Corona

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#301

Beitrag von Sun »

Ja, bei uns darf ich mir auch noch keine weitere Impfung holen. Hausarzt sagt ne und auf gut glück zum Impfzentrum will ich nicht fahren, weil laut Informationen werden da auch nur die empfohlenen Gruppen geimpft.
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Clawhunter
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#302

Beitrag von Clawhunter »

mal was Positives: Drosten sagt Corona würde bald in die endemische Phase (also ähnlich wie Grippe etc.) übergehen; er meint man bräuchte nun nicht mehr viel tun um weitere Wellen zu verhindern - einfach weil die Grundimmunität schon so gut sei.
https://www.spiegel.de/gesundheit/coron ... c8454e5d87

Darüber hinaus hab ich ne coole wissenschaftliche Seite gefunden, die fast täglich neue Studien präsentiert zu Corona (und anderen Viren), so etwa dass jeder US-Dollar der in New York ins Impfen investiert wurde, sich 10fach rentiert habe. Oder dass sich Impfen schon allein deshalb lohnt weil damit die (Re)Infektionswahrscheinlichkeit sinkt.

Also wer die Möglichkeit hat sich nochmal boostern zu lassen (zumal mit dem BA.5-Booster!), dem kann ichs wirklich nur ans Herz legen.
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Clawhunter
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#303

Beitrag von Clawhunter »

erinnert ihr euch noch an eure Schulzeit, wo ihr mit Verwunderung auf die Ökos geschaut habt? (ok, vermutlich einige von euch nicht :ugly:) Jedenfalls stellte sich ja raus dass die Ökos von Anfang an Recht hatten. Und wie. Der viel zu schnelle Klimawandel beweist es.

Ich fühle mich ähnlich wie ein Öko aus den 90ern bzgl. Long Covid bzw. Spätfolgen von Covid-Erkrankungen. Politik und Medien tun so als ob wir jetzt ein "new normal" erreicht hätten, wo man - außer bzgl. Masken in Bus- und Bahn (Danke dass dies noch nicht in jedem Bundesland abgeschafft wurde!) - Gedanken an Covid eigentlich in die Mottenkiste packen könnte.

Tatsächlich aber infizieren sich immer noch 25.000 Leute in Deutschland täglich (!) mit Corona und damit sind wir (thanks, Omicron!) höher als alles was vor Oktober 2021 war. Sieht so "fertig mit Corona" aus??
Wäre ok, wenn Corona nur eine kleine Erkältung wäre oder vielleicht sogar halbwegs okay wenn es "nur" wie eine normale Grippe wirken würde. Tut es aber nicht. Klar, es sterben nur noch gut 100 Leute pro Tag an Corona; also gerade mal etwas mehr als 35.000 im Jahr. Schnäppchen. Aber selbt diese armen Sterbenden und ihre Angehörigen sind nur ein ganz kleiner Teil des Gesamtbildes. Denn das ergibt sich erst mit einem Blick auf die ganzen versteckten Long Covid Erkrankten, die vor allem deshalb nicht auffallen, weil sie einfach "wegfallen" - wegfallen aus dem Leben, wegfallen aus der Diskussion - keiner hört gerne zu wie jemand ständig davon spricht wie schwer alles für einen ist (Fatigue ist das üblichste Symptom). Long Covid-Kranke verstecken sich bzw. ihre Krankheit also zum einen aus Scham und zum anderen weil einige von ihnen einfach nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen. Und wie viele sind es nun wirklich? Jedesmal wenn ich auf Studien dazu stoße, bin ich entsetzt und will es im ersten Moment nicht wahrhaben - die Zahlen sind so hoch dass man sie für überzogen hält. Aber dann fällt einem ein: Warum sollten ausgerechnet Studien zu Long Covid überzogen sein? Warum? Normalerweise sind es doch die Clickbait Medien die gerne Dinge überzeichnen und nicht die Fachmagazine (gibt es aber auch, zugegeben - aber nicht bei so vielen Studien aus so vielen Ländern mit immer dem gleichen Ergebnis...).

In UK sollen ca. 2 Mio. an Long Covid leiden (d.h. Krankheitssymptome infolge einer Covid-Infektion, die länger als 3 Monate anhalten - und aktuell noch anhalten!). In den USA sollen... ich wills fast gar nicht sagen... ca. 7% der gesamten (!) erwachsenen Bevölkerung an Long Covid leiden (ca. 2% so doll dass sie kein schönes Leben mehr haben, sprich: die Frage "Do these long-term symptoms reduce your ability to carry out day-to-day activities compared with the time before you had COVID-19?" wird mit "Yes, a lot" beantwortet.). Wohlgemerkt, sowohl bei UK als auch USA kommen die Zahlen von Umfragen von staatlichen (!) Institutionen - if anything, staatliche Institutionen [von Diktaturen] würden diese Zahlen eher kleiner halten wollen als sie sind, um besser dazustehen oder um trump-like nicht der Wirtschaft Angst machen zu wollen - klar, man kann sich immer schönreden dass bei Umfragen (Vgl. Wahlumfragen) immer was falsch gemacht wird, aber wie falsch müsste es sein damit man nicht erschrickt? Extrem falsch und das ist eben leider extrem unwahrscheinlich. Es gibt andere Statistiken, die aber allesamt - wirklich allesamt - ganz gleich wie mans rechnet (also Umfragen oder ärztliche Befunde oder oder) immer auf Ergebnisse von mindestens einstelligen Prozentzahlen der Covid-Infizierten (wenn nicht sogar der Gesamtbevölkerung - bei der großen Anzahl an Infektionen tut sich das ohnehin nicht mehr viel), die nach Ihrer Infektion nicht mehr dieselben Menschen sind. (häufig ist sogar die Rede von 20-30% der Infizierten die mindestens mal ein langfristiges Symptom haben, aber erstens werden ja immer Infizierte übersehen und zweitens erholen sich ja auch viele, sprich: mein "einstelliger Prozentsatz" ist konservativ; nicht überzogen)

Achja: Und eine Zweit-, Dritt- und Viert-Infektion machts übrigens auch nicht besser. Und ich hab bisher nur über Long Covid und nicht über Spätfolgen von Covid die zum Tod führen gesprochen (und nicht in Covid-Todesstatistiken auftauchen... wir dürfen gespannt sein auf die Sterbezahlen in den kommenden Monaten/Jahren)...

Wer noch Links zu einzelnen Aussagen haben will, nur Bescheid sagen, ich suchs raus (hier noch ein Blogpost, für diejenigen deren Stimmung ich noch nicht ausreichend gedrückt habe), hab nicht alles parat was ich erzähle aber das ist alles real und entsprechend möchte ich folgende Prognose abgeben: Long Covid wird die Krankheit dieses Jahrzehnts sein. Es werden Millionen (!) Deutsche (teil)arbeitsunfähig dadurch. Es entsteht ein gewaltiger Fachkräftemangel (über den hinaus den wir eh schon hatten bzw. hätten!). Aber das schlimmste ist nicht der Fachkräftemangel, sondern dass wir als Gesellschaft einfach in diese Katastrophe hineinlaufen und so viele Menschen leiden werden, without a care in the world.

Anders gesagt: Alle Leute, die heutzutage (bei Inzidenzen von knapp 200) in Gruppenaktivitäten involviert sind, gehen ein ähnliches Risiko ein wie Extremsportler. Das ist das worauf wir uns als Gesellschaft verständigt haben - nur dass den meisten Menschen dies nicht einmal bewusst ist.

Ich muss mich bei den Ökos entschuldigen.
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Cube
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#304

Beitrag von Cube »

Auf der Arbeit will sich kaum mehr wer Impfen lassen. Teils weil ihnen die Impfungen nicht bekommen*, teils wohl weil sie gehört haben, wie die Bekannte eines Bekannten kurz nach der Impfung gestorben ist.
Der Chef geht aber kein Risiko ein, weil seine bessere Hälfte sowieso ein geschwächtes Immunsystem hat, und so hat er sich letzte Woche eine Grippen/Covid-Kreuzimpung reingezogen. Wusste gar nicht, dass es sowas schon gibt.

* In einem Fall obwohl betreffende Person erstmal einen Monat mit C19 krankgeschrieben und gleich im Anschluss nochmal einen Monat mit einer (wahrscheinlich durch die Infektion entstandene) Lungenentzündung abwesend war.


Sehe jetzt erst, dass ein Impfzentrum auf dem Arbeitsweg liegt. Da werde ich dann Freitagnachmittag einen Zwischenstop einlegen.
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Yoshi
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#305

Beitrag von Yoshi »

Clawhunter hat geschrieben:
30. Nov 2022, 01:30
erinnert ihr euch noch an eure Schulzeit, wo ihr mit Verwunderung auf die Ökos geschaut habt? (ok, vermutlich einige von euch nicht :ugly:) Jedenfalls stellte sich ja raus dass die Ökos von Anfang an Recht hatten. Und wie. Der viel zu schnelle Klimawandel beweist es.

Ich fühle mich ähnlich wie ein Öko aus den 90ern bzgl. Long Covid bzw. Spätfolgen von Covid-Erkrankungen. Politik und Medien tun so als ob wir jetzt ein "new normal" erreicht hätten, wo man - außer bzgl. Masken in Bus- und Bahn (Danke dass dies noch nicht in jedem Bundesland abgeschafft wurde!) - Gedanken an Covid eigentlich in die Mottenkiste packen könnte.

Tatsächlich aber infizieren sich immer noch 25.000 Leute in Deutschland täglich (!) mit Corona und damit sind wir (thanks, Omicron!) höher als alles was vor Oktober 2021 war. Sieht so "fertig mit Corona" aus??
Wäre ok, wenn Corona nur eine kleine Erkältung wäre oder vielleicht sogar halbwegs okay wenn es "nur" wie eine normale Grippe wirken würde. Tut es aber nicht. Klar, es sterben nur noch gut 100 Leute pro Tag an Corona; also gerade mal etwas mehr als 35.000 im Jahr. Schnäppchen. Aber selbt diese armen Sterbenden und ihre Angehörigen sind nur ein ganz kleiner Teil des Gesamtbildes. Denn das ergibt sich erst mit einem Blick auf die ganzen versteckten Long Covid Erkrankten, die vor allem deshalb nicht auffallen, weil sie einfach "wegfallen" - wegfallen aus dem Leben, wegfallen aus der Diskussion - keiner hört gerne zu wie jemand ständig davon spricht wie schwer alles für einen ist (Fatigue ist das üblichste Symptom). Long Covid-Kranke verstecken sich bzw. ihre Krankheit also zum einen aus Scham und zum anderen weil einige von ihnen einfach nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen. Und wie viele sind es nun wirklich? Jedesmal wenn ich auf Studien dazu stoße, bin ich entsetzt und will es im ersten Moment nicht wahrhaben - die Zahlen sind so hoch dass man sie für überzogen hält. Aber dann fällt einem ein: Warum sollten ausgerechnet Studien zu Long Covid überzogen sein? Warum? Normalerweise sind es doch die Clickbait Medien die gerne Dinge überzeichnen und nicht die Fachmagazine (gibt es aber auch, zugegeben - aber nicht bei so vielen Studien aus so vielen Ländern mit immer dem gleichen Ergebnis...).

In UK sollen ca. 2 Mio. an Long Covid leiden (d.h. Krankheitssymptome infolge einer Covid-Infektion, die länger als 3 Monate anhalten - und aktuell noch anhalten!). In den USA sollen... ich wills fast gar nicht sagen... ca. 7% der gesamten (!) erwachsenen Bevölkerung an Long Covid leiden (ca. 2% so doll dass sie kein schönes Leben mehr haben, sprich: die Frage "Do these long-term symptoms reduce your ability to carry out day-to-day activities compared with the time before you had COVID-19?" wird mit "Yes, a lot" beantwortet.). Wohlgemerkt, sowohl bei UK als auch USA kommen die Zahlen von Umfragen von staatlichen (!) Institutionen - if anything, staatliche Institutionen [von Diktaturen] würden diese Zahlen eher kleiner halten wollen als sie sind, um besser dazustehen oder um trump-like nicht der Wirtschaft Angst machen zu wollen - klar, man kann sich immer schönreden dass bei Umfragen (Vgl. Wahlumfragen) immer was falsch gemacht wird, aber wie falsch müsste es sein damit man nicht erschrickt? Extrem falsch und das ist eben leider extrem unwahrscheinlich. Es gibt andere Statistiken, die aber allesamt - wirklich allesamt - ganz gleich wie mans rechnet (also Umfragen oder ärztliche Befunde oder oder) immer auf Ergebnisse von mindestens einstelligen Prozentzahlen der Covid-Infizierten (wenn nicht sogar der Gesamtbevölkerung - bei der großen Anzahl an Infektionen tut sich das ohnehin nicht mehr viel), die nach Ihrer Infektion nicht mehr dieselben Menschen sind. (häufig ist sogar die Rede von 20-30% der Infizierten die mindestens mal ein langfristiges Symptom haben, aber erstens werden ja immer Infizierte übersehen und zweitens erholen sich ja auch viele, sprich: mein "einstelliger Prozentsatz" ist konservativ; nicht überzogen)

Achja: Und eine Zweit-, Dritt- und Viert-Infektion machts übrigens auch nicht besser. Und ich hab bisher nur über Long Covid und nicht über Spätfolgen von Covid die zum Tod führen gesprochen (und nicht in Covid-Todesstatistiken auftauchen... wir dürfen gespannt sein auf die Sterbezahlen in den kommenden Monaten/Jahren)...

Wer noch Links zu einzelnen Aussagen haben will, nur Bescheid sagen, ich suchs raus (hier noch ein Blogpost, für diejenigen deren Stimmung ich noch nicht ausreichend gedrückt habe), hab nicht alles parat was ich erzähle aber das ist alles real und entsprechend möchte ich folgende Prognose abgeben: Long Covid wird die Krankheit dieses Jahrzehnts sein. Es werden Millionen (!) Deutsche (teil)arbeitsunfähig dadurch. Es entsteht ein gewaltiger Fachkräftemangel (über den hinaus den wir eh schon hatten bzw. hätten!). Aber das schlimmste ist nicht der Fachkräftemangel, sondern dass wir als Gesellschaft einfach in diese Katastrophe hineinlaufen und so viele Menschen leiden werden, without a care in the world.

Anders gesagt: Alle Leute, die heutzutage (bei Inzidenzen von knapp 200) in Gruppenaktivitäten involviert sind, gehen ein ähnliches Risiko ein wie Extremsportler. Das ist das worauf wir uns als Gesellschaft verständigt haben - nur dass den meisten Menschen dies nicht einmal bewusst ist.

Ich muss mich bei den Ökos entschuldigen.
KA ob der Begriff Öko der passende ist, aber ich habe in den 0er Jahren schon die Klimafrage als die wichtigste politische Fragestellung gesehen. Hinsichtlich Corona / Long-Covid ist es halt so, dass wir zwei Jahre versucht haben, mit massiven Einschränkungen der Bevölkerung die Verbreitung einzudämmen und es ist grundsätzlich gescheitert. Klar hat es kurzfristige Entspannungen gegeben, aber das Virus ist so infektiös, dass die Maßnahmen nicht die Durchdringung haben verhindern können. Ich glaube daher nicht, dass Zwangsmaßnahmen der bisherigen Art das Problem von Long Covid deutlich lindern könnten - mal ganz abgesehen davon, dass die Akzeptanz solcher Maßnahmen immer weiter sinkt und auch noch weiter sinken wird. Was würde dir denn vorschweben?

Hinsichtlich der Statistiken zu Reinfektionen muss man aber auch bedenken, dass Reinfektionen in mehrerlei Hinsicht eine Filterfunktion haben:
- Reinfektionen werden durch Immunschwächen begünstigt
- Tests werden seltener durchgeführt in der allgemeinen Bevölkerung und werden daher überproportional oft bei vulnerablen Gruppen durchgeführt
- Bei vielen Krankheiten verlaufen Wiederansteckungen im Regelfall symptomlos, wenn diese zeitnah geschehen. Symtomlose Wiederansteckungen sind aber weniger wahrscheinlich bekannt

Auf Grund dieser mehrfachen Filterfunktion, die sich nur schwer eliminieren lassen bei groß angelegten statistischen Studien ohne Verhaltenskontrollen bin ich hinsichtlich der "Reinfektion ist gefährlicher"-Aussage ein wenig skeptisch.
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Clawhunter
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#306

Beitrag von Clawhunter »

Für Zwangsmaßnahmen ist größtenteils der Zug leider abgefahren, da stimme ich dir zu. Also außer dass imo jedes Bundesland weiter auf Masken im öffentlichen Verkehr setzen sollte und ggf. bei höheren Inzidenzen auch wieder in Geschäften - das sind keine zu massiven Einschränkungen für die Bevölkerung. Wichtiger in diesem Moment wäre mir halt dass die Aufklärung der Spätfolgen von Covid besser platziert wird, d.h. durch Werbekampagnen der Bundesregierung und eben auch durch ihre Öffentlichkeitsarbeit die diese wesentlichen Informationen über die Presse an die Bevölkerung bringt. Aber klar: Jeder hat sich in diesem Moment bereits eine Meinung gebildet, da ist es schwer gegenanzukommen. Deshalb ist ein weiteres wichtiges Instrument gegen Fake News vorzugehen; wie das im Detail aussehen müsste, hab ich aber nicht ausgearbeitet ;)
Und vor allem: Viel mehr Geld in Forschung und Heilung bzgl. Long Covid / Spätfolgen stecken; es kann nicht sein dass dafür bislang irgendwie nur Peanuts (hab die Zahl vergessen, aber war etwa im Vergleich zu den USA irgendwie n Hundertsel oder so...) investiert werden - das ist grob fahrlässig. Selbst aus wirtschaftlichen Gründen ist das einfach nur bescheuert; denn nur eine (ansatzweise) gesunde Bevölkerung kann leisten.

Ich will nicht sagen dass die zweite oder dritte Infektion schlechter ist als die erste (das scheint recht random zu sein), aber was ich sagen möchte ist dass jede Infektion ein Risiko ist. Und vor allem dass wir uns hier nicht zu viel schönrechnen können bzgl. den ganzen asymptomatischen Fällen oder Umfragefehlern, denn selbst wenn statt 7% der Amis nur bspw. 1% Long Covid hätten, wäre auch das schon eine Katastrophe. (und ja: ich lese zu viel auf englischen Seiten, deshalb hab ich viele US/UK Quellen; liegt aber auch daran dass die mehr forschen. Wobei ich auch die ein oder andere Umfrage einer Krankenkasse aus Deutschland raussuchen könnte; glaub laut den Krankenkassen waren es "offiziell" ca. 7% die mehr als 3 Monate Long Covid gehabt hätten. Ja, wieder die 7 - aber das ist eher Zufall weil wie gesagt ist die Varianz wie man genau zählt ja recht hoch.)

Achso: und die Bundesregierung sollte den STIKO-Kopf (wie auch immer der Eumel heißt) bitte absetzen und eine Werbekampagne bzgl. des Boosterns mit dem bivalenten Impfstoff fahren. Es kann doch nicht sein dass nur weil der Stiko-Head sagt sie sprechen bislang keine allgemeine Impfempfehlung dafür aus, dass man jetzt so tut als sei es nicht hilfreich. Ganz im Gegenteil! Es ist hilfreich und jeder der lange nicht geimpft wurde (also wo es länger als n halbes oder dreiviertel Jahr her ist), sollte sich wieder impfen lassen. Zumal wie gesagt es endlich ein angepasster Impfstoff ist und eben nicht mehr der von 2020. D.h. wir haben hier seit einigen Monaten ein richtig tolles Mittel und tun einfach nichts :(
Nur 14% der Deutschen sind 4x geimpft :(
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#307

Beitrag von Sun »

Es wären sicher mehr als 14% wenn man denn dürfte. Mein Hausarzt mag mich nicht zum 4. mal impfen, obwohl ich noch nicht infiziert war und meine letzte Impfung jetzt ein Jahr her ist. :( Wobei ich nochmal nachfragen muss, Schwangerschaft war leider kein ausreichender Grund aber vielleicht reicht meine Schwangerschaftsdiabetes, die ich nun noch habe. :rippi:
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#308

Beitrag von Yoshi »

Clawhunter hat geschrieben:
30. Nov 2022, 11:33
Für Zwangsmaßnahmen ist größtenteils der Zug leider abgefahren, da stimme ich dir zu. Also außer dass imo jedes Bundesland weiter auf Masken im öffentlichen Verkehr setzen sollte und ggf. bei höheren Inzidenzen auch wieder in Geschäften - das sind keine zu massiven Einschränkungen für die Bevölkerung. Wichtiger in diesem Moment wäre mir halt dass die Aufklärung der Spätfolgen von Covid besser platziert wird, d.h. durch Werbekampagnen der Bundesregierung und eben auch durch ihre Öffentlichkeitsarbeit die diese wesentlichen Informationen über die Presse an die Bevölkerung bringt. Aber klar: Jeder hat sich in diesem Moment bereits eine Meinung gebildet, da ist es schwer gegenanzukommen. Deshalb ist ein weiteres wichtiges Instrument gegen Fake News vorzugehen; wie das im Detail aussehen müsste, hab ich aber nicht ausgearbeitet ;)
Und vor allem: Viel mehr Geld in Forschung und Heilung bzgl. Long Covid / Spätfolgen stecken; es kann nicht sein dass dafür bislang irgendwie nur Peanuts (hab die Zahl vergessen, aber war etwa im Vergleich zu den USA irgendwie n Hundertsel oder so...) investiert werden - das ist grob fahrlässig. Selbst aus wirtschaftlichen Gründen ist das einfach nur bescheuert; denn nur eine (ansatzweise) gesunde Bevölkerung kann leisten.

Ich will nicht sagen dass die zweite oder dritte Infektion schlechter ist als die erste (das scheint recht random zu sein), aber was ich sagen möchte ist dass jede Infektion ein Risiko ist. Und vor allem dass wir uns hier nicht zu viel schönrechnen können bzgl. den ganzen asymptomatischen Fällen oder Umfragefehlern, denn selbst wenn statt 7% der Amis nur bspw. 1% Long Covid hätten, wäre auch das schon eine Katastrophe. (und ja: ich lese zu viel auf englischen Seiten, deshalb hab ich viele US/UK Quellen; liegt aber auch daran dass die mehr forschen. Wobei ich auch die ein oder andere Umfrage einer Krankenkasse aus Deutschland raussuchen könnte; glaub laut den Krankenkassen waren es "offiziell" ca. 7% die mehr als 3 Monate Long Covid gehabt hätten. Ja, wieder die 7 - aber das ist eher Zufall weil wie gesagt ist die Varianz wie man genau zählt ja recht hoch.)

Achso: und die Bundesregierung sollte den STIKO-Kopf (wie auch immer der Eumel heißt) bitte absetzen und eine Werbekampagne bzgl. des Boosterns mit dem bivalenten Impfstoff fahren. Es kann doch nicht sein dass nur weil der Stiko-Head sagt sie sprechen bislang keine allgemeine Impfempfehlung dafür aus, dass man jetzt so tut als sei es nicht hilfreich. Ganz im Gegenteil! Es ist hilfreich und jeder der lange nicht geimpft wurde (also wo es länger als n halbes oder dreiviertel Jahr her ist), sollte sich wieder impfen lassen. Zumal wie gesagt es endlich ein angepasster Impfstoff ist und eben nicht mehr der von 2020. D.h. wir haben hier seit einigen Monaten ein richtig tolles Mittel und tun einfach nichts :(
Nur 14% der Deutschen sind 4x geimpft :(
Die Forschungssituation hinsichtlich weiterer Impfungen ist aber bei weitem nicht so gesichert und es gibt einen signifikanten Dissenz hinsichtlich der Sinnhaftigkeit dessen, vgl. z.B. hier: https://www.sciencemediacenter.de/alle- ... munsystem/

Insofern hielte ich es für unangemessen, den Stiko-Chef herauszuwerfen, weil er eine vorsichtige Haltung zur zweiten Auffrischimpfung einnimmt, die durchaus im Rahmen des derzeitigen wissenschaftlichen Diskurses dazu liegt. Wenn man dazu überginge, eine solche wissenschaftliche Einschätzung politisch zu forcieren, ohne, dass die Evidenz dazu vorläge, wäre das meines Erachtens ziemlich gefährlich, sowohl für die Qualität der Arbeit der Stiko, als auch für das Vertrauen der Bevölkerung zur Stiko.
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Clawhunter
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#309

Beitrag von Clawhunter »

Die Wissenschaftler in deinem Artikel basieren ihre Überlegungen bzgl. der vierten Impfung aber auf Studien zum Ur-Impfstoff (kann man tlw. aus den glücklicherweise referenzierten Studien ablesen); ich kann nachvollziehen warum man sagt Jüngere bräuchten nicht unbedingt nochmal den gleichen Impfstoff. Aber inzwischen haben wir ja den Omikron-Impfstoff und zu dem gibt es halt viel positivere Ergebnisse.
Außerdem schwindet nunmal der Schutz im Laufe der Zeit - bei vielen ist die letzte Impfung schon über 1 Jahr her; da ist zumindest der Antikörperschutz sogut wie abgelaufen; mit der Folge dass schwerere Fälle (und Long Covid) wahrscheinlicher werden. Warum will man sich das antun? Wie hoch ist denn wohl wirklich der Anteil der Wissenschaftler die ihren Kindern empfehlen würden sich nicht boostern zu lassen? Meine Vermutung: Im einstelligen Prozentbereich. Und leider gehört der Stiko-Chef dazu :/

übrigens wäre schon viel geholfen wenn das Wording oder das Marketing einfach angepasst würde, i.S.v.: "Wir lassen es jedem frei sich zu boostern oder nicht. Es gibt viele Vorteile sich boostern zu lassen und jeder hat (in Absprache mit dem Arzt) das Recht dazu." und dann würde Lauterbach eine Impfkampagne starten können. Stattdessen ist es aber so dass die offizielle Aussage ist "es gibt keine Omikron Booster-Empfehlung" und entsprechend finden die meisten, dass sie sich also nicht boostern lassen sollten. Was aber Quatsch ist.
Wie gesagt: ich musste im Oktober UNTERSCHREIBEN, dass ich mich GEGEN die Stiko-Empfehlung boostern lasse :(
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Yoshi
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#310

Beitrag von Yoshi »

Clawhunter hat geschrieben:
30. Nov 2022, 20:51
Die Wissenschaftler in deinem Artikel basieren ihre Überlegungen bzgl. der vierten Impfung aber auf Studien zum Ur-Impfstoff (kann man tlw. aus den glücklicherweise referenzierten Studien ablesen); ich kann nachvollziehen warum man sagt Jüngere bräuchten nicht unbedingt nochmal den gleichen Impfstoff. Aber inzwischen haben wir ja den Omikron-Impfstoff und zu dem gibt es halt viel positivere Ergebnisse.
Außerdem schwindet nunmal der Schutz im Laufe der Zeit - bei vielen ist die letzte Impfung schon über 1 Jahr her; da ist zumindest der Antikörperschutz sogut wie abgelaufen; mit der Folge dass schwerere Fälle (und Long Covid) wahrscheinlicher werden. Warum will man sich das antun? Wie hoch ist denn wohl wirklich der Anteil der Wissenschaftler die ihren Kindern empfehlen würden sich nicht boostern zu lassen? Meine Vermutung: Im einstelligen Prozentbereich. Und leider gehört der Stiko-Chef dazu :/

übrigens wäre schon viel geholfen wenn das Wording oder das Marketing einfach angepasst würde, i.S.v.: "Wir lassen es jedem frei sich zu boostern oder nicht. Es gibt viele Vorteile sich boostern zu lassen und jeder hat (in Absprache mit dem Arzt) das Recht dazu." und dann würde Lauterbach eine Impfkampagne starten können. Stattdessen ist es aber so dass die offizielle Aussage ist "es gibt keine Omikron Booster-Empfehlung" und entsprechend finden die meisten, dass sie sich also nicht boostern lassen sollten. Was aber Quatsch ist.
Wie gesagt: ich musste im Oktober UNTERSCHREIBEN, dass ich mich GEGEN die Stiko-Empfehlung boostern lasse :(
Ich habe keine Daten darüber, wie viele Wissenschaftler es bei ihren Kindern wie handhaben würden, ich gehe aber stark davon aus, dass diejenigen, die sich gegen einen weiteren Booster für jüngere nicht vorerkrankte Personen aussprechen, das aus vernünftigen Gründen tun und das daher bei ihren Kindern ebenso handhaben würden. Die Stiko-Empfehlung ist ja eine einseitige Empfehlung: Eine Empfehlung geben heißt, dass sie sich sicher sind, dass es eine signifkante positive Wirkung gibt, die die negativen Wirkungen übersteigt. Keine Empfehlung heißt nur, dass das nicht so ist, das heißt aber nicht, dass es eine Empfehlung wäre, die Impfung nicht zu nehmen. Allerdings bietet eine Stiko-Empfehlung eine Rechtssicherheit bei Impfschäden, daher vermutlich die notwendige Unterschrift, wenn man sich eine Impfung ohne Empfehlung holt.

Die Aussage "es gibt viele Vorteile wenn man sich boostern lässt" ist augenscheinlich nach Ansicht der Stiko (und auch einiger der oben angegebenen Mediziner) keine (ausreichend) gesicherte Aussage, insofern wäre es, wenn es Unsicherheiten gibt, unverantwortlich, so eine Aussage zu treffen, denn wenn es sich herausstellen sollte, dass die Boosterimpfung für eine gewisse Gruppe einen nicht-positiven erwarteten Nettoeffekt hat, man aber vorher mit solcher Gewissheit gesagt hat, dass es auf jeden Fall einen positiven erwarteten Nettoeffekt hat, dann kann das bei künftigen Impfempfehlungen das Vertrauen in die Institution schwächen. Grundsätzlich finde ich es gut, dass die Stiko sich in der Hinsicht konservativ verhält, weil das bedeutet, dass ich mir nur Gedanken über Impfungen machen muss, die die Stiko nicht empfiehlt. Wenn sie sie empfiehlt, weiß ich mit angemessener Sicherheit, dass das auch die richtige Entscheidung ist und ich mich nicht genauer - als medizinischer Laie, was keine ideale Situation ist - damit auseinandersetzen muss. Vielleicht wäre es gut, wenn die Stiko Stufen der Empfehlung abgeben würde:
- Pflicht
- dringend empfohlen
- eher empfohlen
- eher abgeraten
- dringend abgeraten
- verboten
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#311

Beitrag von Clawhunter »

ja, konservativ heißt in dem Sinne nicht mehr konservativ wie ursprünglich mal sondern konservativ wie es heutzutage gelebt wird :cranky:

Nützt nichts, wir sind da unterschiedlicher Meinung. Ich könnte hier noch ne halbe Seite dazu schreiben aber letztlich müssen wir ohnehin mit dieser Situation auskommen. Dumm nur dass, wie gesagt, Abertausende Menschen darunter leiden werden.
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#312

Beitrag von Clawhunter »

noch ein letztes Posting zum Thema:

jungen Australiern gehts ähnlich:
https://www.theguardian.com/world/2022/ ... guidelines

Sprich: Australier zwischen 16 und 29 dürfen offiziell keine 4. Impfung bekommen. Manche Ärzte verabreichen sie trotzdem (insb. solche die sonst ablaufen würden). Und dann schreiben sie zum Risiko Folgendes:
"“It would need to be a conscious decision,” he said. “If you’re weighing up in a 22-year-old whether a one in 10,000 risk of myocarditis, which settles in one week, with getting Covid-19 which could lead to long Covid – that does need to be carefully thought through.”"
Probleme bei 4. Impfung: jeder 10.000. junge Mann (jd. 30.000. junge Frau) hat Herzprobleme
Probleme bei nichtvorhandenem Booster: höhere Long Covid-Wahrscheinlichkeit (inkl. Stärke des Long Covid) - vermutlich im einstelligen Prozentbereich höher; höhere Ansteckungswahrscheinlichkeit (inkl. höherer Weiter-Ansteckungswahrscheinlichkeit) - kurzum: schlimmere Pandemie. [nach meinen Rechnungen ist die Inzidenz in Australien gerade so bei 260, d.h. pro Woche stecken sich 0,26% der Australier offiziell an, also vermutlich in echt mehr als doppelt so viel. Sprich: nicht unwahrscheinlich es zu kriegen]
Wirklich klasse wenn man aufgrund dieser Daten sagt die Jüngeren dürfen sich nicht impfen lassen. Wirklich klasse...
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