Deutscher Bundestag will strengere USK-Regelungen...

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Guybrush Threepwood
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#31

Beitrag von Guybrush Threepwood »

Clawhunter hat geschrieben: 10. Sep 2023, 13:08 b) dass der deutsche Rechtsrahmen da halt scheinbar so starr ist dass diese Spiele nicht nur nicht beworben werden dürfen sondern gefühlt fast schon nicht mal erwähnt.
Es ist ein Shop, und wenn es da erwähnt wird, wird es quasi beworben. Wobei ich es so einschätze, dass es in Ordnung wäre, wenn Gog den Titel des Spiels erwähnt und dann steht dort: "Für Kunden aus Deutschland nicht erhältlich." Da fragt sich nur vermutlich bei Gog jemand, warum sie so eine extra Seit programmieren sollten, wenn es einfacher ist, die bestehende für deutsche Spieler zu blockieren.

Indizierte Spiele dürfen ja verkauft werden, aber in Geschäften nicht ausgestellt werden, weil das schon Werbung ist. Daher führt ein Media Markt solche Spiele nicht - oder führte ein Karstadt diese Spiele nicht, das war ja eher noch das führende Geschäft, als Indizierungen noch häufig waren. Ein kleiner Videospielladen konnte so etwas eher machen, Spiele unter der Theke haben, um einen nachfragenden, erwachsenen Kunden zu bedienen - wobei diese kleinen Läden die oft ungeniert ausgestellt haben, die Wahrscheinlichkeit, das jemand diese kleinen Geschäfte kontrollierte, war ja gering.
Ich schätze, es wäre einem Downloadshop erlaubt, die Spiele zu vertreiben, indem er A) Einen Service anbietet, wo die Kunden per E-Mail unaufgefordert um diese Spiele bitten und sich dann rechtssicher ausweisen, oder B) einen 18er Bereich anbietet, den nur eingeloggte Kunden sehen, die rechtssicher nach deutschen Maßstäben registriert und überprüft sind, etwa über den elektronischen Perso. Aber das lohnt sich halt nicht, indizierte Spiele sind größtenteils sehr alt, heute ist das ja sehr selten geworden. Da betreibt man einen riesigen Aufwand für ein paar hundert Transaktionen im Jahr.
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Clawhunter
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#32

Beitrag von Clawhunter »

Ne ganze Reihe an Titeln auf meiner Steam-Wunschliste ist jetzt nicht mehr für mich aus Deutschland kaufbar (und genau wie bei indizierten Titeln die Shopseite nicht mehr richtig aufrufbar aka "An error was encountered while processing your request: This item is currently unavailable in your region".)

Und warum? Weil Deutschland halt aggressive USK-Regeln hat... naja und weil die Entwickler dieser Spiele irgendwie als Alternative (noch) nicht den freiwilligen Fragebogen ausgefüllt haben (ist ihnen den der deutsche Kunde nicht wichtig genug??! :()

https://www.msn.com/de-de/nachrichten/d ... r-AA1u7QNP

auf meinem Wunschzettel betrifft dies: JumpJet Rex, DinnerDate, AstroTripper, Offspring Fling!, MX Bikes, Elsinore, Unlimited, Roadout (ok das ist eh noch nicht raus - momentchen mal, selbst Titel die noch nicht erschienen sind?!), Mini Metal.
Ca. 10% meines Wunschzettels. Zum Glück gibts VPN und so, aber langsam wirds echt nervig mit der USK.

PS: Warum mir der MSN-Artikel japanische oder chinesische Schriftzeichen anzeigt, weiß ich auch nicht. Sehr strange.
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Scorplian
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#33

Beitrag von Scorplian »

In dem Punkt ist der deutsche Jugendschutz echt nervig
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Z.Carmine
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#34

Beitrag von Z.Carmine »

Steam ist auch schlimm, erst gestern bei einem Soundtrack!
"Content Classification:
Not fit for distribution
Based on your description of the content it may violate national law in .
Age rating for: Germany" :ugly:
"Ich glaube Carmine ist als Kind in den Grummeltrank gefallen" -Rippi
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Clawhunter
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#35

Beitrag von Clawhunter »

Die EU will auch endlich strenger werden! (Vgl. China)

Für uns Gamer gehts um strengere Regeln zu:
application of DSA rules to online video platforms and outlawing of loot boxes and other randomised gaming features (in-app currencies, fortune wheels, pay-to-progress)
Dazu haben die Parlamentierer noch Bock auf ein ganzes Potpoiree zu Social Media-Beschränkungen, um Jugendliche zu schützen.

Warum haben Parlamentarier auf einmal Bock? Weil die Bevölkerung Bock hat:
According to the 2025 Eurobarometer, over 90% of Europeans believe action to protect children online is a matter of urgency, not least in relation to social media’s negative impact on mental health (93%), cyberbullying (92%) and the need for effective ways to restrict access to age-inappropriate content (92%).
Schon krasse Stats. Und ja: Das ist erstmal nur der erste Schritt, aber bei den Mehrheiten (Parlament stimmte wie folgt: 483 votes in favour, 92 against and with 86 abstentions) gehts vermutlich einen längeren und tatsächlichen Weg.

Fazit: FIFA bald ab 18? I sure hope so.
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Guybrush Threepwood
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#36

Beitrag von Guybrush Threepwood »

Die (bisherige) Passivität der EU bei dem Thema hat mich schon länger verwundert.
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Clawhunter
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#37

Beitrag von Clawhunter »

Ich glaub das ist auch son Altersproblem. N 70-jähriger Merz hat halt keine Ahnung von sowas. D.h. es mussten erstmal Politiker einer Generation so nah an Machtstrukturen herankommen, dass sie wirklich zu diesen Themen ihren Schwerpunkt vertreten konnten.
Mal abgesehen davon dass irgendwie Studien, die z.B. die Gefahr von sozialen Medien aufzeigen, einen exorbitant hohen Stellenwert haben bei Politikern. D.h. es braucht fast immer erstmal solch Studien, damit Politiker irgendwas haben womit sie ihr Handeln rechtfertigen können. Damit mein ich jetzt gar nicht die Umfragen wo 90% der Leute sagen dass soziale Medien schädlich sind, sondern Studien von Wissenschaftlern. Dabei sind die in manchen Bereichen - wie eben Psychologie oder sozialen Themen - häufig eher schlecht als recht aber irgendwo stehen die Politiker da drauf. Von daher brauchts die irgendwie...

Dass der Lobbyismus von Facebook etc. schuld ist an dem trägen Vorgehen der EU glaub ich hingegen eher weniger; soweit ich gelesen habe lobbyieren die big tech Firmen zwar in den letzten Jahren weitaus mehr als früher, aber gleichzeitig immer noch viel weniger als andere Branchen und sie haben halt nicht die typischen Argumente drauf die bei EU-Politikern ziehen würden (also abseits von Geldgeschenken :ugly: meine halt Arbeitsmarkt). Tendenziell n bisschen USA nicht vergraulen wollen, ist sicher dabei. Aber wie gesagt glaub Hauptaspekt ist einfach die Altersstruktur in der Politik.

Und vielleicht auch selbst anerkennen dass Smartphones süchtig machen (und man vielleicht selbst süchtig ist!); bis bei jemanden ankommt dass man süchtig ist, vergeht ja normalerweise auch viel Zeit ins Land....
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Clawhunter
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#38

Beitrag von Clawhunter »

Es geht nicht immer um die Legislative (neue Gesetze), sondern auch um Judikative und Exekutive, sprich: Einhaltung von geltenden Gesetzen. Und scheinbar findet es in Italien eine Behörde NICHT OK wie ActiBlizz Kiddie-Gamer aufm Handy mit CoD und Diablo abzockt. Die üblichen Themen: verlockende Inapp-Käufe (inkl pay2win), keine guten Parental Controls, etc.

https://techcrunch.com/2026/01/16/italy ... purchases/

Bin gespannt ob da was bei rumspringt. Bin immer dafür genauer draufzuschauen bei sowas. Meine Meinung ist: Wenn unendlich Geld drin ist, ist es nichts anderes als ein Casino und Casinos gehören strengstens reguliert (bzw. nicht in Hosentaschen^^).
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Guybrush Threepwood
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#39

Beitrag von Guybrush Threepwood »

Ehrlich gesagt geht es mir sowieso auf den Keks, das Gesetze zu wenig gelten, nur weil es das Internet ist. Jeder der letzte verbliebenen Sexshops muss darauf achten, dass keine Minderjährigen reingehen, im Internet reicht ein Button, dass man volljährig ist. Das bedient doch niemand wahrheitswidrig!
Im echten Mediamarkt gibt es Ärger, wenn ungeprüfter Elektroschrott verkauft wird, im Internet kannst du sagen, du bist nur ein Marktplatz und nicht verantwortlich für den gehandelten Schrott.

Irgendwo schreiben die Anbieter bestimmt alle, Ingame-Käufe erst ab dem und dem Alter - nur kümmern tut es sie nicht. He, ist da Internet, was kann man da machen?
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Clawhunter
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#40

Beitrag von Clawhunter »

Games mit Loot Boxen kriegen bald mind. ein PEGI-16 Rating!

https://www.bbc.com/news/articles/cge84xqjg5lo


Hab mich zuerst megagefreut, aber auf den zweiten Blick denk ich mir: do parents really care? Do they?
Ok, mir wurde mal in Karstadt GTA: London nicht verkauft, weil ich noch keine 16 war, aber eigentlich ist es doch kein so großes Thema....
zumal... ich weiß nicht, nehmen Eltern es ernst wenn auf FIFA-Boxen plötzlich ab 16 steht? Die denken doch im ersten Moment das sei ein Fehler. ok vielleicht informiert der ein oder andere sich aber hum... naja, I will take this win. Ein kleiner/mittlerer/großer Schritt in die richtige Richung, in jedem Fall.

Die Regeln sind übrigens ziemlich detailiert (lt. obigem Artikel):
PEGI's new additions will also see games with time-limited systems, like a paid battle pass, now get a PEGI 12 rating and game with non-fungible tokens (NFTs) be rated PEGI 18.

Fortnite, which uses a range of different paid-for passes, is already rated PEGI 12.

Games with "play-by-appointment" style mechanisms such as daily quests will get a PEGI 7 rating - but if the mechanisms "punish players for not returning", such by losing content, they will become PEGI 12.

Games lacking any way for users to report or block players online will receive a PEGI 18 rating.
Klingt erstmal durchdacht, aber vermute der Teufel steckt im Detail und findige Game Developer/Publisher werden schon Kniffe finden....naja aber dennoch nice.

Keine Ahnung wo die USK aktuell zu diesen Themen steht, wäre natürlich quatschig wenn die USK da nicht nachlegt wenn nicht schon geschehen (da Pegi bei deutschen Packungen meist nur auf Rückseite ist? Versteh das Konzept in Deutschland ehrlich gesagt nicht. Und scheint auch unterschiedlich gehandhabt zu werden...)
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Guybrush Threepwood
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#41

Beitrag von Guybrush Threepwood »

In Deutschland muss nur die USK-Kennzeichnung auf der Box sein. Wenn PEGI zusätzlich auf der Box ist, liegt es daran, dass der Publisher keine zwei verschiedenen Versionen für Deutschland und Österreich produzieren möchte. Einige tun das aber, und dann gibt es auf der deutschen Box nur die USK und auf der österreichischen nur PEGI.
Hängt auch daran, wie viele Verkäufe man erwartet. Mir ist schon aufgefallen, dass beim gleichen Spiel auf der PS5 nur USK drauf ist, und auf der Box für Xbox Series X beides. Oder ein schönes Beispiel dafür ist Square, das für Final Fantasy XVI eine reine USK-Version macht, bei Life is Strange True Colors aber USK und PEGI auf die Box kloppt. Ich habe auch schon mal bemerkt, dass ein Spiel, das am Anfang nur ein USK-Logo hat, in späteren Auflagen beides drauf bekommt. Wenn beides drauf ist, hat man natürlich die Freiheit, die Exemplare je nach Bedarf in das andere Land schicken zu können.

EDIT: PEGI nur auf der Rückseite wäre mir noch nie aufgefallen, will aber nicht ausschließen, dass ein Publisher mal den Aufwand einspart, Vorder- und Rückseite zweimal zu designen. Aber wenn PEGI nur auf der Rückseite ist, dann darf dieses Exemplar trotzdem nicht in einem PEGI-Land in den Verkauf. Das muss schon vorne drauf sein.
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Clawhunter
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#42

Beitrag von Clawhunter »

ja hast recht, Pegi scheint heutzutage auf Vorder- und Rückseite Standard zu sein (hab mind. ein älteres Spiel wo bei Pegi nur die Vorderseite reichte; meine Aussage bezogen auf nur Rückseite war falsch). Und bei USK reicht offenbar immer die Vorderseite. Und bei Spielen aus Asien (nicht Japan) ist die Vorderseite so gar nicht mit irgendwelch überflüssigen Logos verschandelt (z.B. mein asiatisches Chrono Cross für Switch hat nur unten rechts den Square Enix Schriftzug).

Was mich an der Politik nervt ist dass sie üblicherweise einmal mit einem riesen Akt irgendwelche Änderungen machen, aber dann keine iterativen Verbesserungen mehr machen sondern das dann erstmal ewig so bleibt. Also zum Beispiel die Geschichte mit dem riesigen USK-Logo hätten sie mit einem iterativen Ansatz besser lösen können. (und finds immer noch doof dass es zwischen 6 und 12 bei USK kein Rating gibt)

Jedenfalls hab ich auf der USK-Seite geguckt und da schreiben sie dass sie unabhängig anderer Ratingagenturen ihre Wertungen (seit 2021 mit machine learning-Hilfe!) machen. Es gibt zwar ne Organisation wo alle vertreten sind (USK, PEGI, CERO und ESRB) namens IARC, International Age Rating Coalition, aber das macht offensichtlich für die Arbeit der USK keinen Unterschied. Das heißt: tendenziell werden die USK-Leute die neuen PEGI-Regeln erstmal bei ihren eigenen Wertungen ignorieren; zumal sie gerade vor der Bundesregierung behaupteten dass sie geil wären Altersschutz bereits sehr sehr toll umgesetzt wäre dank der USK.
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Angeblich kann man aber als Konsument Beschwerden einlegen und dann gibts ggf. ne erneute Prüfung - sollte man mal im Hinterkopf behalten... will ja nicht dass Kinder kein Doom spielen, aber bei Gambling hört der Spaß auf!
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