal was das für Wirkungen auf andere hat." Ich mein selbst im Grundgesetz steht Eigentum verpflichtet. Es gab schon ganz andere Dinge in Deutschland zu denen Eigentümer verpflichtet wurden, die gar nicht vergleichbar sind mit dem Verbot bestimmter Heizungsarten. Beim Verbit bestimmter Heizungsarten wird man ja nur gezwungen in andere Heizungsarten zu investieren als man das vielleicht gern würde. Zu Nachkriegszeiten mussten Hausbesitzer Lastenausgleich zahlen für die Vertriebenen usw. Nur weil man Eigentümer von etwas ist kann man nicht einfach sagen, das ist meins und alles andere geht mich nichts an.
Aber klar muss der, der es vererbt dad Haus nicht instand halten genauso wenig wie der Erbe das muss. Nur dann gibt es hinterher keinen Grund sich zu beschweren wennn es Schrott ist und nicht mehr gesetzlichen Standards entspricht.

[mention]Ryudo[/mention] Das mit der Erbengemeinschaft kann so passieren klar, aber die sind halt auch selbst schuld wenn sie sich nicht einige können. Aber das Beispiel mit der Omi, die ihr Haus verkaufen muss und nach Hausverkauf ins Pflegeheim muss wofür sie nach Hausverkauf kein Geld hat, kann ich mir beim besten willen nicht vorstellen. Entweder hatte sie dann so oder so kein Geld für eine neue Heizung wenn die alte kaputt geht und das Haus muss schon ein arger Schrotthaufen sein, wenn da nach verkauf nichts übrig bleibt. Und wie gesagt wie kann es sein, dass sie durch den Verkauf des eigenen Hauses plötzlich pflegebedürftig wird?

Aber wir driften hier auch ganz schön weit vom Thema ab, vielleicht sollte wir extra einen Thread zum Thema erben machen, dann werdet ihr sehen, dass ich euch näher bin als Yoshi dem linksextremen in der Hinsicht. ^^
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Ryudo
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#100

Beitrag von Ryudo »

Das Erben und die Heizung sind für mich eigentlich nur Randdiskussionen bei dieser schlecht umgesetzten Sanierungspflicht. Ich will ja auch eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass ich es für nicht realisierbar halte.

[mention]Sun[/mention]: Du verstehst mich glaube ich falsch. Ich rede von einem Ehepaar, das derart pflegebedürftig ist, dass sie nicht mehr allein in ihrem Haus leben können und es verkaufen mussten. Mir ist durchaus bewusst, dass es da diverse Möglichkeiten gibt, dies zu umgehen, indem man die Immobilie beispielsweise dem Nachwuchs überschreibt usw. Aber wenn das so unproblematisch wäre, würde das jeder machen.
Jetzt reden wir nicht von einem Traumschloss, sondern von einem Haus, indem tatsächlich einiges an Renovierung verschlafen wurde, u.a. weil die finanziellen Möglichkeiten begrenzt waren. Der Grund dafür ist erstmal irrelevant. Sie bekommen für ihr Häuschen 150.000€-200.000€
Was ich damit sagen will: Das Geld ist innerhalb kürzester Zeit weg (ca. 3 Jahre) und der Staat muss einspringen. Wenn sie jetzt einen Hausteilverkauf durchführen, muss der Staat sogar noch früher einspringen. Profitiert haben davon dann vor allem Immobilienhaie.

Da wir gerade davon sprechen und das ist jetzt wirklich OT: Die kommende Pflegesituation der Babyboomer treibt mich tatsächlich um. Sowohl personell als auch finanziell kommt da einiges auf die Gesellschaft zu. Ich begrüße die von der SPD abgeschaffte Verpflichtung der Nachkommen für die Finanzierung der Pflege aufzukommen. Wie das bezahlt werden soll, ist mir allerdings nach wie vor ein Rätsel.
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#101

Beitrag von Sun »

Ryudo hat geschrieben: 22. Mär 2023, 22:00 @Sun: Du verstehst mich glaube ich falsch. Ich rede von einem Ehepaar, das derart pflegebedürftig ist, dass sie nicht mehr allein in ihrem Haus leben können und es verkaufen mussten. Mir ist durchaus bewusst, dass es da diverse Möglichkeiten gibt, dies zu umgehen, indem man die Immobilie beispielsweise dem Nachwuchs überschreibt usw. Aber wenn das so unproblematisch wäre, würde das jeder machen.
Jetzt reden wir nicht von einem Traumschloss, sondern von einem Haus, indem tatsächlich einiges an Renovierung verschlafen wurde, u.a. weil die finanziellen Möglichkeiten begrenzt waren. Der Grund dafür ist erstmal irrelevant. Sie bekommen für ihr Häuschen 150.000€-200.000€
Was ich damit sagen will: Das Geld ist innerhalb kürzester Zeit weg (ca. 3 Jahre) und der Staat muss einspringen. Wenn sie jetzt einen Hausteilverkauf durchführen, muss der Staat sogar noch früher einspringen. Profitiert haben davon dann vor allem Immobilienhaie.

Da wir gerade davon sprechen und das ist jetzt wirklich OT: Die kommende Pflegesituation der Babyboomer treibt mich tatsächlich um. Sowohl personell als auch finanziell kommt da einiges auf die Gesellschaft zu. Ich begrüße die von der SPD abgeschaffte Verpflichtung der Nachkommen für die Finanzierung der Pflege aufzukommen. Wie das bezahlt werden soll, ist mir allerdings nach wie vor ein Rätsel.
Dann hat das mit dem alten Paar ja aber überhaupt nix mit der Sanierungspflicht zu tun, weil die einfach so oder so gar nicht mehr in dem Haus leben konnten. Aber auch dann gehe ich mal davon aus, dass die mit 150.000-200.000 noch ein Weilchen im Pflegeheim leben können. Meine Oma hat für ihr Haus "nur" gut 50000 bekommen (lag auch daran weil ein Teil eben schon uns Erben gehörte). Jedenfalls hat man ja in der Regel noch ne Rente und das Vermögen wird nicht so schnell aufgefressen. Bei ihr wurde über die Jahre jedenfalls nicht alles aufgefressen und ich erwarte sogar noch ein kleines Erbe (paar 100€ vielleicht, die ich wahrscheinlich für unser Kind anlege). Kommt natürlich auch auf den Pflegegrad und sonstwas an.

Und ansonsten was die Finanzierung der Pflege betrifft ist es doch eigentlich ganz einfach. Ist ja nicht so als wäre Deutschland ein armes Land. Erbschaftssteuer rauf z.B. ist eine Möglichkeit. Einfach das Geld/Vermögen da abgreifen wo es vorhanden ist, denn es ist in Deutschland vorhanden. Aber ansonsten habe ich da eigentlich erstmal aufgrund des Fachkräftemangels größere Sorgen als wegen der Finanzierung. Und ich habe gelesen, dass die Babyboomer die reichste Generation sind, daher wird das schon machbar sein.
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Clawhunter
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#102

Beitrag von Clawhunter »

40-45 Grad Celsius in manchen Teilen Asiens im April:
https://www.theguardian.com/weather/202 ... ndia-china

ich bin ja geneigt lieber positive oder "encouraging" news zu posten, aber erstens Mal gibts davon numerisch weniger und zweitens will ich aber auch nichts schönreden, drittens vor allem muss ich an den kommenden Sommer denken - mein persönlicher Eindruck die letzten Jahre war ja dass unser Sommer in Deutschland mittlerweile von ungefähr Mai bis September geht und nicht mehr halt ein paar heiße Tage im Juli/August (krass wie groß der Unterschied ist, oder? Also schon allein subjektiv. Jaja, subjektiv ist nicht objektiv). Der kommt ja schon bald.
Ich hab letztes Jahr das erste Mal mein CO2 "Budget" mit Zertifikaten ausgeglichen (wohlwissend dass die nicht perfekt sind) und habe seither vor dies jährlich zu tun (zumindest bis es was noch cooleres als Zertifikate gibt!); in Kürze steht das wieder an und es beruhigt mich wesentlich mehr als ich gedacht hätte, einfach so nach dem Motto: Ich hab wenigstens etwas mehr getan (da ich ordentlich verdiene, habe ich das Bedürfnis auch irgendwas "zurückgeben" - wer wenig verdient, verbraucht ohnehin weniger bzw braucht das Geld selbst, von dem kann man das entsprechend nicht erwarten). Dieses Jahr werd ich nicht nur bei Gold Standard einkaufen sondern auch Moor-Zertifikate; die waren letztes Jahr leider ausverkauft. Warum ichs erwähne? Naja, in erster Linie um auf solche Sachen aufmerksam zu machen. Je mehr Leute Bescheid wissen und eben nicht den Kopf in den Sand stecken, desto besser wirds für die Menschheit laufen.
(PS: Auf persönlicher Ebene find ichs aber schon wichtiger halt zu gucken wie man nicht so viel CO2 verballert anstelle von "ausgleichen". Schon alleine weil alles was an CO2 verballert wird, erstmal dafür sorgt dass alles noch schlimmer wird. Und Zertifikate in erster Linie dafür sorgen dass es nicht mehr ganz so schlimm ist. Sprich: Das eine (Veränderung des Konsumverhaltens) ist mehr Prävention, das andere (Zertifikate) mehr Versuch der Heilung. Prävention ist immer am wichtigsten. Und da ich schon dabei bin - hier mein Lieblingsslogan: Reduce, reuse, recycle. In der Reihenfolge :D)
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Cube
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#104

Beitrag von Cube »

Ähnliches Bild auch in Äthiopien und Somalia:
https://www.theguardian.com/global-deve ... in-somalia
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Clawhunter
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#105

Beitrag von Clawhunter »

mal was positives:
https://www.bbc.com/news/world-europe-65687665
(wobei das eigentlich schon "bekannt" war aber wohl noch nicht so 100%ig beschlossen bislang wie ich dachte)

Bin neulich übrigens mit dem Zug von Budapest nach Hamburg, 15h. Ging eigentlich. 1x umsteigen in München. Theoretisch gabs ne Route die direkt gewesen wäre, aber aus technischen Gründen hab ich die andere gewählt (auch ganz gut um kurz am Münchner Bahnhof bei Ditsch n sabschigen Snack zu kaufen!).
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Clawhunter
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#106

Beitrag von Clawhunter »

Klimawandel war hier nicht Schuld (sondern Pestizide), aber da es eine positive Geschichte ist und ein klein bisschen sci-fi aus dem echten Leben hier nun: In England, York, war eine Pflanze (die es nur dort gab) seit 30 Jahren ausgestorben (wegen Pestiziden); es existierten nur noch Saaten, die gelagert worden sind. Dann hieß es diese in einem (sci-fi-ähnlichen) Bunker gelagerten Saaten würden bald nichts mehr wert sein und man hat sie entsprechend freigegeben um ggf. Pflanzen draus zu machen. Und sieh an! Es hat geklappt. Und im Anschluss hat man die Pflanzen wieder lokal in York gepflanzt. Ich würde sagen: Menschheit 1; Planzenwelt 1.
https://www.theguardian.com/environment ... al-england
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Screw
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#107

Beitrag von Screw »

Die Kacke ist am dampfen.
Klimadienst: Juni beginnt weltweit so warm wie nie
Die Messwerte der ersten elf Tage dieses Monats sind ein Zeichen dafür, wie schnell sich die Welt dem 1,5-Grad-Ziel nähert, teilte Copernicus mit.
https://www.tagesspiegel.de/wissen/klim ... 88591.html
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#108

Beitrag von Sun »

Darkie und ich haben jetzt ein E-Auto. Ich weiß gar kein Auto fahren wäre besser, aber wir fahren auch nicht viel und aktuell hauptsächlich Kurzstrecke für den Wocheneinkauf zB. und da ist so ein kleines E-Auto eh besser geeignet. Wir haben nen kleinen e-up gebraucht gekauft, aber noch relativ neu mit Garantie bis 2026. Bin mal gespannt was der so verbraucht.
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Clawhunter
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#109

Beitrag von Clawhunter »

cool! Die sind ja auch ganz niedlich, die e-ups.

Ich glaub was die Verkaufszahlen von E-Autos angeht, wirds vermutlich viel schneller vorangehen als die meisten heutzutage denken - es sei denn die Ladeinfrastruktur kommt überhaupt nicht nach. Auch Reichweite und Ladegeschwindigkeiten werden sich in den nächsten Jahren halt soweit verbessern, dass das im Vergleich zum Verbrenner auch kein echtes Gegenargument mehr sein wird.
Entsprechend glaub ich auch dass Radfahren in der Stadt künftig noch mehr Spaß machen wird, weil man viel weniger Abgase einatmen muss.
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Guybrush Threepwood
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#110

Beitrag von Guybrush Threepwood »

Die EU widmet sich ja endlich den nicht austauschbaren Akkus. Das ist wirklich die große Baustelle in Elektronik für Endkonsumenten und halte ich seit Jahren für überfällig.
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Yoshi
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#111

Beitrag von Yoshi »

Guybrush Threepwood hat geschrieben: 17. Jun 2023, 11:11 Die EU widmet sich ja endlich den nicht austauschbaren Akkus. Das ist wirklich die große Baustelle in Elektronik für Endkonsumenten und halte ich seit Jahren für überfällig.
Ja, das finde ich ebenfalls klasse - nicht nur aus Umweltschutz- sondern auch aus der Konsumentenschutz-Perspektive. Schade, dass es für die Switch 2 vermutlich zu spät kommt ;). Generell finde ich es auch etwas peinlich, dass unsere Regierung, die die Grünen auf Bundesebene enthält, weniger für den Klimaschutz tut als die konservativ regierte EU. Das unwürdige Schauspiel um das Gebäudeenergiegesetz und die "Einigung", die jetzt von vorneherein so angelegt ist, dass wir unsere Klimaschutzziele im Gebäudesektor massiv reißen (zusätzlich zu der katastrophalen Verkehrspolitik), haben es mir schon enorm vergrätzt.
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Ryudo
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#112

Beitrag von Ryudo »

Vom Tierwohl wollen wir erst gar nicht anfangen. Ich bleibe bei meiner Meinung: Die Grünen sind eine politische Lachnummer. Das sieht man leider auch auf Landesebene. Dabei gibt es so viele Baustellen auch im Kleinen. Wieso wird Obst und Gemüse teilweise noch immer in Plastik verpackt und ist günstiger als das Unverpackte nebendran? Diese ganzen spanischen Erdbeeren und Tomaten gehören auch verboten. Da müsste aber auch mal die spanische Regierung aktiv werden. Scheinbar ist es in Südeuropa noch nicht trocken genug.
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Yoshi
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#113

Beitrag von Yoshi »

Ryudo hat geschrieben: 18. Jun 2023, 12:36 Vom Tierwohl wollen wir erst gar nicht anfangen. Ich bleibe bei meiner Meinung: Die Grünen sind eine politische Lachnummer. Das sieht man leider auch auf Landesebene. Dabei gibt es so viele Baustellen auch im Kleinen. Wieso wird Obst und Gemüse teilweise noch immer in Plastik verpackt und ist günstiger als das Unverpackte nebendran? Diese ganzen spanischen Erdbeeren und Tomaten gehören auch verboten. Da müsste aber auch mal die spanische Regierung aktiv werden. Scheinbar ist es in Südeuropa noch nicht trocken genug.
Ich bin zwar ebenfalls nicht zufrieden mit der Leistung der Grünen in Regierungsverantwortung für den Klima-, Umwelt-, und Artenschutz, aber andererseits gibt es in meinen Augen auch keine vernünftige Alternative.
- Die CDU, FDP und AfD betreiben samt und sonders eine enorme Polemik gegen jegliche Klimaschutzbestrebungen in einer Form, bei der man nur konstatieren kann, dass ihnen das Leben unserer nachfolgenden Generation restlos am Arsch vorbei geht.
- Die SPD sitzt schweigend da und erzwingt in einer Tour "Einigungen" zwischen Grünen und FDP (gestützt von Springer und mittlerweile sogar breiten Teilen des ÖR) die den Klimaschutz nachhaltig unterminieren.
- Die Linke wäre noch denkbar, aber ein ersichtlich starkes Engagement habe ich da zuletzt auch nicht erkennen können. Auch eine Oppositionspartei könnte sich bei Fragen wie dem GEG durchaus auch für den Klimaschutz positionieren.

Insofern wird es für mich bei der Performance zwar schwierig, mich zur Bundestagswahl zu schleppen, aber ich wüsste nicht, welche Alternative ich hätte, um der Relevanz des Klimaschutzes Ausdruck zu geben.
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#114

Beitrag von Clawhunter »

ja, dieses "alle sind Scheiße also was soll der Mist eigentlich" hört man ja immer wieder (was ich Ryudo nicht unterstellen möchte; er hat hier ja nur die Grünen kritisiert und nicht alle^^); aber es gibt halt immer noch Unterschiede, die am Ende extrem wichtig sein können. Also gut, in einer parlamentarischen Republik wie Deutschland kommts dann halt auch drauf an wer am Ende zusammen regiert; so ist es ja nunmal so dass die FDP den anderen auf der Nase rumtanzt und allein deshalb die Grünen nicht überzeugen können (und die SPD einfach nur merkelt). Trotzdem kann man ja ganz klar sagen dass die FDP von Narzissten geführt wird, während die Grünen halt tendenziell eher Idealisten sind und aktuell sogar von vergleichsweise pragmatischen Führungskräften (Habeck + Bärbock) geführt werden, wodurch die Regierung eben nicht komplett ins Stocken gerät. Auf Länderebenee kann ichs nicht bewerten; ich erinner nur dass in Saarland die Grünen nicht gewählt werden durften weil sie sich da in die Haare gekriegt hatten mit ihrer Frau-muss-Führen-Linie - von daher glaub ich gerne dass auf Länderebene einiges im Argen sein könnte (genauso wie natürlich eh im Unterbau - aber genau deshalb sag ich ja ist die Führung so entscheidend. Man stelle sich mal einen "Kumpel" wie den Laschet als Kanzler vor; da würde nur geklüngelt werden).

Das gute ist, dass in jeder Partei (mit Ausnahme der AFD vermutlich) auch Nachwuchskräfte heranreifen, denen Klimapolitik wichtig ist, von daher wirds künftig ein Thema sein das in allen Parteien (außer AFD) besetzt ist, wobei natürlich ganz klar es nur in denjenigen Parteien wirklich als wichtig wahrgenommen wird, wo auch die Spitzenkräfte es als Top-Thema angehen (und zwar nicht nur auf der Tonspur ;)). Leider und unfreiwillig komischerweise ist dahingehend der sonst so stille Scholz durch Polemik bzgl. der Klimaproteste aufgefallen, d.h. auch in der SPD ist es kein echtes Spitzenthema (und warum? Weil alte Menschen so treue Wähler sind!). Sprich wie Yoshi sagt: aktuell kümmerts nur die Grünen wirklich. Und da jeder Tag fürs Klima zählt, zählt entsprechend aktuell jede Stimme umso mehr. 2050 kann man dann mal wieder die SPD wählen; dann ist der Klimazug abgefahren (dann wähle ich SPD damit meine Rente sicher ist!! :D)
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#115

Beitrag von Cube »

Clawhunter hat geschrieben: 18. Jun 2023, 19:11 (und warum? Weil alte Menschen so treue Wähler sind!).
Auch steigt derzeit massiv der Anteil alter Menschen (60+ Jahre) bei den wahlberechtigten Personen .

Um die Klimakrise anzugehen wären teils eigentlich ziemlich radikale Schritte notwendig, aber selbst relativ kleine Maßnahmen wie die teilweise Abkehr von Öl und Gas als Energieträger werden schnell entweder von der Wählerschaft oder unserem Wirtschaftssystem bestraft.
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Ryudo
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#116

Beitrag von Ryudo »

Wie gesagt: Mich stört vor allem, dass es auch im Kleinen nicht voran geht. (Verpackungsmüll, Tierwohl, etc.)
Bei dieser ganzen Energieproblematik kann man global betrachtet eigentlich nur hoffen, dass es einen technologischen Fortschritt gibt, der nachhaltige Energieformen wesentlich günstiger werden lässt. Der Markt würde dann den Rest erledigen. Eine auf Einsicht (der Menschheit) basierende Lösung sehe ich leider nicht am Horizont.
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#117

Beitrag von Sun »

Nachhaltige Energieformen sind ja wesentlich günstiger. Gibt ja kleinere Orte in Deutschland die sich komplett selbst versorgen und dadurch deutlich günstigere Energiepreise haben. Will ja nur keiner die Infrastruktur vor der Tür. :rippi:
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#118

Beitrag von Screw »

CO2 Ausstoß in 2021
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#119

Beitrag von Screw »

Der diesjährige Juni ist laut dem Deutschen Wetterdienst der zweitsonnigste seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen.
Außerdem war es der 14. zu warme Juni in Folge.
Im Vergleich zur aktuellen und wärmeren Vergleichsperiode 1991 bis 2020 betrug die Abweichung 2,1 Grad.
Regional zeigte sich die überdurchschnittlich hohe Temperatur sogar noch auffälliger. Im Südwesten Deutschlands war der Juni im Vergleich zu den Jahren 1961 bis 1990 mehr als vier Grad wärmer.
https://www.tagesschau.de/wissen/klima/ ... i-100.html
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#120

Beitrag von Clawhunter »

es war vor allem viel zu schwül. Früher fand ich Temperaturen von 25 Grad nicht schlimm, aber so wie das diesen Juni (und den davor) war halt schon.

Glaub brauch bald ne Klimaanlage...
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