Der "ich habe mal eine Frage"-Thread

Für alle weiteren Themen
Antworten
Benutzeravatar
Guybrush Threepwood
Beiträge: 856
Registriert: 1. Mai 2020, 14:23

Der "ich habe mal eine Frage"-Thread

#1

Beitrag von Guybrush Threepwood »

Postet hier irgendwelche Alltagsfragen.

Nach zweieinhalb Jahren ist mein Smartphone kaputt gegangen. Da ist offenbar ein Wackelkontakt, so dass es immer wieder den Strom verliert. Gestern wunderte ich mich schon, dass es einmal aus gewesen ist, heute wurde der Defekt offenbar und das passiert so oft, dass es praktisch nicht mehr hoch fährt. Das ärgert mich jetzt, weil das offenkundig ein ganz simpler Defekt ist, der reparabel sein müsste, aber weil jetzt alle Welt zu hat, werde ich wohl doch Montag bei meinem Anbieter anrufen und hören, was sie mir, eventuell mit Tarifwechsel, anbieten können.

Es ist ein Sony Xperia-Handy. Ich habe noch ein altes Nokia, das ich weiter betreibe, weil ich es nicht wegwerfen wollte, eh es kaputt geht. Außerdem hat der damit verbundene Vertrag keinen Mindestumsatz. Das hat jetzt schon sein zweites, smartes Brüderchen überlebt, auf nur einem Akku. Da kann man fast gespannt sein, wie viele Kameraden es noch durchhält.

Hätte die EU nicht beschlossen, dass Online-Banking ohne Begleitapp zu unsicher ist, würde ich wahrscheinlich wirklich bis Ende des Lockdowns warten, weil ich ja prinzipiell mobil erreichbar bin. Ich habe echt ein schlechtes Gewissen, so ein kompliziertes Stück Technologie wegen so einer Lappalie auszumustern.

Egal, jetzt komme ich mal zur Frage: Auf Werkseinstellungen kann ich das Ding nicht zurück setzen, so lange hält es nicht durch. Wie gefährlich ist es, das zu entsorgen, wenn jemand es aus dem Elektrocontainer stiehlt? Mir geht es vor allem um zahlungsrelevante Dinge - ist das ohne SIM-Karte drin abgreifbar? Pikante Fotos habe ich nicht, wenn die jemand rekonstruieren kann, ist mir das wurscht, aber meines Wissens habe ich es so eingestellt, dass die eh nur auf der SD gespeichert.

Kann ich dieses wertvolle Stück Elektroschrott richtig entsorgen, oder muss ich es sicherheitshalber aufheben?

Und sind Sony-Handys für mangelnde Qualität? Zweieinhalb Jahre sind ja kein Alter - finde ich.
Ich habe mich an die Bedienbarkeit gewöhnt (trotz Android überall gibt es ja Unterschiede), aber wenn Sony für seine geringe Lebensdauer berüchtigt ist, wechsele ich vielleicht den Hersteller. Ich habe auch tatsächlich an ein Fairphone gedacht, aber jetzt gerade ist es mir wohl leider doch zu teuer und mein Anbieter hat es anscheinend nicht im Sortiment.
Benutzeravatar
GamepadRanger
LogoErfindungsKünstler
Beiträge: 260
Registriert: 27. Apr 2020, 19:11
Nintendo Switch Friendscode: SW-6641-8579-5495
PlayStation Online-ID: GamepadRanger

#2

Beitrag von GamepadRanger »

Also meine beiden letzten Smartphones waren auch Sony Xperias. Die habe ich jeweils nach ca. drei Jahren abgelöst, weil sie mir einfach zu langsam wurden und weil der Akku durch das tägliche Aufladen enorm an Kapazität verloren hatte. Zum Schluss hielt es mit Mühe und Not 12 Stunden ohne größeren App-Einsatz durch.

Wenn du ganz sicher gehen willst, dass niemand an deine Daten kommt, gibt es immer die Hammer-Methode. Einfach so lange draufkloppen, bis die Platine so schief und krumm ist, dass nichts mehr geht. Oder die harmlosere Variante, es im Fachgeschäft zurücksetzen lassen. Wobei da ggf. noch Reparaturkosten hinzukommen, um es überhaupt so weit wieder einschaltbar zu machen. Ich würde es an deiner Stelle wirklich aufmachen, physisch "zerstören" und dann ab in die Tonne. Schrott muss man wirklich nicht rumliegen lassen.

Ich habe nach meinem letzten Sony Xperia zu einem Xiaomi Redmi Note gewechselt. Da musste ich anfangs zwar erst einmal allerhand Software vom Hersteller runter schmeißen, die gerne meine Daten senden wollte, aber seitdem ich das gemacht habe ist es mein treuer und zuverlässiger Begleiter. Es kann mehr als mein letztes Sony Gerät und hat nur die Hälfte gekostet.
Ich bin ja Kummer gewohnt.
Benutzeravatar
Yoshi
Site Admin
Beiträge: 669
Registriert: 27. Apr 2020, 18:30
Nintendo Switch Friendscode: sw-2750-0200-3742
Xbox Live Gamertag: gfreaksyosh
PlayStation Online-ID: G-FYoshi

#3

Beitrag von Yoshi »

Guybrush Threepwood hat geschrieben:
7. Feb 2021, 03:52
Hätte die EU nicht beschlossen, dass Online-Banking ohne Begleitapp zu unsicher ist, würde ich wahrscheinlich wirklich bis Ende des Lockdowns warten, weil ich ja prinzipiell mobil erreichbar bin.
Ich hab kein Handy, das so eine Begleitapp verwenden ließe, kann aber trotzdem Online Banking nutzen, per Tan Generator. Ich wüsste nicht, dass entschieden worden wäre, mir künftig den Zugang zu verwehren.
Benutzeravatar
Ryudo
Tausendsassa
Beiträge: 641
Registriert: 27. Apr 2020, 22:02

#4

Beitrag von Ryudo »

Mein Cousin schwört auf die Xperia-Teile, nachdem er zwischenzeitlich mal ein HTC hatte, dessen Akku relativ schnell in die Knie ging.
Mein Xperia-Tablet funktioniert noch bis heute ziemlich gut, auch wenn ich es nicht mehr in Gebrauch habe. Ich muss dazu sagen, dass ich meine Gerät über Nacht immer komplett ausschalte.
Ich persönlich bin nach mehreren Marken nun doch bei Apple gelandet und kann es nur weiter empfehlen. Ich hab auf Andoid auch ehrlich gesagt keine Lust mehr.
Benutzeravatar
Guybrush Threepwood
Beiträge: 856
Registriert: 1. Mai 2020, 14:23

#5

Beitrag von Guybrush Threepwood »

@GamepadRanger

An sich ja eine gute Idee, aber der Akku ist ja noch drin und fast voll und jetzt würde man wahrscheinlich Stunden Knöpfchen drücken, um den leer zu kriegen. Ich glaube, da habe ich zu viel Respekt, um einen fast vollen Akku zu verkloppen.
Yoshi hat geschrieben:
7. Feb 2021, 10:40
Guybrush Threepwood hat geschrieben:
7. Feb 2021, 03:52
Hätte die EU nicht beschlossen, dass Online-Banking ohne Begleitapp zu unsicher ist, würde ich wahrscheinlich wirklich bis Ende des Lockdowns warten, weil ich ja prinzipiell mobil erreichbar bin.
Ich hab kein Handy, das so eine Begleitapp verwenden ließe, kann aber trotzdem Online Banking nutzen, per Tan Generator. Ich wüsste nicht, dass entschieden worden wäre, mir künftig den Zugang zu verwehren.
Na ja, klar, aber so ein Gerät müsste ich mir jetzt auch erst besorgen.

Allerdings liebäugle ich jetzt gerade auch damit, um das Handy vielleicht doch reparieren zu lassen.
Benutzeravatar
GamepadRanger
LogoErfindungsKünstler
Beiträge: 260
Registriert: 27. Apr 2020, 19:11
Nintendo Switch Friendscode: SW-6641-8579-5495
PlayStation Online-ID: GamepadRanger

#6

Beitrag von GamepadRanger »

Den Akku sollst du ja auch vorher rausnehmen! Ich dachte das wäre klar. Niemals stumpfe Gewalt auf Batterien oder Akkus einwirken lassen!
Ich bin ja Kummer gewohnt.
Benutzeravatar
Guybrush Threepwood
Beiträge: 856
Registriert: 1. Mai 2020, 14:23

#7

Beitrag von Guybrush Threepwood »

Aber wie entfernt man den denn ohne Hammer? Gibt doch keine Batteriefächer mehr an den Dingern.
Benutzeravatar
GamepadRanger
LogoErfindungsKünstler
Beiträge: 260
Registriert: 27. Apr 2020, 19:11
Nintendo Switch Friendscode: SW-6641-8579-5495
PlayStation Online-ID: GamepadRanger

#8

Beitrag von GamepadRanger »

Bei meinem Modellen konnte ich immer noch die Klappe hinten abnehmen :puppyeye:
Ohne das Gerät vor mir zu haben, möchte ich nur ungern spezifische Anweisungen geben. Dazu kann dann doch zu viel passieren.
Ich bin ja Kummer gewohnt.
Benutzeravatar
Ryudo
Tausendsassa
Beiträge: 641
Registriert: 27. Apr 2020, 22:02

#9

Beitrag von Ryudo »

Ich würde bei nen Fachhändler gehen. Die Akkus sind doch mittlerweile alle verklebt.
Benutzeravatar
Guybrush Threepwood
Beiträge: 856
Registriert: 1. Mai 2020, 14:23

#10

Beitrag von Guybrush Threepwood »

Kleines Update: Ich habe jetzt ein Galaxy A21 - oder so ähnlich. Die Nummer habe ich schon wieder vergessen. Warum haben die keine vernünftigen Namen? Es war jedenfalls günstig, trotzdem viel größer als mein altes Handy. Der Akku hält erstaunlich lange, haben die Teile doch inzwischen mal Marktreife erlangt? Außerdem ist bei der Gelegenheit mein Datenvolumen um 9 Gigabyte gestiegen bei trotz Abzahlung beinahe identischen Preises.

Ich bin zufrieden - außer dass ich darauf schaue und denke, in zwei Jahren ist es eh kaputt. Deswegen wollte ich auch ein günstiges Teil. Schrott soll wenigstens günstig sein.

Was ich mit dem alten Ding mache, habe ich mir noch nicht überlegt. An den Akku kommt man ohne Spezialwerkzeug jedenfalls nicht ran.
Benutzeravatar
Ryudo
Tausendsassa
Beiträge: 641
Registriert: 27. Apr 2020, 22:02

#11

Beitrag von Ryudo »

Ich drück die die Daumen, dass Du Glück mit dem Teil hast. Ich hab mit Samsung Hardware mit Ausnahme von Bildschirmen nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ah halt, die Waschmaschine funktioniert auch noch. Immerhin. ^^
Benutzeravatar
WhiteHorse
Beiträge: 43
Registriert: 18. Mai 2020, 23:34

#12

Beitrag von WhiteHorse »

Sony Handys kann man recht fix zurücksetzen. Hatte mal eins, wo das Display in tausend Teile gesplittert ist, so dass man weder was erkennen konnte, noch es bedienen und trotzdem ließ es sich zurücksetzen. Konnte leider keine Daten retten, weil man bei verbinden mit PC am Handy den Datenaustausch erst erlauben muss (sehr sinnvoll...), aber der Reset ging.

https://praxistipps.chip.de/sony-xperia ... ehts_45808

Hab jetzt mal irgendein Handy ausgesucht, gib einfach mal dein Modell ein und schau, ob bzw was Google dazu ausspuckt.

Ich persönlich hab gemischte Erfahrungen mit Sony. Das vorletzte (Z3 compact), was ich geschrottet hab, wäre zur damaligen Zeit wohl noch lange gelaufen. Das Z5 compact danach hatte ein massives Akku-Problem. Bzw wurde das Gerät so warm, dass es den Akku eben schnell leerzog. Mit dem jetzt (XZ1 compact, etwas über 2 Jahre) bin ich wieder sehr zufrieden. Der Akku hält gut und es bleibt selbst bei 3 Stunden Dauer-Pokemon Go (an Community Days) eiskalt. nach ungefähr 6 Monaten kanns aber passieren, dass ich es mal zurücksetzen muss, dass es zu alter Form zurückfindet. Selbst die Akku-Leistung betreffend (als ich noch mehr PoGo gespielt hab, hat er einfach ein "falsches" Ladeverhalten gelernt).

Was die Zukunft bringt, weiß ich noch nicht. Ich habs damals für 199€ bei Amazon im Angebot geschossen und würde gerne ein Nachfolgermodell haben - aber Sony macht keine Compact-Modelle mehr. Werde mich also gezwungenermaßen umschauen müssen, wenn es mal soweit ist. Allgemein ist die Lebensdauer bei Androiden aber wohl nicht sooo lang, was man an der Software-Versorgung zwecks neuer Betriebssysteme merkt. Da stellen viele sogar nur eine Version bereit und die danach kommt schon nicht mehr.
Benutzeravatar
Guybrush Threepwood
Beiträge: 856
Registriert: 1. Mai 2020, 14:23

#13

Beitrag von Guybrush Threepwood »

Danke, das probiere ich auf jeden Fall mal aus. Es ist natürlich auch davon abhängig, dass der Stromkreislauf im Inneren mal lange genug hält, aber man kommt hoffentlich schneller als mit einem richtigen Hochfahren an dem Punkt an.
Benutzeravatar
Zeratul
Hat sein H verloren.
Beiträge: 723
Registriert: 27. Apr 2020, 20:34

#14

Beitrag von Zeratul »

Ist jetzt keine Alltagsfrage, sondern tatsächlich eine videospielbezogene Frage:

Wo hat diese farbliche Kennzeichnung der Seltenheit von Items in Videospielen ihren Ursprung? Also grau/weiß (gewöhnlich), grün (ungewöhnlich), blau (selten), lila (episch), gold (legendär).
Das findet man in Rollenspielen, Looter Shootern, bei so manchen Card Games usw. usf..
Ich hab dieses System das erste mal bei World of Warcraft gesehen, aber das ist ja sicherlich nicht der Ursprung an dem sich alle orientieren.
Benutzeravatar
Yoshi
Site Admin
Beiträge: 669
Registriert: 27. Apr 2020, 18:30
Nintendo Switch Friendscode: sw-2750-0200-3742
Xbox Live Gamertag: gfreaksyosh
PlayStation Online-ID: G-FYoshi

#15

Beitrag von Yoshi »

Zeratul hat geschrieben:
2. Apr 2021, 10:07
Ist jetzt keine Alltagsfrage, sondern tatsächlich eine videospielbezogene Frage:

Wo hat diese farbliche Kennzeichnung der Seltenheit von Items in Videospielen ihren Ursprung? Also grau/weiß (gewöhnlich), grün (ungewöhnlich), blau (selten), lila (episch), gold (legendär).
Das findet man in Rollenspielen, Looter Shootern, bei so manchen Card Games usw. usf..
Ich hab dieses System das erste mal bei World of Warcraft gesehen, aber das ist ja sicherlich nicht der Ursprung an dem sich alle orientieren.
Ich konnts jetzt auch nur googeln, aber die aktuellen Farbcodes hat offenbar Diablo 2 etabliert, davor hat Diablo 1 schon Farbcodes verwendet um Items zu klassifizieren aber nicht nach Seltenheit und Diablo 1 hat diese Idee von dem Roguelike Angband. Quelle: https://gaming.stackexchange.com/questi ... -come-from
Clawhunter
Beiträge: 68
Registriert: 21. Jan 2021, 23:50

#16

Beitrag von Clawhunter »

Wir haben hier doch im Forum so einige Lehrer (glaube ich). Ich bin kein Lehrer, bereite aber gerade eine Schulung vor (Excel VBA - egal) und muss sagen: Die Unterrichtsmaterialien vorzubereiten ist wirklich anstrengender als ich mir das vorgestellt habe (gut, ich gebe mir ja auch Mühe, aber trotzdem!). Wie schaffen gerade Junglehrer es ihren Unterricht vorzubereiten ohne dabei wahnsinnig zu werden? Es ist doch quasi so, dass außerhalb des Unterrichts und Korrigieren die Arbeit eines Lehrers quasi nur aus Unterrichts-Vorbereitung besteht (naja, was weiß ich - Lehrerkonferenzen und sowas sicherlich auch, aber zum Großteil halt) und wenn man noch kein tolles Sortiment hat aus dem man schöpfen kann - wie macht man's dann? Bei der Fülle an anstehendem Unterricht ist das doch Wahnsinn.

Also wie kommt/kamt ihr damit klar? Und wie ist der Unterschied zwischen Fächern? Wie ist der Unterschied zwischen Unterrichtsarten (selbst vortragen, Kinder was machen lassen etc.)? Wohlgemerkt gehts mir echt ums Lernmaterialien vorbereiten und ggf. gleichzeitig vorbereiten wie man das am besten didaktisch rüberbringt.

@Yoshi hä ich les deinen kommentar gerade: Diablo 1 hat sehr wohl seine Items nach Seltenheit farblich markiert: weiß = normal, blau = magisch (gabs weniger als weiß, sonst hättest du fast Recht ;)), golden = sehr selten [unique] (wirklich hübsches Gold! Viel besser als lila, aber aus Farbkontrastgründen kann ich verstehen warum das nicht mehr gold ist bei neuen Titeln).
Benutzeravatar
Imur
Beiträge: 239
Registriert: 1. Mai 2020, 15:14

#17

Beitrag von Imur »

Clawhunter hat geschrieben:
15. Apr 2021, 17:52
Wie schaffen gerade Junglehrer es ihren Unterricht vorzubereiten ohne dabei wahnsinnig zu werden?
Ohne wahnsinnig zu werden? Gar nicht. Aber es wird mit jedem Jahr besser. Einmal natürlich, weil man manches wiederverwenden kann, aber auch weil man einfach Routine kriegt. Der Rest ist dann leider ein Leben mit Kompromissen. Man muss dann einfach mal damit leben, dass das Material nicht perfekt, sondern einfach gut genug ist. Wenn es irgendwie geht hilft es auch, einfach mal auf vorhandenes Material (Schulbuch/Internet/Fachzeitschrift etc) zurückzugreifen. Das passt natürlich nicht immer genau so wie man es gerne hätte, aber man muss das Rad zumindest nicht völlig neu erfinden. Gute Teams und hilfbereite Kolleg*innen sind da ebenfalls Gold wert. So schlägt man sich dann am Anfang irgendwie durch und das eher nicht mit einer 5 Tage Woche.

Unterschiede gibt es aber absolut. Durch extremen Mangel an unserer Schule habe ich als studierter Wirtschafts und Politiklehrer auch Geschichte in der Oberstufe übernommen. Das war erstmal natürlich viel Arbeit, weil ich gar nicht so wahnsinnig viel Ahnung davon hatte. Jetzt wo ich es einmal ausgearbeitet habe, kann ich das aber über Jahre mehr oder weniger genau so machen. Das funktioniert in Politik eher nicht, zumindest nicht wenn es gut sein soll. Durch einen neuen Mangel werde ich im nächsten Jahr auch Informationsverarbeitung unterrichten. Wenn ich mir angucke, was die so lernen müssen, wird die Vorbereitung wohl ein ziemlicher Witz. Dafür wird es in der Stunde umso anstrengender, weil man nicht nur mit Schüler*innen zu kämpfen hat, die teilweise nicht mal wissen wie man eine Maus bedient (kein Scherz, die kennen nur Smartphones und Tablets) sondern auch noch mit der mieserablen Technik in der Schule, die ständig nicht funktioniert.

Zu den Unterrichtsarten: tendenziell würde ich sagen, dass es mehr Arbeit ist, je weniger man im Unterricht noch wirklich nachsteuern will. Einen ewigen Vortrag über ein Thema, in dem ich fit bin kann ich notfalls auch noch aus dem Kopf halten. Materialien so aufarbeiten, dass das nicht mehr nötig ist, weil die Schüler*innen es damit schaffen, alles allein zu lernen ist weit mehr Aufwand. Dafür hänge ich dann im Unterricht teilweise im Discord oder im Era. :ugly: Wenn es doch mal Probleme gibt bin ich natürlich ansprechbar. :wink:
Benutzeravatar
Ryudo
Tausendsassa
Beiträge: 641
Registriert: 27. Apr 2020, 22:02

#18

Beitrag von Ryudo »

Das hängt sehr von den Fächern ab. In Mathe geh ich in die Klasse rein und halte Unterricht aus dem Stegreif und mit dem Buch. Wichtig ist es, eine gesunde Mischung aus lebendigem Lehrervortrag und Übungen zu schaffen. Diesen lebendigen Unterricht kann man aber nicht lernen. Entweder man hat es drauf oder eben nicht. Wenn wir da an unsere eigene Schulzeit denken, fallen glaube ich jedem ein paar Beispiele dazu ein. Natürlich bleiben, hier und da ein paar Anekdoten erzählen, dann läuft‘s. Von offenem Unterricht und diesem „Lehrer als Lernmoderator“ halte ich nichts. Wichtig ist gerade bei sowas wie Mathe halt auch, dass man es sehr anschaulich erklärt. Verknüpfungen zur Lebenswelt der Schüler schaffen.
Am Anfang hab ich in Mathe immer alles genau vorbereitet gehabt, inklusive Rechenweg und Lösungen. Das hab ich mir sehr schnell abgewöhnt. Mittlerweile schau ich auf eine Aufgabe drauf und sehe, wo der Fehler ist.
In Erdkunde ist das ein wenig anders. Da ist die Vorbereitung schon enorm, zumindest wenn man ein aktuelles Thema unterrichten will. Aber das mache ich eigentlich immer dann, wenn ich Lust drauf habe und grad ne kreative Phase habe. Oftmals arbeite ich da sehr konstruktivistisch, damit sich die Schüler in die Lebenswelt der Betroffenen hineindenken können. Planspiele mit Entscheidungsfindungen kommen auch immer gut an. Verknüpfungen zur Lebenswelt sind hier auch immer dienlich. Den Produktlebenszyklus erklär ich immer mit der aktuellen PlayStation, da diskutieren dann plötzlich auch Leute mit, die sonst eher schüchtern sind. *g*
Gibt da natürlich auch Kollegen, die einfach nur nen Film schauen, aber die Leute hab ich als Schüler schon verabscheut.
Ach ja und nebenbei kann man dann noch den Psychologen spielen, weil immer mehr Schüler über keine ausreichende Resilienz verfügen. Das überfordert leider viele Kollegen, weil sie nicht richtig dafür ausgebildet wurden. An meiner Uni bestand damals zum Glück die Möglichkeit, einen Schwerpunkt in der Ausbildung darauf zu legen.
Clawhunter
Beiträge: 68
Registriert: 21. Jan 2021, 23:50

#19

Beitrag von Clawhunter »

Danke euch für eure interessanten, ausführlichen Antworten! :)

Immerhin habt ihr zwei Sachen über die ihr euch weniger Sorgen machen müsst: 1. was ihr genau beibringen wollt und 2. dass ihr irgendwo von einem Kollegen oder Projekt gebeten werdet was anderes zu tun obwohl ihr eigentlich mitten in der Vorbereitung steckt. Mit beiden Sachen ärgere ich mich gerade rum (gut, selbst entscheiden was man beibringen will, hat ja auch was)...aber was tut man nicht alles für strahlende Gesichter von Wissbegierigen ;)
Benutzeravatar
Zeratul
Hat sein H verloren.
Beiträge: 723
Registriert: 27. Apr 2020, 20:34

#20

Beitrag von Zeratul »

Clawhunter hat geschrieben:
15. Apr 2021, 17:52
Wir haben hier doch im Forum so einige Lehrer (glaube ich). Ich bin kein Lehrer, bereite aber gerade eine Schulung vor (Excel VBA - egal) und muss sagen: Die Unterrichtsmaterialien vorzubereiten ist wirklich anstrengender als ich mir das vorgestellt habe (gut, ich gebe mir ja auch Mühe, aber trotzdem!). Wie schaffen gerade Junglehrer es ihren Unterricht vorzubereiten ohne dabei wahnsinnig zu werden? Es ist doch quasi so, dass außerhalb des Unterrichts und Korrigieren die Arbeit eines Lehrers quasi nur aus Unterrichts-Vorbereitung besteht (naja, was weiß ich - Lehrerkonferenzen und sowas sicherlich auch, aber zum Großteil halt) und wenn man noch kein tolles Sortiment hat aus dem man schöpfen kann - wie macht man's dann? Bei der Fülle an anstehendem Unterricht ist das doch Wahnsinn.

Also wie kommt/kamt ihr damit klar? Und wie ist der Unterschied zwischen Fächern? Wie ist der Unterschied zwischen Unterrichtsarten (selbst vortragen, Kinder was machen lassen etc.)? Wohlgemerkt gehts mir echt ums Lernmaterialien vorbereiten und ggf. gleichzeitig vorbereiten wie man das am besten didaktisch rüberbringt.
Es wäre echt schön wenn mehr Menschen diese Erfahrung mal machen würden. Das wird von Nicht-Lehrern nämlich oft unterschätzt wie aufwändig sowas doch ist.

Ich hab das Glück, dass ich durch den Sportunterricht in einem meiner beiden Fächer relativ wenig vorbereiten muss und abgesehen von der Oberstufe überhaupt keinen Korrekturaufwand habe. Wenn ich sehe wieviele Stunden ich schon an der Vorbereitung für meine Englischstunden sitze, will ich mir gar nicht ausmalen, wie das aussehen würde wenn ich noch Deutsch, Mathe, Geschichte oder dergleichen als zweites Fach hätte.
Ich finde aber auch, dass die Vorbereitung mit der Zeit immer leichter wird. Man hat ja mit der Zeit schon nen gewissen Fundus an Aufgaben, die man immer wieder verwenden kann. Wenn ich beispielsweise ein Tafelbild für ne Grammatikeinführung erstelle, dann kann ich den Großteil davon ein Jahr später in der gleichen Klassenstufe ja nochmal genau so verwenden.
Es gibt aber auch Tage, wo ich in vereinzelten Stunden wirklich nur das Buch aufschlage und die Stunde mehr spontan gestalte. Beispielsweise wenn ich nen 8-Stunden-Tag hinter mir habe und dann abends noch ein Elternabend ansteht und ich im Idealfall noch ein paar Klassenarbeiten zu Hause liegen habe, die ich korrigieren muss. Dann bleibt für die Vorbereitung natürlich wenig bis gar keine Zeit. Aber das passiert eher selten.
Antworten